Am vergangenen Freitag besuchte der Kardinal und Weihbischof von El Salvador, Jose Gregoria Rosa Chavez, die Marienschule in Limburg. Im Rahmen der Aktion „Adveniat“, die seit mehr als 50 Jahren in der Weihnachtszeit Spenden für lateinamerikanische Länder sammelt und mit Gästen aus diesen Ländern verschiedene Institutionen besucht, war Kardinal Chavez, der ein Weggefährte Oskar Romeros war, zu Gast in Limburg.

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Oskar Romero wurde als der erste Heilige El Salvadors im Oktober diesen Jahres gemeinsam mit der Ordensgründerin Katharina Kaspar heiliggesprochen. Da über den Propheten und Unterstützer der Armen in Deutschland jedoch wenig bekannt ist, nutzte Kardinal Chavez die Gelegenheit, den Schülerinnen und Schülern über Romero zu berichten, dessen Lebensinhalt darin bestand, sich um die Armen und Hilfsbedürftigen zu kümmern. Kardinal Rose Chavez habe es sich als Lebensaufgabe auferlegt, diesen Weg fortzusetzen.

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Besonders sei Romero auf Familien eingegangen, die Kinder im Bürgerkrieg El Salvadors verloren oder vermisste Kinder haben. Da er immer wieder auf die bestehenden sozialen Probleme dieses Landes aufmerksam gemacht habe, sei er von der Regierung, die diese Missstände verleugne, sehr verhasst gewesen. Somit sei es ein noch viel größerer Erfolg, dass dieser Prophet nun als Heiliger bezeichnet werde. In der problematischen politischen Situation dieses Landes habe Romero einen „Hirten“ für die Menschen dargestellt und sei der Hoffnungsträger der Armen gewesen, dessen Ziel die Verbesserung der Lebensumstände der Bevölkerung gewesen sei.

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Auf Nachfragen der interessierten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9, berichtete Kardinal Chavez sehr ausführlich über die Problematik der kriminellen Jugendbanden in El Salvador. Im Religionsunterricht hatte sich die Klasse 9f schon ausführlich mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Der Kardinal berichtete von egoistisch lebenden Jugendlichen, die schon früh in Kontakt mit Jugendbanden kommen würden. Diese Entwicklung sei durch die immer stärker werdende Kluft von Arm und Reich in El Salvador begründet.

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Chavez plädierte für eine bessere Schulbildung, um Jugendlichen eine aussichtsreichere Zukunft zu ermöglichen und dadurch schon den Eintritt in die gefährlichen Jugendbanden präventiv verhindern zu können. „Für diese Zukunft habe Romero den Grundstein gelegt, den wir nun fortführen müssen“, so Chavez. Zum Ende der Veranstaltung ging der Kardinal auf die Rolle des Heiligen als Prophet ein. Ein Prophet könne die Meinung der Gesellschaft positiv beeinflussen und würde den Willen Gottes als Botschafter kommunizieren. Er forderte die anwesende Schülerschaft dazu auf, selbst zu „Gottes Händen“ zu werden und prophetisches Denken zu vermitteln, um die Situation unserer Gesellschaft ins Positive zu verändern.

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Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert über den Besuch des Kardinal Chavez‘ und seine Berichte über Oskar Romero. „Ich werde bei der Weihnachtskollekte Geld für die lateinamerikanischen Länder spenden, damit sich die Lebensumstände, wie die in El Salvador verbessern“, so eine Schülerin.

(Bericht: Maria Förger, Fotos: MM)