Im Deutschunterricht beschäftigte sich die Klasse 5b in den letzten Wochen mit dem Thema "Märchen" - sowohl mit den Klassikern der Gebrüder Grimm als auch mit modernen Versionen. Frau Sagmeister hatte den Schülerinnen die Aufgabe gestellt, ein modernes, aktuelles Märchen zu schreiben, das Kinder und Erwachsene, die aktuell sehr unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie leiden, ein wenig froh stimmt. Daraufhin hat die Schülerin Linh Nguyen das folgende Märchen verfasst, das sowohl einen aktuellen Bezug als auch eine originelle Lösung enthält.


Maerchen 2020
Es war einmal ein kleines Mädchen, das eigentlich glücklich und wohlhabend war. Aber die Welt wurde zu dieser Zeit von dem Corona-Virus beherrscht und das versetzte alle Menschen in Angst und Schrecken.
Eines Tages wurden auch die Eltern des kleinen Mädchens von dem Virus befallen. Das kleine Mädchen war Asthmatikerin, gehörte also zu der Risikogruppe. Da beschloss es, in die weite Welt zu gehen und ein Mittel gegen das Virus zu finden. Das Einzige, das es mitnahm, war eine kleine Dose Seifenblasen.

Als das Mädchen schon drei Tage unterwegs war, da sah es einen Mann am Straßenrand sitzen. Es sprach: „Guter Mann, wieso schauen Sie so unglücklich?“ Der Mann antwortete: „Ich habe meinen Job verloren, jetzt kann ich meine Miete nicht mehr bezahlen und sitze auf der Straße.“ „Mit einer Wohnung kann ich leider nicht dienen, aber vielleicht kann Ihnen das helfen“, entgegnete das Mädchen und blies ein paar Seifenblasen in die Luft. Da stiegen tausende Blasen in den Himmel, was dem Mann ein Lächeln ins Gesicht zauberte. In diesem Augenblick erhielt er einen Anruf, dass seine Firma einen großen Auftrag erhalten hätte und man ihn wieder einstellen könne, sogar mit einer Gehaltserhöhung. Freudig sprang der Mann auf, bedankte sich bei dem Mädchen ging mit großen Schritten seines Weges.

Das Mädchen aber lief weiter. Da traf es auf ein Kind, das jammerte: „Ich habe so großen Hunger, meine Eltern sind in Quarantäne und können nicht mehr einkaufen gehen. Keiner ist da, der uns hilft.“ Da pustete das Mädchen wieder in seine Seifenblasen und erneut stiegen tausende Blasen in den Himmel. Diesmal wurde ein großer Tisch mit den leckersten Speisen darauf herbeigezaubert. An den Tischbeinen befanden sich Rollen, sodass das Kind ihn ohne große Mühe bis zum Hause seiner Eltern rollen konnte.

Doch plötzlich sprang aus einer Ecke das Corona-Virus dem Mädchen direkt vor die Füße. „Halt!“, rief das hinterhältige Virus, „auch du sollst mir nicht entkommen. Jetzt werde ich dich infizieren.“ Blitzschnell zog das Mädchen seine Seifenblasen-Dose aus der Tasche und musste mit Entsetzen feststellen, dass diese leer war. Als das Virus gerade angreifen und das hilflose Mädchen infizieren wollte, sprangen der Mann und das Kind, denen das Mädchen zuvor geholfen hatte, aus einem Gebüsch. Sie reichten dem Mädchen eine große Schale mit Seifenlauge. Schnell blies das Mädchen in die Seifenlauge und formte eine riesige Seifenblase, die das Virus umhüllte. Und so schwebte das Virus in der Seifenblase hoch in den Himmel und ward nie mehr gesehen.

Das Corona-Virus war für alle Zeiten besiegt und alle Menschen führten ein schönes Leben bis ans Ende ihrer Tage.

(Text: Linh Nguyen, Klasse 5b)