Mit einer erfrischenden Runde Yoga versammelte sich der Physik-LK der Q1 zusammen mit Frau Dr. Stange am ICE-Bahnhof Limburg um 6.30 Uhr in der Früh. Die zehn Schüler*innen und Frau Dr. Stange bereiteten sich auf das bevorstehende Abenteuer vor: das Untersuchen von Trägheitskräften in einem beschleunigten Bezugssystem. Kurz gesagt: Achterbahnfahren im Phantasialand.

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Wie kam es dazu? Dank der Präsentation „Antimaterie – was ist das?“,haben wir, der Physik-LK, als Gewinner der Präsentationswoche einen Ausflug gewonnen. Einstimmig entschieden wir uns für einen Ausflug in einen Freizeitpark (natürlich nur für wissenschaftliche Zwecke!).

Im Phantasialand in Brühl angekommen, steuerten wir gemeinsam unser erstes Ziel an: die Black Mamba. Bereits nach kurzer Wartezeit setzten wir uns auf unsere Plätze in der Achterbahn. Unter anderem konnten wir während der Fahrt feststellen, dass einige von uns definitiv mit Halsschmerzen und ohne Stimme nach Hause gehen würden. Noch interessanter waren aber unsere Messergebnisse. Unser Messgerät zeigte teilweise eine Beschleunigung von über 80 m/s^2 an, was etwa 8G entspricht. Das bedeutet, dass wir mit der 8-fachen Erdbeschleunigung in unsere Sitze gedrückt wurden. Diese Ergebnisse könnten jedoch etwas verfälscht worden sein, da unser „Messungs-Beauftragter“ während der Achterbahnfahrt stets euphorisch seine Arme mitschwang. Das war wohl etwas kontraproduktiv für eine genaue Messung.

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Die Kraft, die wir dabei gespürt haben, ist eine sogenannte Scheinkraft oder Trägheitskraft. Denn diese Kraft gibt es für einen außenstehenden Beobachter nicht. Nur eine Person, die mit der Achterbahn fährt, erfährt diese Kraft. Ähnlich wie bei einem Kettenkarussell (mit dem wir auch gefahren sind). Setzt man sich in ein Kettenkarussell, spürt man, wie man nach außen gedrückt wird. In Wirklichkeit hat unsere Körpermasse das Bestreben, seine jetzige Geschwindigkeit und Richtung beizubehalten. Würde man also während der Fahrt die Ketten abtrennen, so würde der Körper nicht mehr in einer Kreisbahn fliegen, sondern sofort geradeaus - tangential zur Kreisbahn. Von diesem Experiment haben wir jedoch Abstand genommen. Schließlich brachen wir bei angenehmen 23 Grad auf, um die verschiedenen Möglichkeiten des Phantasialands für physikalische Experimente umfassend zu nutzen. Dabei konnte jeder die wissenschaftlichen Theorien zur Trägheit ganz praktisch und hautnah erfahren.

Nach einem sehr zufriedenstellenden Tag im Phantasialand machten wir uns langsam auf den Rückweg. Aufgrund einer Fehlauskunft des Busfahrers mussten wir gezwungenermaßen eine andere Transportmöglichkeit zum Hauptbahnhof in Brühl suchen. Letztendlich nahmen wir uns 3 Taxis (da wir ein sehr kleiner LK sind). Das Motto lautete: „Uns ist alles egal, hauptsache wir kommen pünktlich an“. So sei auch die Taxifahrerin des letzten Taxis gefahren, laut Aussagen meiner Kameraden: „Rote Ampel? Davon hab ich ja noch nie was gehört.“ Zum Glück blieben allen Insassen praktische Tests zum Aufprall eines beschleunigten Körpers erspart. Zuletzt kamen wir, nach diesem aufregenden Tag, sehr müde, aber vor allem sehr glücklich zu Hause an.

(Bericht: Jenna Min Schmidt)