Am Sonntag, dem 14. Oktober wurde die Ordensgründerin der Armen Dienstmägde Jesu Christi, Maria Katharina Kasper, die auch unsere Schulgründerin ist, in Rom von Papst Franziskus heiliggesprochen. Rund 150 Schülerinnen und Schüler sowie Familienangehörige und Lehrer hatten sich aus diesem Anlass auf den Weg in die Ewige Stadt gemacht, um an diesem denkwürdigen Ereignis teilzunehmen.

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Während dieser fünftägigen Pilgerfahrt erwartete uns ein Höhepunkt nach dem anderen. Zu Beginn dieser eindrucksvollen Tage feierte am Samstagvormittag Kardinalpriester Angelo Comastri einen bewegenden Gottesdienst zu Ehren Katharina Kaspers mit unserer Pilgergruppe von der Marienschule am Hauptaltar des Petersdoms. Die Mitzelebranten waren Weihbischof Dr. Thomas Löhr und der Generalvikar des Bistums Limburg, Wolfgang Rösch. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Eltern trugen durch das Messdienen, selbstverfasste Fürbitten oder die Lesung ihren Teil zu der bewegenden Messe bei. Musikalisch wurde diese vom „Coro del Vicariato Vaticano“ (Vatikanstaat) gestaltet.

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Höhepunkt der Pilgerfahrt war dann die Heiligsprechung der Ordensgründerin Katharina Kasper und weiterer sechs vorbildlicher Glaubenszeugen. So feierten wir gemeinsam mit rund 70.000 anderen Gläubigen aus der ganzen Welt diese Messe auf dem Petersplatz. Aufgestanden waren wir an diesem besonderen Festtag bereits vor sechs Uhr in der Frühe. Mit genügend Proviant versorgt, ging es dann für uns Pilger in Reisebussen zum Petersplatz. Um auf diesen überhaupt zu gelangen, mussten alle 70.000 Pilger zweifache Sicherheitschecks durchlaufen. Dieses Prozedere bedeutete schon im Voraus endlose Menschenschlangen und stundenlanges geduldiges Warten rund um den Petersplatz und das bei späteren Temperaturen von 27 Grad. Durch den großen Andrang konnte die Sitzplatzreservierung für das Bistum Limburg nicht mehr eingehalten werden, sodass sich jeder einen geeigneten Platz im Gedränge suchen musste. Dann war wieder Geduld angesagt, denn der Gottesdienst begann ja erst um 10.30 Uhr und wurde in italienischer Sprache gehalten.
Die Menschen der verschiedenen Nationen sprachen die Gebete, wie zum Beispiel das „Vater unser“ in ihrer jeweiligen Muttersprache. Dies erzeugte Nationen übergreifend ein tiefes Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Nach der eigentlichen Heiligsprechung applaudierten alle, fielen sich in die Arme und hatten oftmals Tränen in den Augen. Es war ein bewegender Moment, der alle Anstrengungen des Tages vergessen ließ.
Am Montag feierte dann Bischof Dr. Georg Bätzing mit allen Pilgern des Bistums einen Dankgottesdienst in der Kirche Sant’ Ignazio di Loyola. Hier wurde nochmals auf das Lebenswerk von Katharina Kasper, der ersten Heiligen des Bistums, eingegangen.

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Neben der Teilnahme an den heiligen Messen hatten wir Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, kulturelle Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Viele Teilnehmer besichtigten den Petersdom, das Kolosseum, die Engelsburg, oder das Pantheon. So konnte das Leben der alten Römer mit dem Wissen aus dem Geschichts- und Lateinunterricht anschaulich verknüpft werden.

(Bericht: Hannah Böcher, Fotos: Sagmeister/Zuleger/Stauber/Quint)

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Unsere Reise begann am 12.10.2018 am Frankfurter Flughafen. Dort starteten wir am Freitag um 15:40 mit einem Airbus 321 der Lufthansa in Richtung Rom Fiumicino. Von dort aus wurden wir dann mit einem Bus zu unserem Hotel San Giuseppe House gebracht. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und die Koffer ausgepackt hatten, ging es zum Essen.

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Am Samstag wurden wir nach dem Frühstück mit einem Bus zum Petersdom gefahren. Dort feierten wir am Kathadra-Altar, dem Hauptaltar des Petersdoms, eine Hl. Messe, die von Kardinal Comastri und unserem Weihbischof Dr. Thomas Löhr zelebriert wurde. Außerdem hatten wir das Glück, im Gottesdienst mitwirken zu können. Leon durfte eine Fürbitte vorlesen, die er vorher im Flugzeug selbst formuliert hatte. Dafür musste er eine extra Laufprobe machen. Julian durfte Messdienen, doch die Ausstattung im Petersdom ist eingeschränkt: Zwar hat jeder Kardinal sein eigenes Gewand, aber es gibt nur wenige Messdienergewänder in kleineren Größen. Drei unserer Messdiener hatten deshalb kein passendes Gewand und dienten „in Zivil“. Während der Wandlung wurden einige von uns Messdienern mehrfach hin- und hergeschoben, bevor wir richtig standen. Wir bekamen auch genau erklärt, wie wir einziehen mussten.

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Die Sakristei im Petersdom ist riesengroß. Es gibt dort eine kleine Kuppel und einen eigenen Altar. Wir Messdiener machten dann noch nach dem Gottesdienst mit dem Kardinal und unserem Weihbischof in der Sakristei ein Erinnerungsfoto. Dieser Gottesdienst im Petersdom war für uns alle ein ziemlich aufregendes und einmaliges Erlebnis.
Nach dem Gottesdienst haben sich unsere beiden Wege dann getrennt. Leon ging zu den Carracalla-Thermen, Julian besichtigte den Petersdom und fuhr zu den Callisto-Katakomben. Abends haben wir dann noch zusammen in einem Restaurant in Termini, dem Hauptbahnhof Roms, gegessen.
Am nächsten Tag, dem Tag der Heiligsprechung, gab es morgens schon um 6 Uhr Frühstück. Daraufhin wurden wir von einem Bus abgeholt und zum Petersplatz gefahren. Allerdings mussten wir noch ca. 2 Stunden anstehen, um auf den Petersplatz zu kommen. Als wir endlich einen Platz gefunden hatten, schlugen wir unser Lager auf und warteten mit rund 70.000 Menschen aus der ganzen Welt darauf, dass der Papst kam und der Gottesdienst beginnen konnte. Insgesamt dauerte dieser Heiligsprechungs-Gottesdienst über 2 Stunden, was doch ziemlich lang war. Aber es war ein beeindruckendes Erlebnis.
Nach der Heiligsprechung starteten wir einen Trip zu Fuß durch Rom, vorbei an der Engelsburg, der Piazza Navona, dem Pantheon und dem Trevi-Brunnen, bis zur Spanischen Treppe. Von dort fuhren wir mit der Metro zurück zum Hotel.

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Am Montagmorgen gingen wir mit Frau Sagmeister auf den Aventin, einem der sieben Hügel Roms. Wir sahen durch das Schlüsselloch vom Sitz des Malteserordens, welches einen wunderbaren Ausblick bereithält, den man aber nicht beschreiben darf (muss man selbst durchgucken). Anschließend gingen wir in ein Kloster auf dem Aventin, besuchten die Kirche St. Sabina und besuchten danach den Orangengarten, von dessen Begrenzungsmauer aus man einen wunderbaren Blick über ganz Rom hat. Wir verabschiedeten uns von Frau Sagmeister und fuhren mit der Metro zum Trevi-Brunnen, wo wir uns wieder aufteilten: Leon ging zum Mittagessen mit Bischof Georg Bätzing, Julian ging zur Asterix-Führung durch das Kolosseum und das Forum Romanum. Wir lernten etwas über die alten Spiele der Römer und wie das Kolosseum damals aussah. Zum Schluss bekamen wir noch etwas über das Forum Romanum erzählt. Am Abend gab es noch eine „Pasta Party“, zu der Herr Dr. Courtial alle Pilger der Marienschule in ein großes römisches Gasthaus eingeladen hatte.

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Am Dienstag konnten wir morgens etwas länger schlafen, mussten aber auch noch für die Rückreise packen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen und flogen um 13:25 Uhr wieder zurück nach Frankfurt.
Wir beide fanden die Reise nach Rom sehr schön und werden sie immer in guter Erinnerung behalten.

(Bericht: Julian Quint und Leon Stauber, Fotos: Sagmeister/Zuleger/Stauber/Quint)