Prüfen, Rufen und Drücken sind die drei wichtigsten Schritte, die jeder können sollte, wenn er eine Person mit Herzstillstand auffindet. Wie genau das funktioniert, lernten die 7. und 8. Klassen am Mittwoch, dem 18.09.2019, in der "Woche der Wiederbelebung".

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Durchschnittlich werden in Deutschland ca. 50.000 Herzstillstände jedes Jahr verzeichnet. Die traurige Bilanz wird noch schockierender, da Studien bestätigen, dass von 100 Menschen, die an einer solchen Person vorübergehen, nur 17 Erste Hilfe leisten. Um diese Quote zu erhöhen, bekamen die Jahrgangsstufen 7 und 8 die Möglichkeit, die wichtige Technik der Herzdruckmassage und der stabilen Seitenlage zu erlernen. Unterstützt wurden sie hierbei durch den Schulsanitätsdienst der Schule unter der Leitung von Detlef Kraut sowie Herrn Horst Weigel vom Deutschen Roten Kreuz. Sie standen ihnen mit Rat und Tat bei den Praxisübungen zur Seite und trainierten mit ihnen für den Notfall.

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Um das Ganze noch wissenschaftlich zu erklären, freute sich die Schule über den Vortrag von Dr. Michael Fries, Chefarzt der Anästhesie des Limburger St. Vincenz-Krankenhauses, der mehrmals betonte, wie wichtig die richtige Hilfe in Form von Reanimation bei einem Menschen mit Herzstillstand sei. „Die ersten Minuten entscheiden meist über Leben und Tod“, erklärte Dr. Fries. „Je länger es dauert, bis jemand mit der Reanimation beginnt, desto geringer sind die Überlebenschancen. Da kann man nicht nur auf den Krankenwagen warten.“ Er freute sich wie jedes Jahr über das Engagement der Schule und betonte, dass es für ihn persönlich wichtig sei, die Schüler darüber aufzuklären und mit dem Schulsanitätsdienst zusammenzuarbeiten, um mehr Leute dazu zu bringen „aufmerksam zu sein und zu handeln. Denn das Schlimmste, was man tun kann, ist eben nichts zu tun“, so Dr. Fries.

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Am Ende der Stunde war jedem klar, was beim Auffinden einer bewusstlosen Person zu tun ist: Zuerst die Atmung überprüfen. Dann den Notarzt per 112 alarmieren. Liegt keine Atmung vor, so wird direkt mit der Reanimation mit ca. 100bpm begonnen, was passenderweise dem Rhythmus des Liedes „Staying alive“ von den Bee Gees entspricht. Wenn die Person noch atmet, so wird sie in die stabile Seitenlage gebracht.
„Ich fühle mich einfach sicherer, wenn ich gelernt habe, was in so einem Fall zu tun ist. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich habe viel Neues mitgenommen, was mir vorher so nicht bewusst war. Ich hätte nie gedacht, dass man mit so einfachen Schritten wirklich Leben retten kann“, so eine Schülerin nach dem Training. „Es ist einfach wichtig, dass jeder das kann.“

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(Bericht: Ilona Kalte, Fotos: MM)