Kurz vor Ausgabe der Zeugnisse und dem Beginn der lang ersehnten Sommerferien hat sich am Nachmittag des 21. Juni 2018 das gesamte Kollegium der Marienschule in der Aula versammelt, um insgesamt elf seiner Mitglieder zu verabschieden – aber auch, um eine unter ihnen für ihre langen Dienste im Lehrberuf zu ehren.

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Für die Lehrkräfte und Mitarbeiter der Marienschule Franziska Baumann, Lisa Böcker, Norman Brahm, Marita Bürgermeister, Anne Horn, Michael Horz, Mechthild Kaiser-Weil, Albrecht Kauschat, Pfarrerin Jutta Pfannkuch, Reinhard Schardt und Alina Volk bildete der Gang in die Aula der Marienschule am Donnerstagnachmittag den letzten als Mitglieder des Schulkollegiums. Helga Martin hingegen sollte für ihre langen Dienste als Lehrerin im Bistum Limburg geehrt werden. Zu diesen Feierlichkeiten fanden sich neben ihren aktuellen auch ehemalige Kollegiumsmitglieder sowie ehemalige Schülerinnen aus ehemaligen Chemieleistungskursen von Herrn Horz ein, um diesen besonderen Moment mit den Betroffenen zu teilen.

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Mit einem fulminanten musikalischen Auftakt eröffnete die Concert-Band der Schule unter der Leitung von Christoph Pabst die letzte Großveranstaltung des Schuljahres 2017/2018. Schulleiterin Dr. Henrike Maria Zilling begann die Veranstaltung anschließend mit der Ehrung von Helga Martin. Im beruflichen Zweig des Gymnasiums tätig, nehme die seit nunmehr 25 Jahren im Bistum Limburg tätige Lehrerin wichtige Funktionen wahr. Als Gestalttherapeutin habe sie im Umgang mit den angehenden Sozialassistenten hohe Empathiefähigkeiten bewiesen. Ihr sei es zu verdanken, dass auch Schüler mit schwierigem sozialem Hintergrund ihre Ausbildung nicht nur zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht, sondern anschließend auch die Fachholschulreife erfolgreich absolviert hätten. In ihrer Arbeit habe sie den Fokus vor allem auch auf die Unterrichtsentwicklung und die Prävention gelegt und gelte als kollegialer, offener und freundlicher Mensch. Für ihre langjährige Arbeit im Bistum wurde Helga Martin abschließend mit der Bistumsmedaille geehrt.

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Die erste Verabschiedung übernahm die Leiterin der Fachschule, Birgit Reis. Mit Marita Bürgermeister, die seit dem ersten September 2005 sowohl in Teil- als auch in Vollzeit an der Marienschule das Fach Pflege unterrichtet habe, verliere die Schule eine sehr kompetente und liebenswerte Lehrkraft. Frau Bürgermeister sei gerade im Bereich der Heilerziehungspflege gemeinsam mit Detlef Kraut ein eingespieltes Team gewesen. Hierbei hob Birgit Reis besonders die Vertretung der Schule durch Marita Bürgermeister in der Landesarbeitsgemeinschaft katholischer Schulen in diesem Bereich hervor. Auch sonstige Organisationen von Veranstaltungen der Fachschule seien erst durch ihren Einsatz reibungslos verlaufen. Wilfried Dahlem als Mitarbeitervertreter beschrieb seine Kollegin als warmherzige Person, die bei ihren Schülern sehr beliebt gewesen sei. Er und Birgit Reis wünschten Marita Bürgermeister für die Zukunft, die sie gemeinsam mit ihrer Familie gestalten werde, alles Gute.

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Frau Dr. Zilling fuhr mit der Verabschiedung von Anne Horn fort. Auf die Frage, wie sie auf ihr Berufsleben an der Marienschule zurückblicke, habe die nunmehr pensionierte Lehrerin für Biologie und Englisch ihre Laufbahn als „enorm“ bezeichnet. Bis in das Jahr 2014 habe sie mit einer einzigen Ausnahme immer eine Klassen- oder Kursleitung gehabt und auch unzählbare Biologie- sowie Englisch-Leistungskurse erfolgreich zum Abitur gebracht. Ihre schwere Krankheit, die sie 2014 ereilte, habe Anne Horn erfolgreich überstanden. Ihr verdanke die Schule auch einen Schüleraustausch mit Salisbury. Zudem habe sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Ulrike Oligmüller über Jahre den Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika aktiv organisiert und begleitet. Praktikanten habe sie stets gewissenhaft betreut und ihnen die Praxis des Lehrberufs, die sie selbst in ihrem Studium vermisst habe, nähergebracht. Doch auch im Kollegium habe Anne Horn mit ihren „Dönekens“, ihren Geschichtchen, wie die Vorsitzende der MAV, Maria Möller, für das anwesende Publikum übersetzte, immer wieder für gute Laune gesorgt und ihre Mitmenschen zum Lachen gebracht. Auch wenn die Zeit als aktive Lehrerin nun vollendet sei, so könne sich Anne Horn auf umso mehr Reisen in den Norden freuen, wofür ihr die gesamte Schulgemeinde alles Gute wünscht.

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Ebenfalls eine Sprache und eine Naturwissenschaft unterrichtete für viele Jahre Michael Horz an der Marienschule, dessen Verabschiedung ebenfalls für diesen Tag angesetzt war. Mit den Fächern Deutsch und Chemie sei es ihm gelungen, seine Schüler nachhaltig zu begeistern, was der stellvertretende Schulleiter Dirk Fredl in seinen Worten des Abschieds an seinen Kollegen konstatierte. Mit Bezügen zu musikalischen Hits in den jeweiligen Jahren gab er noch einmal die wichtigsten Etappen aus dem Leben des aus Wetzlar stammenden Lehrers wieder.  In all den Jahren habe Michael Horz nicht nur bereits vier Jahre nach seinem Examen und seiner Eheschließung mit seiner Frau Marlis den Titel des Studienrats auf Lebenszeit erlangt, 1983 habe er nach seinem Referendariat für damalige Verhältnisse ungewöhnlich schnell einen Lehrauftrag an der Marienschule Limburg erhalten, dem Michael Horz bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn mit bestem Wissen und Gewissen nachgegangen sei. In dieser Zeit habe er nicht nur vielen Schülerinnen mit seiner Leidenschaft für die Chemie anstecken können. Michael Horz sei auch aus koordinatorischer Sicht als Fachsprecher und Sammlungsleiter der Chemie sowie langjähriger Berater von Schülerinnen durch seine aktive Mitarbeit in der Studien- und Berufsberatung eine große Bereicherung für die Schule gewesen. Darüber hinaus wies Fredl auch auf die Surfkurse hin, die sein Kollege über viele Jahre immer wieder für Oberstufenkurse angeboten und erfolgreich durchgeführt habe. Dass mit Michael Horz ein, bei seinen Schülern sehr beliebter Lehrer nunmehr die Schulzeit hinter sich lässt, zeigte sich Abschiedsworten von Anna Bolok, einer ehemaligen Schülerin des Abiturjahrgangs 2017. Sie sowie einige andere ehemalige Schülerinnen aus den vergangenen Chemie-Leistungskursen ließen es sich nicht nehmen, die „Koryphäe der Chemie“ persönlich zu verabschieden. Maria Möller hob nochmals seinen festen Platz im Schulkollegium hervor, wo Michael Horz als „Initiator der Skatbruderschaft“ auch in Zukunft stets willkommen sein werde. Mit den Worten: „Da ist das Ding!“, nahm Michael Horz glücklich seine Urkunde, die seinen Ruhestand offiziell beglaubigt, entgegen. Zum Ende der Veranstaltung richtete er selbst nochmal das Wort an die versammelten Gäste. Obwohl er zunächst unentschlossen und etwas kritisch die freie Stelle an der Marienschule mit einer zweiten Wahloption im Hintergrund angenommen hätte, sei letztere offensichtlich doch für ihn selbst verfallen. Dies begründete Horz mit der „weltoffenen und freundlichen Art der Schwestern“, sowie der Verwirklichung seines Traums, dem Nachgehen des Lehrberufs. Die freundlichen Kollegen sowie seine Schülerinnen hätten ihm die Zeit an der Marienschule sehr angenehm gestaltet, weshalb er gerne seinen Lehrauftrag an der Marienschule ausgeführt habe.

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Ebenfalls in den Ruhestand verabschiedete die Schulgemeinde Albrecht-Kurt Kauschat. Der seit 1981 an der Marienschule beschäftigte Lehrer für Sport, Politik, Geographie sowie Geschichte gelte nicht nur aufgrund seiner Vielzahl an Unterrichtsfächern als großer Gewinn für die Marienschule. Großes Engagement habe Albrecht Kauschat vor allem in der Förderung der Unter- und Mittelstufenschüler gezeigt. Dr. Henrike Zilling hob hierbei besonders seine Unterstützung der Tischtennis-AG der Schule, seinem Mitwirken in der Schach-AG, dem zwei Vize-Meistertitel zu verdanken seien sowie seine langjährige Funktion als Vertrauenslehrer, die er gemeinsam mit seinem damaligen Kollegen Thomas Lebeda ausgeführt habe, hervor. Ihm sei es ein besonderes Anliegen gewesen, seinen Schülern fächerübergreifend die Geschichte ihrer Heimat näherzubringen, was seine häufigen Exkursionen zur Gedenkstätte Hadamar, in die Bundeshauptstadt Berlin oder auch in das Haus der Geschichte in Bonn gezeigt hätten. Maria Möller hob die Lehrkompetenzen ihres Kollegen und Mitglied der zuvor bereits benannten Skatbruderschaft nochmal sehr deutlich hervor, als sie dessen Einsatz als Coach des Lehrervolleyballteams benannte. Seinen Karten würden nun „neu gemischt“, doch freue sich die gesamte Schulgemeinde, dass ihr langjährige und liebgewonnener Kollege Albrecht Kauschat auch in Zukunft aktiv als Betreuer in der Schuloase tätig sein werde, was sowohl für die Schüler als auch die Schule bereits in den vergangenen Jahren ein großer Gewinn gewesen sei.

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Nicht in den Ruhestand, sondern nach Berlin-Charlottenburg verabschiedete man an diesem Tag Pfarrerin Jutta Pfannkuch. Seit 2012 an der Schule tätig, unterrichtete Frau Pfannkuch nicht nur das Fach evangelische Religion. Sie habe auch bedeutsame seelsorgerische Arbeit für Schülerinnen, deren Eltern schwer erkrankt waren, geleistet und diese „bis in den Himmel begleitet“. Ihre Ideen, wie unter anderem die Vision eines Oberstufencafés, hätten wichtige Beiträge im Bezug auf die Entwicklung der Schulgemeinschaft geleistet. Jutta Pfannkuch äußerte selbst, dass sie immer sehr gerne an der Marienschule tätig gewesen sei und hier das Gefühl dazuzugehören stets verspürt habe. Dies sei ihr besonders deutlich geworden, als sie während ihren beiden schweren Gesundheitsschlägen auf die Genesungskarte des Kollegiums für sie geblickt habe. Maria Möller betonte ebenfalls noch einmal den Ideenreichtum, den ihre Kollegin an die Schule gebracht habe. Sie und alle anderen Mitglieder der Schulgemeinschaft wünschten Jutta Pfannkuch für ihren neuen, überwiegend pfarreibezogenen Tätigkeiten in ihrer neuen Gemeinde alles Gute.

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Dass die Marienschule für Reinhold Schardt ein zweites Zuhause gewesen sei, zeige der Umstand, dass der nunmehr in den Ruhestand verabschiedete Mathe- und Physiklehrer das ein um das andere Mal versucht habe, die Schultore mit seinem eigenen Haustürschlüssel zu öffnen. Mit 40 Dienstjahren habe Reinhold Schardt noch vor Michael Horz als Dienstältester an der Schule gezählt. Er habe nicht nur den Wandel der Schule von einer „von Schwestern bevölkerten Schule“ zu einer „schwesterlosen Schule“ miterlebt. Auch der Wandel der Schulmedien, die immer mehr durch digitale Formen beeinflusst würden, stelle einen Entwicklungsprozess dar, den Reinhold Schardt durch seine jungen Kollegen mitbekommen habe. Er selbst habe jedoch lieber auf das „direkteste und flexibelste Unterrichtsmedium“, die Tafel zurückgegriffen. Maria Möller bedankte sich darüber hinaus für sein Engagement rund um die Organisation und Durchführung des Mathematikwettbewerbs der 8. Klassen an der Schule. Für seine neugewonnene Freizeit, die er mit seiner Leidenschaft für die Sterne noch mehr als bislang ausfüllen könne, wünschte sie ihm nur das Beste.

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Nach nur einem Jahr musste sich die Marienschule auch von ihrer, in dieser kurzen Zeit sehr liebgewonnenen Kollegin Sandra Erbe verabschieden. Birgit Reis hob in diesem Kontext vor allem ihre Teamfähigkeit und ihr großes Engagement bei der Organisation der Projektwoche der Fachschule, gemeinsam mit Detlef Kraut, hervor. Sie sei jemand mit Herz, weshalb Sandra Erbe symbolisch als kleines Dankeschön noch ein herzförmiger Teelichthalter überreicht wurde. Birgit Reis wie Wilfried Dahlem wünschten das Beste für ihren weiteren beruflichen und privaten Weg.

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Auch Alina Volk durfte das Kollegium nur für ein halbes Jahr als Mitglied begrüßen. Mit den Fächern Deutsch, Französisch und evangelische Religion hätte sie die bestehende Nachfrage überaus kompetent und zuverlässig gedeckt, weshalb die Schulleitung sie nur ungern verabschiede. Ihre Beweggründe, die Anreise tagtäglich aus Koblenz bis nach Limburg, könne sie jedoch verstehen. Andrea Rückel bedauerte im Namen des gesamten Kollegiums die kurze Zeit, die ihnen für ein näheres Kennenlernen ihrer neuen Kollegin zur Verfügung gestanden hätten. Für ihre neue Stelle in Andernach wünschte die versammelte Gemeinschaft Alina Volk dennoch viel Erfolg und alles Liebe.

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Doch nicht nur aktive Kollegiumsmitglieder, auch weitere wichtige Mitarbeiter der Schule wurden an diesem Donnerstagnachmittag verabschiedet. So auch Schulsozialarbeiterin Franziska Baumann. Da ein Kind rund 2/3 seiner Kindheit in der Schule verbringe, bilde diese Arbeit einen wichtigen Bestandteil in der Begleitung der Kinder während ihrer Entwicklung. Ihrer Arbeit sei sie dabei gewissenhaft und in enger Zusammenarbeit mit der Schuloase nachgegangen. Darüber hinaus habe sie die Klassenlehrer der Schule durch ihre Tätigkeiten erheblich entlastet, wofür sich das Kollegium sehr bei ihr bedanke. Ihre neue Aufgabe im Grundschulbereich sei nicht weniger anspruchsvoll, jedoch für sie selbst, als Mutter zweier kleiner Kinder, vielleicht etwas entlastender. Zum Abschied bekam Franziska Baumann noch ein selbstgemachtes Geschenk des Kollegiums von Thomas Klein, dem Leiter der digitalen Helden der Schule, überreicht.

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Als Unterstützung für die Schulsozialarbeit aber auch bei organisatorischen Angelegenheiten oder der Begleitung von körperlich eingeschränkten Schülerinnen immer zur Stelle stehend war Lisa Böcker im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres ein wahrer Gewinn für die Schule. Der Abschied fiel daher recht schwer, auch wenn Freude darüber aufkam, dass Lisa auch in Zukunft in der sozialen Branche tätig sein wolle und bereits nach den Sommerferien noch ein zweimonatiges Praktikum an der Schule absolvieren werde. Sie erhielt als Dankeschön für die Unterstützung im vergangenen Jahr einen kleinen Kräutergarten für ihre eigenen vier Wände überreicht. Im Anschluss daran richtete Frau Dr. Zilling ihre Glückwünsche aber auch ihre Worte des Abschieds noch an Norman Brahm, der sein Referendariat erfolgreich an der Marienschule absolviert hat und zum Schuljahresende ebenfalls gegangen ist.

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(Bericht: Nadine Seif, Fotos: MM)