Am Donnerstag vor den Osterferien besuchten wir eine von vielen Wertpapierbörsen: Die Deutsche Börse Group in Frankfurt, die sicherlich die bekannteste da größte Börse in Deutschland ist.

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Unglaublich, dass die Börse bereits 1585 mit der Festlegung von festen Wechselkursen gegründet wurde. Natürlich ging der Handel damals noch anders zu. Doch auch die Bilder, die viele von uns sicherlich durch Hollywoodfilme wie „Wolf of Wall Street“ im Kopf haben, gehören der Vergangenheit an. Zwar werden Aktien, die übrigens nur eine Wertpapierform neben anderen wie Anleihen oder Zertifikate darstellen, bereits seit 1820 gehandelt, doch mit der Einführung eines elektronischen Handelssystems im Jahr 1997, findet man keine schreienden Käufer, Verkäufer und Händler mehr vor, die mit Zetteln durch die Luft wedeln. Aktien sind heute in elektronischer Form, in Papierform sind sie nur noch als Fan-Artikel, z.B. von Fußballvereinen, zu finden. Daher findet man auch nur noch wenige Mitarbeiter, Spezialisten genannt, die vor Computern sitzen, sich pro Kopf um circa 3000 Wertpapiere und im Besonderen um seltene Aktien kümmern, damit diese dem Markt präsent werden.

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In einem Einführungsvortrag erklärte man uns sehr verständlich, dass ein Handel dann zustande kommt, wenn das Angebot des am niedrigsten bietenden Verkäufers auf den meist bietenden Verkäufer passt. Das entwickelte Computersystem findet in weniger als 0,2 Millisekunden zusammentreffende Anbieter und Nachfrager. Das kann kein Mensch leisten und ist ein Beispiel für die Digitalisierung der Arbeitswelt. Um die Dimensionen des täglichen Geschäfts in Frankfurt kennenzulernen, dürfen natürlich ein paar Zahlen nicht fehlen:

  • Der DAX listet die 30 umsatzstärksten deutschen Aktien, die in Frankfurt gehandelt werden. Das Unternehmen SAP befindet sich ganz oben mit dabei.
  • Wenn die Frankfurter Börse einen Umsatz von 1.000.000 Euro macht, fällt eine Gebühr von nur 0,006% an, alle weitere Gebühren, die Anleger bezahlen müssen, fallen den jeweiligen Banken zu.
  • Im Februar 2017 gab es ein tägliches Marktvolumen von 4,9 Milliarden Euro.
  • In Frankfurt werden 10.464 Aktien, davon 643 deutsche und 9821 ausländische gehandelt. Die meisten Aufträge kommen dabei aus London und Luxemburg, welche wiederum am meisten amerikanische Firmenwerte handeln.
  • Nur 7% der deutschen Bevölkerung investieren in Aktien. Im internationalen Vergleich sind wir damit sehr zurückhaltend. Als Aktieninhaber hat man übrigens ein Stimmrecht bei der Jahreshauptversammlung und darf über die Ausrichtung des Unternehmens mit bestimmen, denn man ist ja Inhaber eines Bruchteils eines Unternehmens.
  • Von 5000 Mitarbeitern in Frankfurt sind 3500 in der IT beschäftigt. Weltweit sind 30 Börsen mit in Frankfurt entwickelter IT ausgestattet.

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(Bericht und Fotos: MN / GB)