Wie anders eine Kindheit in den 50er Jahren, in einem 500 Seelen Irgendwo zwischen Bodensee und Donau, verlaufen musste, erfuhren rund 100 Schülerinnen und Schüler der Limburger Marienschule in einer Lesung des vielgeehrten Autors Arnold Stadler.

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Der Georg-Büchner-Preisträger las und erzählte aus seinem autobiografischen Roman „Mein Hund, meine Sau, mein Leben“, in dem der Autor die Lebenswelten eines jungen Mannes schildert, der im Rückblick den Untergang einer ländlichen Welt erlebt.

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„Ich war so groß wie eine Schwertlilie und das Heu roch nach der Liebe des Himmels zur Erde.“ Dann die Zäsur: die Industrialisierung der Landwirtschaft und der Verlust eines Stücks Heimat. Für die Großmutter sei der Heimatbegriff noch klarer gewesen: Heimat, das ist der Hof von dem man herkommt. Demgegenüber betonte Stadler, Heimat sei kein „Privileg des Landes“, sondern habe in heutigen Zeiten vor allen Dingen mit Menschen zu tun.

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Im Verlauf der Lesung zeigte sich, dass Arnold Stadler nicht nur ein brillanter Schriftsteller unserer Zeit ist, sondern auch ein exzellenter Darsteller seiner Schrift mit einem hohen Einfühlungsvermögen für die Lebenswelten junger Menschen. So ließen auch die Fragen der Schülerinnen und Schüler ein hohes persönliches Interesse erkennen und trugen zu einer gelungenen Lesung maßgeblich bei.

(Text: WR, Fotos: MM)