Im Rahmen der Diskussion um die zukünftige Verkehrsführung in der Graupfortstraße hatte die Klasse 6b der Limburger Marienschule der Stadtverordnetenversammlung zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation gemacht – mit Erfolg, wie bei einem Gespräch mit dem Ersten Stadtrat Michael Stanke, Ordnungsamtsleiter Paul Müller sowie den Verkehrspolizisten Frank Zimmer und Rainer Becker deutlich wurde. Umgesetzt wurden seitens der Stadt bereits deutlichere Hinweise auf Tempolimit und Halteverbot im Bereich der Schule, auch auf dem Neumarkt hat sich auf Anregung der Schülerinnen etwas getan. Darüber hinaus kündigte Ordnungsamtsleiter Paul Müller strengere Kontrollen in der Graupfortstraße an – sowohl im Hinblick auf das Tempolimit als auch auf die Einhaltung des Halteverbots sollen Überprüfungen stattfinden, um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler der Marienschule zu erhöhen. Zudem diskutierten die Vertreter von Stadt und Polizei mit den Schülerinnen und der Schulleitung darüber, wie man weitere Vorschläge der 6b und der Schule umsetzen kann.  

„Wir Schülerinnen der Klasse 6b haben uns gemeinsam mit unserer Klassenlehrerin Frau Sagmeister mit der Verkehrssituation rund um unserer Schule auseinandergesetzt und möchten Ihnen unsere Beobachtungen und Verbesserungsvorschläge für Ihre weiteren Beratungen zukommen lassen“, so hatten die Marienschüler ihren Brief an die Stadtverordneten eingeleitet. Nachdem sie sich die Situation genau angeschaut hatten und sich einige Kritikpunkte fanden, diskutierten die Schülerinnen über mögliche Lösungen dieser Probleme, ihrer Umsetzung und skizzierten die geplanten Veränderungen. Die zentralen Punkte waren unter anderem der zu schmale Bürgersteig, die Raserei und die vom Neumarkt kommenden Autos, die die Sicherheit der Fußgänger gefährden. Außerdem kritisierten die Mädchen die Verschmutzung des Neumarkts durch Hundekot und Autos. Eine Lösung hierfür fände sich in dem Abschaffen der Parkplätze auf dem Neumarkt, die nicht nur die Verkehrssituation entlasten, sondern auch die Neugestaltung des Neumarkts ermöglichen würde. Des Weiteren schlug die Klasse regelmäßige Kontrollen, die Erweiterung des Bürgersteigs und die Einrichtung einer Tempo 30- Zone vor.

Das Schreiben stieß auf Anklang, wie nicht nur bei dem Besuch in der Marienschule deutlich wurde. Bei einem „Arbeitsessen“ in der Mensa der Schule diskutierten der Erste Stadtrat Michael Stanke, Ordnungsamtsleiter Paul Müller sowie die Verkehrspolizisten Frank Zimmer und Rainer Becker mit den Sechstklässlerinnen. Die Schülerinnen zeigten große Begeisterung und debattierten in entspannter Atmosphäre über ihre Vorschläge. Auch Schulleiterin Dr. Henrike Zilling sowie der stellvertretende Schulleiter Dirk Fredl setzten sich an den Tisch, um nochmals über die prekäre Situation zu sprechen und weitere Verbesserungsideen anzusprechen.

Nach dem Mittagessen verlegte man die Argumentationen in den Klassenraum der 6b. Die Klassensprecherinnen Frederike Herrmann und Sherine Ahlbach fassten ihren Brief noch einmal kurz zusammen und bedankten sich für die Realisierung der Tempo 30-Zone, der Halteverbotszone sowie der Beutel für Hundekot auf dem Neumarkt. Nun sei die Frage, was in absehbarer Zeit noch verbessert werden könnte.

Michael Stanke stimmte den Schülerinnen in vielen Punkten zu und bestätigte, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen aufgrund der Unachtsamkeit einiger Autofahrer komme. Deshalb sei ein möglicher Punkt für ihn die Abschaffung der Parkplätze auf dem Neumarkt, die viele positive Resultate mit sich bringe. Zwar könne der Platz aufgrund der Anwohner und der Geschäftsbesitzer nicht autofrei werden, aber auch so könne es die Umgebung entlasten und zur Sicherheit vor der Schule beitragen. Der Verkehrspolizist Frank Zimmer erzählte anschließend, dass er das Geschehen vor der Schule einige Zeit beobachtet habe. Hierbei sei ihm negativ aufgefallen, dass viele Schüler die Ampel nicht beachteten, positiv hingegen sah er die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung vieler Verkehrsteilnehmer. Rainer Becker ergänzte, dass es auf den Bürgersteigen oft zu Rempeleien und Gedränge komme. Hier sei auch das Verhalten der Schülerinnen und Schüler entscheidend, betonte der Erste Stadtrat Michael Stanke. Er appellierte außerdem an die Schüler, ihre Eltern über die Probleme des Verkehrs aufzuklären und von ihnen die strenge Einhaltung der Regeln zu erwarten. Zur Unterstützung stehe auch die Verbreiterung des Bürgersteigs zur Diskussion, damit könne aber voraussichtlich erst ab 2016 gerechnet werden. „Die neuen Schilder stellen aber keine Garantie für einen sichereren Schulweg dar“, gab Ordnungsamtsleiter Paul Müller zu bedenken. Er sieht eine Geschwindigkeitsanzeige, die die Geschwindigkeiten zudem über einen Zeitraum dokumentiert, als sinnvoller an. Müller sagte zu, dass das Ordnungsamt in den kommenden Wochen und Monaten sowohl die Einhaltung des Tempolimits als auch die des Halteverbots kontrollieren werde, um die Verkehrssicherheit vor der Schule zu erhöhen.

Zum Schluss bedankten sich alle Beteiligten noch bei den Schülerinnen für ihr großes Engagement. Der Erste Stadtrat Michael Stanke zeigte sich erfreut: „Sich mit einem Thema so intensiv auseinander zu setzen und sich Lösungsvorschläge zu überlegen, sich Gedanken zu machen über etwas, das einen direkt angeht, quasi vor der Haustür liegt, nenne ich sinnvolles Einmischen. Ich bin begeistert von eurem Engagement und bedanke mich für eure nützlichen Denkanstöße!“ Auch die anderen Teilnehmer der Diskussion stimmten zu und lobten die große Bereitschaft der Schüler. Schulleiterin Dr. Henrike Zilling zeigte sich erfreut über die große Bereitschaft der Stadt, auf die Interessen der Schule einzugehen, und versprach, auch zukünftig mit den städtischen Gremien gut kooperieren zu wollen, um die Situation in der Innenstadt gemeinsam verbessern zu können.   (Kim Haney/Ke)