Am 15. August 2018 besuchte Richard Jager, CEO der Firma Randstad, die Limburger Marienschule und stellte sich in einer Diskussionsrunde den kritischen Fragen der Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Politik und Wirtschaft unter der Leitung von Daniel Laukner.

Diese Möglichkeit ergab sich im Rahmen des Wettbewerbs“ Chef für 1-Tag“, an dem der Politik- und Wirtschaftsleistungskurs der Q1 bereits im letzten Jahr teilgenommen hatte und sich als Wettbewerbssieger durchsetzen konnte.

„Der Chef eines der größten deutschen Dienstleistungsunternehmen? Der muss ja unglaublich streng und verklemmt sein!“, vermuteten die Schüler und Schülerinnen der Marienschule! Doch genau von dem Gegenteil konnte Richard Jager die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses überzeugen. Er schaffte dies, indem er ihnen unter anderem das „Du“ anbot, sein Jacket sofort ablegte, als die Diskussionsrunde begann und immer wieder Distanz abbaute, indem er private Einblicke in sein Leben bot.

Die Runde wurde durch die beiden Moderatorinnen Chiara Neukirch und Laura Eckholz geleitet, welche mit Hilfe ihrer Klassenkameraden durch die Themengebiete führten.

Einen Schwerpunkt legten die beiden Schülerinnen auf der besonders in Deutschland oft stark kritisierten Zeitarbeit. Herr Jager versicherte, dass sich unter seinen 60.000 externen Mitarbeitern größtenteils“ glückliche Mitarbeiter“ befinden würden und er definitiv keinen „Sklavenbetrieb“ leiten würde. Des Weiteren sprach der Niederländer sich für einen verbesserten Ruf der Zeitarbeit aus, denn besonders in Deutschland hätte die Zeitarbeit einen vergleichsweise schlechten Leumund.

Die Frage nach seinem Führungsstil stieß bei Richard Jager auf ziemlich große Resonanz. Er berichtete von regelmäßigem, respektvollem Kontakt bzw. transparentem Austausch, besonders auch zu seinen externen Mitarbeitern, einem freundlichen Umgangston und klaren Grenzen gegenüber rassistischen oder sexistischen Aussagen oder extremen Forderungen von Kunden. In diesem Kontext wurde auch klar, dass der CEO alle Fähigkeiten eines Menschen in seinem Beruf wertschätzt und die klassische Geschlechter- und Rollenverteilungen für ihn keine Rolle spielen. „Für ihn liege die Zukunft der Arbeit in Online-Meetings und der Vernetzung von Tätigkeiten von allen Plätzen der Welt aus.“, so Jager.

Gegen Ende erläuterte der Randstad-Chef seinen eigenen Werdegang. Er hat bereits in den Niederlanden und der Schweiz für Randstad gearbeitet und ist nun nach Deutschland gekommen. Über all die Jahre habe er als Hauptambition immer die Freude an seiner Arbeit gehabt, das Verdienen von Geld habe für ihn immer eine untergeordnete Rolle gespielt. „Man soll bei all dem Geld und der Verantwortung immer sich selbst treu bleiben.“

Richard Jager bedankte sich am Ende für die lebhafte Diskussionsrunde und lobte die Schülerinnen und Schüler für ihre spannenden und kritisch formulierten Fragen. Wie begeistert er war, ist im offiziellen Video von "Chef für 1 Tag" zu sehen.

(Bericht: Maria Förger)