„Seid offen für MINT-Fächer und glaubt an euch selbst.“, appelliert die ehemalige Marienschülerin. Juliette Schleicher studiert im 4. Semester Chemie an der Universität Heidelberg. „Das Studium ist zeitaufwändig, aber es macht Spaß. Gerade in den Grundvorlesungen hat sich meine Schulbildung an der Marienschule ausgezahlt." Tatsächlich findet Juliette nach wie vor Zeit für das Voltigieren in ihrem Heimatverein Weilburg, wobei sie Nominierungen im L-Einzel und mit der A-Gruppe für den 5-Ländervergleichskampf erzielte.

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Bereits in der Unterstufe begeisterte sich Juliette für Mathematik. In der Mittelstufe kamen die naturwissenschaftlichen Fächer hinzu. „Es wurde immer Wert daraufgelegt, dass alle (zu meiner Zeit noch ausschließlich Schülerinnen) individuell gefördert wurden." In Jahrgangsstufe 9 besuchte die Marienschülerin für zwei Trimester ein Internat in Südengland. „Mir fiel auf, dass wir weit vor dem englischen Lehrplan waren, insbesondere in den MINT-Fächern. Daher absolvierte ich die Kurse in Mathe, Chemie und Physik zwei Jahre über meinem Jahrgang."

Nach ihrer Rückkehr an die Marienschule begann Juliette direkt mit Jahrgangsstufe 10. In der Oberstufe zeigte sich die naturwissenschaftliche Auslegung der Marienschule. „Obgleich wir ein reiner Mädchenjahrgang waren (und zwar ein sehr kleiner) hatten wir zwei Mathe-, einen Chemie- und zwei Bio-LKs. Meine Leistungskurswahl Mathe und Chemie hat mir gerade zu Beginn des Studiums sehr geholfen, genauso wie der Physik-Grundkurs. Die meisten meiner ehemaligen Mitschülerinnen aus diesen LKs haben sich übrigens ebenfalls für ein naturwissenschaftliches Studium entschieden."

Nach dem mit der Note 1,0 bestandenen Abitur schlug die Marienschule der Studienstiftung des deutschen Volkes Juliette Schleicher als Stipendiatin vor. Juliette wurde zu einem Auswahlseminar eingeladen und aufgenommen. "Dies stellt für mich eine riesige Chance dar. Denn so kann ich viele Kontakte knüpfen, auch zu anderen Fachbereichen, was ansonsten im Uni-Alltag schwer ist. Ich habe Zugang zu einer Reihe interessanter Veranstaltungen, Vortragsreihen und Diskussionen. Außerdem werden Auslandsaufenthalte unterstützt". Für die kommenden zwei Semestern plant Juliette erneut einen Auslandsaufenthalt in England, idealerweise ohne Studienverlängerung, denn sie möchte in etwa einem Jahr ihren Bachelor of Science in der Tasche haben.

(ST)