Die Austauschschülerinnen und ihre Begleitung, Frau Noll-Sabel und Frau Müller-Rentz, sind gut in Pont-Sainte-Maxence angekommen.

Austausch Frankreich 2019 1
Heute haben sie das berühmte Schloss Chantilly besucht.

Austausch Frankreich 2019 2
Der 8. Mai ist in Frankreich " jour der fête", "Armistice", bei uns heißt er "Tag der Befreiung". Die 20 Marienschülerinnen haben den freien Tag in ihren Gastfamilien verbracht, viele haben Paris und den "Parc d' Astérix" besucht.

Austausch Frankreich 2019 3
Heute Morgen gab es ein fröhliches Wiedersehen vor dem Rathaus von Pont, um gemeinsam mit den französischen Austauschpartnern nach Compiegne zur Erinnerungsstätte aufzubrechen.

Frankreichaustausch2019 2
41 junge deutsche und französische Schüler*innen machen sich von Pont Sainte Maxence auf den Weg in die Vergangenheit. Sie folgen den Spuren Emanuel Macrons und Angela Merkels, die im November 2018 im Wald von Compiègne den Ort der Erinnerung an den Waffenstillstand nach dem Ersten Weltkrieg zwischen Maréchal Foch und dem deutschen Generalstab besuchten und die deutsch-französische Freundschaft bekräftigten.

Frankreichaustausch2019 5
In dem sehr interessanten Vortrag einer Mitarbeiterin der Gedenkstätte erfuhren die jungen Europäer einiges über den Zustand der französischen Armee im Ersten Weltkrieg. So mussten die ursprüngliche rotblauen Uniformen der Franzosen, die für den Gegner weithin sichtbar waren, gegen "horizontblaue" ausgetauscht werden, um sie von den grüngekleideten deutschen Soldaten zu unterscheiden. Ein rascheres Laden der Gewehre und handlicheren Seitengewehre, die schlimmere Verletzungen hervorriefen, trugen wohl ebenfalls zum späteren Sieg der französischen Armee bei. Das Gewicht des Tornisters entsprach dem eines 9-jährigen Kindes. Es amüsiert heutzutage zu erfahren, dass die französischen Soldaten Wein statt Wasser bekamen, und zwar täglich zwei Liter pro Mann. Dabei blieb keiner nüchtern. Der Wein steigerte den Mut, erzeugte ein Wärmegefühl bei Temperaturen von z.T.  -20 Grad und war schmerzlindernd bei Verletzungen. Schockiert reagieren die Schüleri*nnen, als sie hören, dass neben Suppen häufig selbtgefangene Tiere, wie z.B. Ratten, auf dem Speiseplan standen, denn im Krieg hungerten Bevölkerung und Armee. In der französischen Armee bestand eine Rasurpflicht und es gab ein Bartverbot, damit die Gasmaske passte.

Frankreichaustausch2019 3
Im November 1918 erfolgte der Waffenstillstand (Armistice), der Friedensvertrag wurde erst 1919 unterzeichnet. Maréchal Foch, der im nahen Senlis residierte, suchte einen diskreten Ort, um unbeobachtet von der aufgebrachten Bevölkerung mit den Deutschen den Waffenstillstandsvertrag zu unterschreiben. Foche reiste in einem Zug an, dessen Speisewagen in ein Büro umfunktioniert war. Die Deutschen reisten ebenfalls im Zug an. Der Vertrag bestand aus 24 Punkten - unter anderem in der Rückgabe der besetzen Gebiete, der Rückkehr Elsass-Lothringens zu Frankreich und es durfte keine deutsche Armee mit mehr als 10.000 Soldaten mehr geben. Sechs Stunden nach Unterzeichnung erreichte diese Nachricht den letzten Soldaten. Später erfolgte die Schaffung einer Lichtung und einer Erinnerungsstätte.

Fankreichaustausch 2019 1
1940 wurde der Ort von Hitler aus Rache für die Unterzeichnung des deutsch-französischen Waffenstillstands gewählt. Er ließ alle Monumente schleifen. Diese wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Da der Originalwaggon in seinem Holzaufbau verbrannt war, wurde das Untergestell weiterverwendet und diente in der DDR als Werkstattwagen bis 1986. Die jungen Deutschen und Europäer haben gelernt, wie schrecklich der Krieg ist und werden hoffentlich niemals ähnliches erleben. Gerne stellen sie sich für ein Foto im "Friedensring" auf.

(Text und Fotos: MR)