Melissa Ajdini ist Deutschlandstipendiatin. Die Abiturientin des Jahrgangs 2018 studiert seit Herbst an der Hochschule Fresenius – und kommt ab sofort in den Genuss der bundesweiten Förderung.

Ajdini Stipendium 2018
Seit 2011 nimmt die Hochschule Fresenius in Idstein, die mit der Marienschule kooperiert, an einem Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums teil, welches Deutschlandstipendien an Studierende vergibt. Aus diesem Grund verlieh der Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Tobias Engelsleben, in einer feierlichen Zeremonie zu Beginn des aktuellen Semesters die diesjährigen Deutschlandstipendien den hochschulweit 78 von 12.000 Studenten. Drei Viertel der Förderungen gingen dabei an Frauen, darunter auch Melissa Ajdini, die in diesem Jahr ihr Abitur an der Marienschule absolvierte. Sie studiert nun im 1. Semester des Studienganges „angewandte Chemie“ im Fachbereich Biologie und Chemie. Für Studenten im Erstsemester sei es relativ selten, eines der begehrten Deutschlandstipendien zu erhalten, bei dem die Studenten ein Jahr lang mit 300€ pro Monat finanziell unterstützt werden.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch die Stipendienkommission der Hochschule Fresenius in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen, wie der Dekan des Fachbereichs Chemie & Biologie, Thorsten Daubenfeld, erzählt. Gefördert werden Studenten mit überdurchschnittlichen Leistungen, ebenso werden ehrenamtliche Tätigkeiten sowie gesellschaftliches, soziales und politisches Engagement berücksichtigt. Auch die Übernahme von Verantwortung in Religionsgemeinschaften, Verbänden und Vereinen werde positiv honoriert. Insgesamt 39 Förderer, bestehend aus Unternehmen, Institutionen, Praxen und Privatleuten sowie dem Bundesbildungsministeriums, unterstützen die Studenten. Prof. Dr. Engelsleben verdeutlichte dabei, dass es „eigentlich nichts wichtigeres gibt, als in Bildung zu investieren“, da es hierzulande einige Lücken bei der Finanzierung von Bildung gebe.

Melissa nahm an einem Schnuppertag der Hochschule im Fachbereich Biologie & Chemie teil und kam dabei mit den Studenten ins Gespräch. „Da ich da schon wusste, dass die Hochschule monatliche Studiengebühren erhebt, habe ich mich erkundigt, wie sie das finanziell alles bewerkstelligen. Zwei Studierende haben mir dann erzählt, dass sie das Deutschlandstipendium erhalten. Daraufhin habe ich die Voraussetzungen für den Erhalt eben dieses recherchiert und es einfach mal versucht“, erzählt Melissa. Obwohl sie auch von ihren Eltern finanziell unterstützt wird, ergeben sich viele Vorteile durch das Stipendium, da sie sonst wahrscheinlich noch einen zweiten Nebenjob hätte annehmen müssen, um ein Leben rund ums Studium finanzieren zu können. Durch diese finanzielle Entlastung kann sie sich nun komplett auf ihr Studium konzentrieren. Da Melissa ihr 5. Semester im Ausland verbringen möchte, welches mit einigen Kosten verbunden ist, kann sie durch das Deutschlandstipendium jetzt schon sparen, sodass sie eine freie Auswahl bezüglich des Landes, der Wohnbedingungen und der Freizeitgestaltung hat.

„Ehrlich gesagt hätte ich nie damit gerechnet, dass ich es erhalten werde“ sagt Melissa und freut sich dementsprechend nun riesig. Bereits in der Schule hatte sie immer schon großen Spaß an Chemie, besonders bei Experimenten, da so neben der Theorie schon sehr viel Praxiswissen übermittelt wurde. Diese direkte Verknüpfung von Theorie und Praxis ist es, was Melissa an ihrem Studienfach so fasziniert, „so verbringe ich schon direkt im ersten Semester sehr viel Zeit im Labor“. Zusätzlich gebe es viele verschiedene interessante Bereiche im späteren Berufsleben wie die Herstellung neuer Medikamente oder die Kunststoffchemie. Man werde immer wieder herausgefordert, sich weiterzubilden und entdecke dabei sogar etwas Neues. Auch Thorsten Daubenfeld betont, dass Naturwissenschaft und Technologie die Zukunft in hohem Maß bestimmen werden, weshalb die Förderung begabter Nachwuchskräfte im Fachbereich Biologie & Chemie der Idsteiner Hochschule eine zentrale und wichtige Aufgabe sei.

,,Man kann nicht verleugnen, dass es Schüler/-innen gibt, die einfach ihre Talente im sprachlich-geisteswissenschaftlichen Bereich besitzen. Aber vor allem den jungen Schüler/-innen rate ich, sich anfangs auf die Naturwissenschaften einzulassen und sich damit mal in Ruhe befassen. Denn wenn man die Hintergründe einmal verstanden hat, kann eine Naturwissenschaft richtig Spaß machen! Und ermutigt eure Chemie- Lehrer immer wieder dazu, auch reichlich Experimente zu machen, denn am besten lernt man das, was man selbst macht!“ lautet Melissas Fazit, welches sie den Schülern ihrer ehemaligen Schule mit auf den Weg geben möchte.

(Bericht: Lorena Fladenhofer)