Dass dieses Schuljahr ein ganz besonderes war, ist allen Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern klar, aber dass man am vorletzten Schultag noch etwas Besonderes erleben kann, das konnten die Schüler der Klassen 7e und 7f von Herrn Bosold und Frau Kawohl vorher nicht wissen.

Erlebnispaedagogik 2021 4
Deswegen trafen sich alle am Donnerstagmorgen zunächst einmal abwartend-gespannt auf dem Schulhof, wo sich Herr Bosold, unter dessen Leitung der Tag zur Erlebnispädagogik stattfand, direkt an die Vorbereitungen machte. Die Schüler beäugten das Ganze eher skeptisch, wurden doch bunte Hula-Hoop-Reifen aus der Sporthalle herausgelegt und Seile aneinandergeknotet. Bei der anstehenden Gruppenbildung kamen daher auch Kriterien wie «Wer ist der Stärkste» ins Spiel, deuteten die Seile nicht auf einen Wettkampf im Tauziehen hin? Aber was machte man derweil mit den Reifen? Alles sehr merkwürdig. Als auch noch Wasserflaschen, Blätter und Kreide eingepackt werden sollten, war die Verwirrung komplett und alle beschlossen, erst einmal willenlos Herrn Bosold Richtung Tal Josaphat zu folgen.

Erlebnispaedagogik 2021 2
Dort wurde auch nach wenigen Metern die erste Station in Angriff genommen, ging es doch darum, dass die Schüler durch einen am zusammengeknoteten Seil befindlichen Reifen klettern mussten, ohne dass der Reifen den Boden berührte oder die Hände das Seil verließen. Hört sich einfach an? Mag sein, bei der Durchführung ging es am Anfang jedenfalls nicht so glatt, schnell verdrehten sich Arme und Beine, mancher stand auf der falschen Seite des Seils oder der Reifen tockte locker auf den Boden. All das bedeutete für die Gruppe, Liegestütze machen, was allerdings immer wieder mit Lachen aufgenommen und durchgeführt wurde, denn die Stimmung war vollkommen entspannt. Nach ca. drei Durchgängen waren alle Gruppen so routiniert, als ob sie in ihrem Leben nie etwas anderes gemacht hätten und stolz auf den schnell erlangten Fortschritt. So machten sich alle motiviert auf den Weg zur zweiten Station.

Erlebnispaedagogik 2021 5
Hier ging es darum, eine volle, aber unverschlossene Wasserflasche aus einem Kreis von ca. drei Metern Durchmesser herauszuholen. Als Hilfsmittel standen nur der mitgenommene Gymnastikreifen und die Seile zur Verfügung. Schnell konnte man unterschiedliche Vorgehensweisen der einzelnen Gruppen erkennen: die Strategen und die Macher. Wobei es letztendlich in den ersten 15 Minuten immer wieder auf Liegestütze hinauslief, die beim Betreten des Kreisinneren oder dem Umkippen der Flasche anstanden. Danach aber waren die Strategien ausgefeilter, sodass es den meisten Gruppen auch gelang, die Flasche aus dem «Lavasee» zu befreien. Die Jungs klopften sich stolz gegenseitig auf die Schulter und traten innerlich gestärkt die letzte Etappe Richtung Hockeyclub Limburg an. Dort wartete die Abschlussaufgabe auf die Gruppen, nämlich das Bauen eines Hauses aus Naturmaterialien, das so dicht sein sollte, dass anschließend ein darin deponiertes Blatt bei «Regen» nicht nass werden würde. Auch bei diesem Projekt trafen Kreativität auf Strategie, das Wichtige war aber, dass die Gruppenmitglieder gut zusammenarbeiteten und so schnell ihre Bauideen umsetzen konnten. Den abschließenden Wassertest von Herrn Bosold bestand zwar nicht jedes Haus, aber was soll’s? Wichtiger waren die Kooperation und der Spaß, die das Ganze gemacht hatte.

Erlebnispaedagogik 2021 1
Das einhellige Fazit von allen Teilnehmern war, dass sich so auch die letzte Schulwoche vor den Sommerferien noch angenehm und sinnvoll gestalten lässt.

(Text: KL)