Melissa Ajdini ist Deutschlandstipendiatin. Die Abiturientin des Jahrgangs 2018 studiert seit Herbst an der Hochschule Fresenius – und kommt ab sofort in den Genuss der bundesweiten Förderung.

Ajdini Stipendium 2018
Seit 2011 nimmt die Hochschule Fresenius in Idstein, die mit der Marienschule kooperiert, an einem Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums teil, welches Deutschlandstipendien an Studierende vergibt. Aus diesem Grund verlieh der Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Tobias Engelsleben, in einer feierlichen Zeremonie zu Beginn des aktuellen Semesters die diesjährigen Deutschlandstipendien den hochschulweit 78 von 12.000 Studenten. Drei Viertel der Förderungen gingen dabei an Frauen, darunter auch Melissa Ajdini, die in diesem Jahr ihr Abitur an der Marienschule absolvierte. Sie studiert nun im 1. Semester des Studienganges „angewandte Chemie“ im Fachbereich Biologie und Chemie. Für Studenten im Erstsemester sei es relativ selten, eines der begehrten Deutschlandstipendien zu erhalten, bei dem die Studenten ein Jahr lang mit 300€ pro Monat finanziell unterstützt werden.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch die Stipendienkommission der Hochschule Fresenius in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen, wie der Dekan des Fachbereichs Chemie & Biologie, Thorsten Daubenfeld, erzählt. Gefördert werden Studenten mit überdurchschnittlichen Leistungen, ebenso werden ehrenamtliche Tätigkeiten sowie gesellschaftliches, soziales und politisches Engagement berücksichtigt. Auch die Übernahme von Verantwortung in Religionsgemeinschaften, Verbänden und Vereinen werde positiv honoriert. Insgesamt 39 Förderer, bestehend aus Unternehmen, Institutionen, Praxen und Privatleuten sowie dem Bundesbildungsministeriums, unterstützen die Studenten. Prof. Dr. Engelsleben verdeutlichte dabei, dass es „eigentlich nichts wichtigeres gibt, als in Bildung zu investieren“, da es hierzulande einige Lücken bei der Finanzierung von Bildung gebe.

Melissa nahm an einem Schnuppertag der Hochschule im Fachbereich Biologie & Chemie teil und kam dabei mit den Studenten ins Gespräch. „Da ich da schon wusste, dass die Hochschule monatliche Studiengebühren erhebt, habe ich mich erkundigt, wie sie das finanziell alles bewerkstelligen. Zwei Studierende haben mir dann erzählt, dass sie das Deutschlandstipendium erhalten. Daraufhin habe ich die Voraussetzungen für den Erhalt eben dieses recherchiert und es einfach mal versucht“, erzählt Melissa. Obwohl sie auch von ihren Eltern finanziell unterstützt wird, ergeben sich viele Vorteile durch das Stipendium, da sie sonst wahrscheinlich noch einen zweiten Nebenjob hätte annehmen müssen, um ein Leben rund ums Studium finanzieren zu können. Durch diese finanzielle Entlastung kann sie sich nun komplett auf ihr Studium konzentrieren. Da Melissa ihr 5. Semester im Ausland verbringen möchte, welches mit einigen Kosten verbunden ist, kann sie durch das Deutschlandstipendium jetzt schon sparen, sodass sie eine freie Auswahl bezüglich des Landes, der Wohnbedingungen und der Freizeitgestaltung hat.

„Ehrlich gesagt hätte ich nie damit gerechnet, dass ich es erhalten werde“ sagt Melissa und freut sich dementsprechend nun riesig. Bereits in der Schule hatte sie immer schon großen Spaß an Chemie, besonders bei Experimenten, da so neben der Theorie schon sehr viel Praxiswissen übermittelt wurde. Diese direkte Verknüpfung von Theorie und Praxis ist es, was Melissa an ihrem Studienfach so fasziniert, „so verbringe ich schon direkt im ersten Semester sehr viel Zeit im Labor“. Zusätzlich gebe es viele verschiedene interessante Bereiche im späteren Berufsleben wie die Herstellung neuer Medikamente oder die Kunststoffchemie. Man werde immer wieder herausgefordert, sich weiterzubilden und entdecke dabei sogar etwas Neues. Auch Thorsten Daubenfeld betont, dass Naturwissenschaft und Technologie die Zukunft in hohem Maß bestimmen werden, weshalb die Förderung begabter Nachwuchskräfte im Fachbereich Biologie & Chemie der Idsteiner Hochschule eine zentrale und wichtige Aufgabe sei.

,,Man kann nicht verleugnen, dass es Schüler/-innen gibt, die einfach ihre Talente im sprachlich-geisteswissenschaftlichen Bereich besitzen. Aber vor allem den jungen Schüler/-innen rate ich, sich anfangs auf die Naturwissenschaften einzulassen und sich damit mal in Ruhe befassen. Denn wenn man die Hintergründe einmal verstanden hat, kann eine Naturwissenschaft richtig Spaß machen! Und ermutigt eure Chemie- Lehrer immer wieder dazu, auch reichlich Experimente zu machen, denn am besten lernt man das, was man selbst macht!“ lautet Melissas Fazit, welches sie den Schülern ihrer ehemaligen Schule mit auf den Weg geben möchte.

(Bericht: Lorena Fladenhofer)

Am Freitag, dem 26. Oktober, fand an der Marienschule die Juniorwahl zur hessischen Landtagswahl statt.

In ganz Hessen waren 58.182 Schüler sämtlicher Schulformen wahlberechtigt. An der Marienschule gab es 280 stimmberechtigte Schülerinnen und Schüler, die ihre Erst- und Zweitstimmen im Wahlkreis Limburg-Weilburg I von 8 Uhr bis 11:15 Uhr im Wahllokal abgeben konnten. 90% der von ihren PoWi-Lehrern ab Klasse 8 angemeldeten Schülerinnen und Schüler nahmen ihr Stimmrecht wahr. Viele Schüler freuten sich, dass sie ein Mitspracherecht bekamen und gaben an, dass es wichtig sei sich für die Demokratie einzusetzen oder dass man die Möglichkeit Veränderungen anzustreben nutzen sollte.

Im Wahllokal erwarteten die Wahlhelfer des PoWi-Leistungskurses von Frau Menche die Erstwähler und zählten die Stimmen aus, welche bis zur Veröffentlichung des offiziellen Landtagswahlergebnisses unter Verschluss bleiben mussten.

Das Ergebnis an der Marienschule:

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Die Wahl stieß sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern auf großes Interesse, da die Schüler sich auf diese Weise intensiv mit dem Wahlsystem auseinandersetzen konnten. Alle erwarteten mit Spannung, welches Zeugnis die Marienschüler den Politikern ausstellten. Von besonderem Interesse war, wie die junge Generation im Vergleich zu den Erwachsenen die Politik wahrnimmt.

Das Ergebnis der Juniorwahl hessenweit:

Juniorwahl MS 2
Das Abschneiden der einzelnen Wahlkreise kann unter https://www.juniorwahl.de/landtagswahl-hessen-2018.html eingesehen werden.

(Bericht: Leonhard Höhler / MN)

Am Sonntag, dem 14. Oktober wurde die Ordensgründerin der Armen Dienstmägde Jesu Christi, Maria Katharina Kasper, die auch unsere Schulgründerin ist, in Rom von Papst Franziskus heiliggesprochen. Rund 150 Schülerinnen und Schüler sowie Familienangehörige und Lehrer hatten sich aus diesem Anlass auf den Weg in die Ewige Stadt gemacht, um an diesem denkwürdigen Ereignis teilzunehmen.

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Während dieser fünftägigen Pilgerfahrt erwartete uns ein Höhepunkt nach dem anderen. Zu Beginn dieser eindrucksvollen Tage feierte am Samstagvormittag Kardinalpriester Angelo Comastri einen bewegenden Gottesdienst zu Ehren Katharina Kaspers mit unserer Pilgergruppe von der Marienschule am Hauptaltar des Petersdoms. Die Mitzelebranten waren Weihbischof Dr. Thomas Löhr und der Generalvikar des Bistums Limburg, Wolfgang Rösch. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Eltern trugen durch das Messdienen, selbstverfasste Fürbitten oder die Lesung ihren Teil zu der bewegenden Messe bei. Musikalisch wurde diese vom „Coro del Vicariato Vaticano“ (Vatikanstaat) gestaltet.

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Höhepunkt der Pilgerfahrt war dann die Heiligsprechung der Ordensgründerin Katharina Kasper und weiterer sechs vorbildlicher Glaubenszeugen. So feierten wir gemeinsam mit rund 70.000 anderen Gläubigen aus der ganzen Welt diese Messe auf dem Petersplatz. Aufgestanden waren wir an diesem besonderen Festtag bereits vor sechs Uhr in der Frühe. Mit genügend Proviant versorgt, ging es dann für uns Pilger in Reisebussen zum Petersplatz. Um auf diesen überhaupt zu gelangen, mussten alle 70.000 Pilger zweifache Sicherheitschecks durchlaufen. Dieses Prozedere bedeutete schon im Voraus endlose Menschenschlangen und stundenlanges geduldiges Warten rund um den Petersplatz und das bei späteren Temperaturen von 27 Grad. Durch den großen Andrang konnte die Sitzplatzreservierung für das Bistum Limburg nicht mehr eingehalten werden, sodass sich jeder einen geeigneten Platz im Gedränge suchen musste. Dann war wieder Geduld angesagt, denn der Gottesdienst begann ja erst um 10.30 Uhr und wurde in italienischer Sprache gehalten.
Die Menschen der verschiedenen Nationen sprachen die Gebete, wie zum Beispiel das „Vater unser“ in ihrer jeweiligen Muttersprache. Dies erzeugte Nationen übergreifend ein tiefes Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Nach der eigentlichen Heiligsprechung applaudierten alle, fielen sich in die Arme und hatten oftmals Tränen in den Augen. Es war ein bewegender Moment, der alle Anstrengungen des Tages vergessen ließ.
Am Montag feierte dann Bischof Dr. Georg Bätzing mit allen Pilgern des Bistums einen Dankgottesdienst in der Kirche Sant’ Ignazio di Loyola. Hier wurde nochmals auf das Lebenswerk von Katharina Kasper, der ersten Heiligen des Bistums, eingegangen.

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Neben der Teilnahme an den heiligen Messen hatten wir Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, kulturelle Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Viele Teilnehmer besichtigten den Petersdom, das Kolosseum, die Engelsburg, oder das Pantheon. So konnte das Leben der alten Römer mit dem Wissen aus dem Geschichts- und Lateinunterricht anschaulich verknüpft werden.

(Bericht: Hannah Böcher, Fotos: Sagmeister/Zuleger/Stauber/Quint)

Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

Unsere Reise begann am 12.10.2018 am Frankfurter Flughafen. Dort starteten wir am Freitag um 15:40 mit einem Airbus 321 der Lufthansa in Richtung Rom Fiumicino. Von dort aus wurden wir dann mit einem Bus zu unserem Hotel San Giuseppe House gebracht. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und die Koffer ausgepackt hatten, ging es zum Essen.

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Am Samstag wurden wir nach dem Frühstück mit einem Bus zum Petersdom gefahren. Dort feierten wir am Kathadra-Altar, dem Hauptaltar des Petersdoms, eine Hl. Messe, die von Kardinal Comastri und unserem Weihbischof Dr. Thomas Löhr zelebriert wurde. Außerdem hatten wir das Glück, im Gottesdienst mitwirken zu können. Leon durfte eine Fürbitte vorlesen, die er vorher im Flugzeug selbst formuliert hatte. Dafür musste er eine extra Laufprobe machen. Julian durfte Messdienen, doch die Ausstattung im Petersdom ist eingeschränkt: Zwar hat jeder Kardinal sein eigenes Gewand, aber es gibt nur wenige Messdienergewänder in kleineren Größen. Drei unserer Messdiener hatten deshalb kein passendes Gewand und dienten „in Zivil“. Während der Wandlung wurden einige von uns Messdienern mehrfach hin- und hergeschoben, bevor wir richtig standen. Wir bekamen auch genau erklärt, wie wir einziehen mussten.

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Die Sakristei im Petersdom ist riesengroß. Es gibt dort eine kleine Kuppel und einen eigenen Altar. Wir Messdiener machten dann noch nach dem Gottesdienst mit dem Kardinal und unserem Weihbischof in der Sakristei ein Erinnerungsfoto. Dieser Gottesdienst im Petersdom war für uns alle ein ziemlich aufregendes und einmaliges Erlebnis.
Nach dem Gottesdienst haben sich unsere beiden Wege dann getrennt. Leon ging zu den Carracalla-Thermen, Julian besichtigte den Petersdom und fuhr zu den Callisto-Katakomben. Abends haben wir dann noch zusammen in einem Restaurant in Termini, dem Hauptbahnhof Roms, gegessen.
Am nächsten Tag, dem Tag der Heiligsprechung, gab es morgens schon um 6 Uhr Frühstück. Daraufhin wurden wir von einem Bus abgeholt und zum Petersplatz gefahren. Allerdings mussten wir noch ca. 2 Stunden anstehen, um auf den Petersplatz zu kommen. Als wir endlich einen Platz gefunden hatten, schlugen wir unser Lager auf und warteten mit rund 70.000 Menschen aus der ganzen Welt darauf, dass der Papst kam und der Gottesdienst beginnen konnte. Insgesamt dauerte dieser Heiligsprechungs-Gottesdienst über 2 Stunden, was doch ziemlich lang war. Aber es war ein beeindruckendes Erlebnis.
Nach der Heiligsprechung starteten wir einen Trip zu Fuß durch Rom, vorbei an der Engelsburg, der Piazza Navona, dem Pantheon und dem Trevi-Brunnen, bis zur Spanischen Treppe. Von dort fuhren wir mit der Metro zurück zum Hotel.

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Am Montagmorgen gingen wir mit Frau Sagmeister auf den Aventin, einem der sieben Hügel Roms. Wir sahen durch das Schlüsselloch vom Sitz des Malteserordens, welches einen wunderbaren Ausblick bereithält, den man aber nicht beschreiben darf (muss man selbst durchgucken). Anschließend gingen wir in ein Kloster auf dem Aventin, besuchten die Kirche St. Sabina und besuchten danach den Orangengarten, von dessen Begrenzungsmauer aus man einen wunderbaren Blick über ganz Rom hat. Wir verabschiedeten uns von Frau Sagmeister und fuhren mit der Metro zum Trevi-Brunnen, wo wir uns wieder aufteilten: Leon ging zum Mittagessen mit Bischof Georg Bätzing, Julian ging zur Asterix-Führung durch das Kolosseum und das Forum Romanum. Wir lernten etwas über die alten Spiele der Römer und wie das Kolosseum damals aussah. Zum Schluss bekamen wir noch etwas über das Forum Romanum erzählt. Am Abend gab es noch eine „Pasta Party“, zu der Herr Dr. Courtial alle Pilger der Marienschule in ein großes römisches Gasthaus eingeladen hatte.

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Am Dienstag konnten wir morgens etwas länger schlafen, mussten aber auch noch für die Rückreise packen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen und flogen um 13:25 Uhr wieder zurück nach Frankfurt.
Wir beide fanden die Reise nach Rom sehr schön und werden sie immer in guter Erinnerung behalten.

(Bericht: Julian Quint und Leon Stauber, Fotos: Sagmeister/Zuleger/Stauber/Quint)

Von Nasenbluten über Übelkeit bis hin zu offenen Wunden, die Sanitäterinnen und Sanitäter der Marienschule sind gewappnet. Denn um als Schülerin oder Schüler anderen helfen zu können, muss man einen umfangreichen Workshop zum Thema Erste Hilfe und Notversorgung besuchen, in dem man mit allen möglichen Notsituationen konfrontiert wird und sich ihnen zu stellen lernt. Das Konzept hat sich mehr als bezahlt gemacht, denn unter der Leitung von Detlef Kraut retteten die Schulsanitäter, kurz auch Sanis genannt, ein Leben, helfen aber auch bei alltäglichen Verletzungen: Sei es einem Lehrer mit den erforderlichen Wiederbelebungsmaßnahmen oder Schülern mit aufgeschürften Knien und offenen Wunden.

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Mit dem großartigen Engagement von Detlef Kraut, der aufgrund seiner langjährigen Erfahrung beim Rettungsdienst viel Wissen mitbringt, wurde der Sanitätsdienst an der Marienschule richtig groß und vor allem erfolgreich, was mehrere Auszeichnungen bei landes- und bundesweiten Wettbewerben eindrucksvoll unter Beweis stellen. Rund 30 Sanitätern und Sanitäterinnen sind im Alltag für die Schulgemeinde da – und es werden immer mehr, denn nach der Aussage eines Mitglieds rechnet man nach dem nächsten Workshop mit an die 50 Mitgliedern, also einem enormen Neuzugang.
Jederzeit kann man die Sanis in einer gesundheitlichen Notlage zu Rate ziehen. Seit Jahren gibt es dieses System schon und es hat sich bewährt, denn jede Schülerin und jeder Schüler ist froh in einer Notsituation jemand Erfahrenen zur Seite zu haben. Und wenn selbst ein Sani nicht mehr weiterweiß, gibt es immer noch Detlef Kraut, der als Betreuer mit Rat und Tat zur Seite steht. Das schweißt zusammen und führte bislang nicht nur zu erfolgreichen Einsätzen und Wettbewerbsteilnahmen, sondern auch zu einem eigenen Buch: Die Sanis der Marienschule haben vor drei Jahren ihr Wissen über Schulsanitätsdienste zu Papier gebracht und veröffentlicht – zwischenzeitlich ist die erste Auflage vergriffen… Kein Wunder, dass Sani-Leiter Kraut sehr zufrieden mit seinem Team ist und es als Freude beschreibt, mit den Schülerinnen und Schülern zusammenarbeiten zu dürfen. Diese Freude wird aber auch von den Sanis erwidert, denn sie machen ihren Job gerne und sind immer wieder gespannt, was als Nächstes auf sie zukommen wird. Laut eigenen Angaben finden sie eben diese Unwissenheit, was als Nächstes passiert, sehr reizvoll, außerdem sei das Bewusstsein, einem Menschen geholfen zu haben, einfach Gold wert.

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Somit geht ein großes Lob, viel Respekt und ein herzlicher Dank an Detlef Kraut und sein Team der Schulsanitäter, dafür, dass sie uns verarzten und mit Wissen und Kompetenz immer für das Wohl der Schüler- und Lehrerschaft sorgen werden! Wir hoffen, dass auch in Zukunft Schülerinnen und Schüler bereit sein werden Hilfsbereitschaft zu zeigen und sich um ihre Mitschüler und Mitschülerinnen zu kümmern.

(Bericht: Johanna Juncker, Fotos: MM)

Ab dem kommenden Jahr bietet die Limburger Marienschule zusammen mit der Wilhelm-Löhe-Hochschule aus Fürth ein berufsbegleitendes Hochschulstudium an: In Kooperation mit der bayerischen Universität kann in Limburg das zweisemestrige berufsbegleitende Studium „Gesundheitslotse“ absolviert werden. Den Startschuss für diese hochschulzertifizierte Ausbildung im Gesundheitsbereich hat Bundesminister Jens Spahn in der Marienschule gegeben. Anschließend stellte sich der Gesundheitsminister bei einer Podiumsdiskussion den Fragen der Oberstufe.

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Ideengeber der Kooperation von Schule und Hochschule ist der Landtagsabgeordnete Joachim Veyhelmann. Seine Mitarbeiterin Christine Freifrau von Münster und er waren bei dem Versuch, einer schwerbehinderten Frau zu helfen, auf viele Hürden gestoßen – die erkrankten oder beeinträchtigten Menschen kaum zumutbar sind. „Hier gibt es eine Lücke im Bereich der Unterstützungsangebote“, erläuterte Joachim Veyhelmann im Beisein von Gesundheitsminister, Hochschulvertretern, hochrangingen Lokalpolitikern und der Leitung von Schulträger und Marienschule. Diese Lücke sollen zukünftig die so genannten Gesundheitslotsen schließen. Ein Gesundheitslotse soll Menschen komplementär beraten, sie über konkrete Versorgungsabläufe informieren und sie bei entsprechenden Fragen auch unterstützen. Ein solcher Lotse wäre beispielsweise in Klinken, Sozialämtern, Personalabteilungen oder auch Apotheken tätig, wie Udo Simon, Vorsitzender des Stiftungsrats der sanoris-Stiftung, und Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser, Präsident der Wilhelm-Löhe-Hochschule, erklärten. Seit einem Jahr bietet die bayerische Hochschule die Ausbildung an – und möchte den Studiengang, der auf bundesweites Interesse gestoßen ist, auch wohnortnah anbieten. Erster Kooperationspartner dafür ist die Marienschule, in deren Räumen ab Herbst 2019 das erste Semester berufsbegleitend absolviert werden soll. Dafür reisen die Hochschuldozenten nach Limburg, im zweiten die Studierenden zu Blockseminaren nach Fürth. Andreas von Erdmann, Dezernent für Schule und Bildung im Bistum Limburg, sprach von einer Lernortverknüpfung, die außergewöhnlich sei, von der er sich aber viele Früchte für das Gesundheitswesen verspreche. Joachim Veyhelmann bezeichnete das Angebot als einen weiteren Schritt der gesundheitlichen Versorgung in der Region. Schulleiterin Dr. Henrike Zilling hob hervor, dass die Marienschule für dieses gesundheitliche Projekt geradezu prädestiniert sei. Zum einen biete sie im beruflichen Bereich Berufsausbildungen u.a. im Bereich der Heilerziehungspflege an, andererseits hätte die Privatschule erst vor wenigen Tagen die Grundlagen für die Rezertifizierung als gesundheitsfördernde Schule gelegt: „Wir haben einen Fokus auf der Gesundheitsförderung, der Ernährung sowie der Bewegung, wo wir für unsere innovativen Ideen immer wieder von unterschiedlichen externen Institutionen ausgezeichnet werden“, sagte Dr. Henrike Zilling. Zusammen mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser unterzeichnete die Schulleiterin die Kooperationsvereinbarung – unter dem Applaus des Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch, des Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister, des Landrats Manfred Michel, des Stadtverordnetenvorstehers Michael Köberle und von Bürgermeister Dr. Marius Hahn sowie zahlreicher weiterer Gäste aus Politik und Wissenschaft.
Gesundheitsminister Jens Spahn freute sich über das Engagement der Marienschule im Gesundheitsbereich und bewertete die Kooperation zwischen Schule und Hochschule als äußerst sinnvoll und fortschrittlich. Zusätzlich zeigte er sich von dem Konzept der Ausbildung zum Gesundheitslotsen überzeugt: „In allen Bereichen des Gesundheitswesens benötigen wir mehr Fachkräfte“, sagte der Minister zum Abschluss der Feierstunde, die direkt in die Podiumsdiskussion mit den Oberstufenschülerinnen und –schülern überging.

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Geleitet wurde das folgende Gespräch souverän von Franziska Seitz und Lorena Fladenhofer, Schülerinnen aus dem Leistungskurs Politik und Wirtschaft der Stufe Q1. Zuerst wurde das brisante Thema des Ärztemangels erörtert, bei dem die Moderatorinnen kritisch den Facharztmangel auf dem Land ansprachen. Jens Spahn erklärte daraufhin, dass man diesen Mangel unbedingt beheben müsse und dies nur durch verbesserte Bezahlung sowie veränderte Arbeitsbedingungen möglich sei und dass er die sogenannte „Landarztquote“ befürworte, die dazu führe, dass Abiturienten, die sich für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen verpflichten, einen erleichterten Zugang zum Studium erhalten. Eine Dienstpflicht auf dem Land befürwortete der Minister hingegen jedoch nicht, dafür aber die digitale Gesundheitsversorgung. Der Politiker erklärte diesbezüglich, dass es aufgrund des Fernbehandlungsverbotes nicht möglich sei, einen Erstkontakt digital durchzuführen, was er auch als sinnvoll erachte, wies allerdings darauf hin, dass online-Sprechstunden sehr förderlich für die Patienten und Ärzte sei, da so fast rund um die Uhr eine schnelle Kontaktaufnahme erfolgen könne. Anschließend sprach er die Idee der elektrischen Patientenakte an und erklärte, dass er diese gerne bis 2021 durchsetzen würde, jedoch das oberste Gut die persönlichen Patientendaten seien, weswegen der Datenschutz für ein solches Projekt gewährleistet werden müsse.

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Anschließend sprach Lorena Fladenhofer noch verschiedene Gesundheitsapps an, die auch Jens Spahn in Deutschland zulassen möchte, da „Prävention die beste medizinische Lösung“ sei. Auch hier verwies der Gesundheitsminister erneut darauf, dass bei solchen Anwendungen die Daten des Nutzers natürlich ebenfalls restlos geschützt sein müssen. Nachfolgend beantwortet der Bundesminister noch allgemeine Fragen zu Regierungsarbeit. Er gab zu, dass viele Bürger „massiv das Vertrauen in die Politik“ verloren hätten und es für ihn der oberste Leitsatz sei, dieses Vertrauen wiederherzustellen, dies aber nur durch konkrete erfolgreiche Arbeit sowie eine Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft aller Parteien, insbesondere der regierenden, möglich wäre. Er betonte, dass insbesondere die Dieselfahrer und Pflegekräfte sich von der Politik derzeit nicht vertreten fühlten und man dies unbedingt ändern müsse.

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Zum Ende der Podiumsdiskussion beantwortete der Politiker noch Fragen des Publikums bezüglich Pflichtpflegejahr, der anstehenden Hessenwahl und der Überarbeitung der Approbationsordnung. Jens Spahn verabschiedete sich von der begeisterten Schülerschaft mit den Worten „Ihr habt so viele Chancen, wie noch nie - also nutzt diese“ und hinterließ einen rundum positiven Eindruck.

(Bericht: Ilona Kalte, Fotos: MM)