Am Freitag vor dem Faschingswochenende machte sich der Deutsch-Grundkurs von Frau Müller-Rentz mit dem Zug gespannt auf den Weg in das Stadttheater Gießen. Der Kurs hatte das Franz Kafkas Drama „Die Verwandlung“ zuvor im Unterricht behandelt und freute sich nun auf die Inszenierung von Regisseur Christian Fries.

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Mit nur vier sehr guten Schauspielern gelang es der Theatergruppe von taT.-Studiobühne, das Drama auf einer minimalistischen eingerichteten Bühne ganz neu zu interpretieren und dem Zuschauer einen tiefen Einblick in die Familien- und Lebenskonflikte des Protagonisten Gregor Samsas zu gewähren. Besonders wurde das angespannte Vater-Sohn-Verhältnis sowie Gregors Ödipus-Komplex fokussiert. Auffallend trat auch eine disharmonische Musik hervor, die das Stück in seiner Atmosphäre des Unwohlseins und der Ungemütlichkeit unterstützte.

Dies und weitere Aspekte der Darstellung wurden beim anschließenden Pizza-Essen noch angeregt diskutiert: Viele bewerteten die musikalische Untermalung als störend, während andere sie als bereichernd empfanden. Gelobt wurde besonders die schauspielerische Leistung sowie die moderne Umsetzung des Dramas. Kritik bekam allerdings das mehrmalige, für den Kurs schwer nachvollziehbare Abweichen vom Original des Dramas, was für einige Aufregung und Debatten sorgte. Manche Szenen wurden, bezogen auf die Umsetzung, als zu „sexualisiert und überinterpretiert“ empfunden. Auch Frau Müller-Rentz lobte die kritische Auseinandersetzung des Kurses mit der „doch sehr modernen und eigenwilligen Umsetzung“ des Dramas.

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Am Ende des Tages waren sich allerdings alle einig, dass durch diesen Besuch der Einblick in Kafkas berühmtestes Werk nochmals aus anderer Perspektive ermöglicht wurde und die Schüler/-innen nun eine neue Erfahrung bezüglich moderner Inszenierung gesammelt haben.

(Bericht: Ilona Kalte)