In einem Planspiel der Deutschen Gesellschaft e. V. im Auftrag der LandesEnergieAgentur Hessen GmbH diskutierten Schülerinnen und Schüler des PoWi-Grundkurses von Frau Menche die Herausforderungen der Energiewende in Hessen exemplarisch am Netzausbau.


Foto Energiewende 2021
Dafür begaben sie sich im Planspiel in unterschiedliche Rollen, bei der sie jeweils die Perspektive eines ausgewählten Akteurs übernehmen sollten. Dazu gehörten u.a. die Landesregierung Hessen, Wirtschafts- und Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen, der Bauernverband, der Netzbetreiber und weitere. Sie simulierten die Konflikte beim Netzausbau, exemplarisch an den beteiligten Akteuren.

Dabei vertraten die Schülerinnen und Schüler sehr engagiert die unterschiedlichen Interessen ihrer jeweiligen Rolle. Ihnen gelangen dabei der Perspektivwechsel sowie ein lebendiger und konstruktiver Austausch der Argumente. Die Schülergruppe berichtet, dass es eine gute Schulung der eigenen Diskussionsfähigkeit gewesen sei und dass man durch den Perspektivwechsel neue Argumente kennengelernt und zu verteidigen gelernt habe. Am Runden Tisch diskutierten sie unter der Leitung des Moderatorenteams sehr engagiert die Frage alternativer Trassenführungen und der Höhe und Häufigkeit von Entschädigungszahlungen für die betroffenen Akteure. Beide Vermittler bestätigten, dass es eine sehr stressige Aufgabe gewesen sei, Kompromisse zu finden.

Die Rolle der fiktiven Hessischen Landesregierung beschloss schlussendlich den Bau der Stromleitung im Alternativkorridor. Dabei sollen im Bereich der Städte und Naturschutzgebiete Erdkabel, in den restlichen Bereichen Freileitungen verlegt werden. Die Frage der Entschädigungen wurde vertagt und soll im Rahmen eines weiteren Runden Tisches erneut aufgegriffen werden.

Der Kurs meldete zurück, dass es schwierig war, alle Interessen einzubinden und auf eine gemeinsame Lösung zu kommen. Das Planspiel sei zwar sehr realistisch gewesen, doch dass sich die Diskussionsteilnehmer derart höflich in die Gesprächsrunde einbrachten, ordnete er eher als unrealistisch ein. „Kompromisse gehören in einer demokratisch verfassten Gesellschaft dazu, auch wenn in politischen Debatten der Ton immer polarisierter werde.“, bekräftigte Projektleiter Jan Roessel von der Deutschen Gesellschaft e. V.. „Wir möchten mit dem Projekt zeigen, dass das Gelingen der Energiewende und weitere Fortschritte beim Netzausbau unmittelbar zusammenhängen“. Frau Menche betonte, dass „das Planspiel illustriert, wie verschiedene Interessen abgewogen werden und welche Faktoren hierbei eine Rolle spielen. Es zeigt auch, dass Demokratie vom Mitmachen lebt. Frühzeitiges Engagement ist wichtig. Davon lebt nicht nur die Schule, sondern auch die Gesellschaft.“

Jan Roessel sprach zudem unter Vorbehalt der Coronabeschränkungen eine Einladung für die Abschlussveranstaltung im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im 4. Quartal 2021 in Wiesbaden aus, bei der Expertinnen und Experten der Energiepolitik mit den Schülerinnen und Schülern diskutieren.

(Text: MN, Foto: Pixabay)