„Prüfen, Rufen, Drücken“: drei wichtige Schritte, die bei einer Reanimation beachtet werden müssen. Was das genau bedeutet, lernten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sieben und acht im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“.

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Unter dem Motto „100 Pro Reanimation“ wurden ihnen die stabile Seitenlage und die Herz-Lungen-Massage sowohl auf theoretische, als auch auf praktische Weise an speziellen Puppen, nähergebracht. Die Initiative der Fachgesellschaft für Anästhesie soll Laien in die Praxis der Wiederbelebung einführen, denn pro Jahr erleiden 1,5 Millionen Menschen einen Herzstillstand, welcher ohne schnelle Hilfe zum Tod führt, so PD Dr. med. Michael Fries, Chefarzt der Anästhesie des Limburger St. Vincenz- Krankenhauses. Somit war es ihm eine „Herzensangelegenheit“ zusammen mit den Schulsanitätern und dem ehemaligen Mitarbeiter des DRKs, Horst Weigel, den Schülern die Wiederbelebung etwas näher zu bringen.

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Zuerst muss geprüft werden, ob der Betroffene noch atmet; ist dies nicht der Fall, muss schleunigst der Notruf 112 gewählt und mit der Herzmassage begonnen werden. „Gedrückt wird in der Mitte des Brustkorbs, etwa zwischen den Brustwarzen“, so Dr. Fries. Dabei werden die Arme durchgestreckt und die Schultern befinden sich über dem Druckpunkt. Es sei besonders wichtig, mindestens fünf Zentimeter tief zu drücken. „Drücken, Drücken, Drücken“, betonte der Leiter der Schulsanitäter, Detlef Kraut. Man könne nichts falsch machen, ermutigte er die Schüler, das schlimmste sei es, nichts zu tun. Die bei der Reanimation möglicherweise gebrochenen Rippen zeigen lediglich, dass man alles richtig mache. Dies bestätigte auch die Schulsanitäterin Ilona Kalte: „Ihr verletzt die Person mehr, wenn ihr gar nichts tut“. Gedrückt werden sollte im Rhythmus einer 100er Frequenz; dazu könne man sich perfekt an dem Lied „Stayin´ alive“ von den Bee Gees orientieren.

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Dass allein durch solch eine Aktion Leben gerettet werden kann, wurde erst kürzlich von einem Schüler bewiesen, der seinem Opa nach einem Herzinfarkt durch die Reanimation das Leben rettete. Detlef Kraut erzählte auch von Untersuchungen, die zeigten, dass bereits ein Sechstklässler einem Erwachsenem das Leben retten kann. Horst Weigel betonte, dass er den Schülern auf jeden Fall die Angst nehmen wolle, denn vielen sei „das Gefühl, jemandem die Rippen zu brechen“ unangenehm, oder gar angsteinflößend. Da Deutschland an letzter Stelle steht, was Hilfe leisten betrifft, betonte Dr. Fries noch einmal ausdrücklich: „Nicht gaffen, sondern handeln, denn Reanimation ist einfach“!

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Auch die Schüler berichteten, dass sie sich durch solche Aktionen sicherer fühlen bezüglich der Wiederbelebung und im Ernstfall auch eingreifen werden. Besonders beeindruckend war die Erkenntnis, dass sie innerhalb zwei Schulstunden die erfolgreichste Methode der Medizin, die Herz- Lungen- Massage, erlernten und nun echte Lebensretter sein können.

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(Bericht: Lorena Fladenhofer, Fotos: MM)