Abitur - und dann? Diese Frage stellen sich die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Oberstufe immer wieder. Um ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hatten die Schüler der Jahrgangsstufen E2 und Q2 am Samstag, dem 6. April 2019, die Chance, im Rahmen des Studieninfotages ehemaligen Marienschülerinnen Fragen bezüglich ihres Studienfachs zu stellen. Von den Anforderungen und den Inhalten des Studienganges bis hin zum Alltag rund um die Universität oder Hochschule, konnte auf jede Frage eine Antwort gefunden werden.

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Um den Schülern die wichtige und schwierige Entscheidung bezüglich ihrer Zukunft zu erleichtern, gelang es den Lehrern Christine Wagner und Dominik Schamböck sowie der Schülervertretung, möglichst viele Studentinnen mit unterschiedlichen Studiengängen für die Infoveranstaltung zu gewinnen. Da sie vor einiger Zeit selbst die Marienschule besuchten, konnten sie sich sehr gut in die Lage der Schüler hineinversetzen.

Anhand einer zuvor durchgeführten Umfrage konnte das Angebot genau auf die Interessen der Schüler zugeschnitten werden. Bei den rund 25 angebotenen Studiengängen konnte man sich für zwei entscheiden. Das Spektrum reichte dabei von Medizin, Pharmazie und Lehramt, über Mechatronik, Architektur und International Management, bis hin zu Jura, Anglistik und Psychologie. Nach einer kurzen Vorstellung des jeweiligen Studienganges standen die Referentinnen für jegliche Fragen zur Verfügung.

In einer abschließenden Feedbackrunde mit dem Oberstufenleiter und kommissarischen stellvertretenden Schulleiter Philipp Naumann berichteten die Studentinnen von ihren Erfahrungen des Tages und kamen dabei zusätzlich auf ihre Zeit an der Marienschule zu sprechen. Dabei lobten sie besonders die hohen Anforderungen der Schule: ,,Hätte ich die nicht gehabt, wäre ich nach dem ersten Semester raus gewesen“, so eine Studentin. Ebenfalls seien sie gut auf Präsentationen vorbereitet worden, was im Studium sehr wichtig sei, genau so wie das selbstständige Arbeiten. Durch die vielen Gruppenarbeiten und Präsentationen habe man gelernt, effizient an solche Dinge heranzugehen. Auch eine hohe Qualität wie in den Fächern Mathematik erweise sich nun an der Uni als vorteilhaft. Während der gesamten Schulzeit habe man zahlreiche Zusatzangebote gehabt, wie beispielsweise den Wirtschaftskurs ,,Basics in Business“. ,,Wir haben gelernt, zu lernen“, heißt es abschließend.

Verbessern könnte man lediglich das Spektrum an Informationen zu Ausbildungen, da dies zu kurz komme. Außerdem sei es schade, dass manche Leistungskurse wie ein Chemie-LK nicht immer zu Stande kommen, da manch einer gerne Pharmazie studieren möchte. Als kleine Botschaft an die Lehrer kam zusätzlich die Anmerkung: ,,Es sollte nicht unmöglich sein, ein Abi mit 1,0 zu schaffen“.

Dennoch erinnern sich die ehemaligen Marienschülerinnen gerne an ihre Schulzeit zurück und freuen sich jedes Jahr wieder, die Schule am Studieninfotag besuchen zu dürfen, der bei allen Beteiligten stets in positiver Erinnerung bleibt.

(Bericht: Lorena Fladenhofer)

Theater wird an vielen Schulen im Kreis Limburg-Weilburg gespielt - so auch in der Marienschule. Ich bin selbst Mitglied in der AG und habe mich einmal umgehört, warum meine Schauspielkollegen überhaupt Theater spielen und was das für sie mit einem guten Leben zu tun hat.

Theater AG Junge Zeitung 2019
„Theater spielen kann sehr viel bewirken“, sagt Cara Basquitt. Sie ist Theaterpädagogin und leitet die AG an der Marienschule in Limburg. „Die theaterpädagogischen Methoden und das Präsentieren auf der Bühne stärken das Selbstbewusstsein und durch das Schlüpfen in unterschiedliche Rollen lernen die Jugendlichen verschiedene Meinungen und Haltungen kennen und stärken dabei gleichzeitig ihre Empathie-Fähigkeit“, erklärt sie weiter.

Und genau das merken auch wir Schüler auf der Bühne. Beim Theaterspielen muss man oft aus seiner Komfortzone herauskommen und Dinge tun, die man sich sonst nie trauen würde. Aber gerade das macht so viel Spaß dabei. Man kann seine Fantasie ausleben und seine Rollen selbst gestalten. Dabei muss man sich genau in seine Rolle hinein versetzen. Wie würde der jeweilige Charakter sprechen? Wie würde er auf der Bühne agieren?

Auch das Arbeiten mit den Stücken bereitet viel Freude. Gerade zu klassischen Stücken oder Büchern bekommt man einen ganz anderen Zugang geboten durch das Theater. Im Sommer 2017 zum Beispiel spielten wir die Odyssee und im Jahr davor ein Stück über das Tagebuch der Anne Frank. Anders als im Deutschunterricht hatten wir unglaublich viel Zeit, uns in die Personen hinter der Geschichte hineinzuversetzen und die historischen Zusammenhänge zu verstehen. Man setzt sich so auch oft mit Gesellschaftskritik auseinander und kann die verschiedenen Perspektiven auf das Geschehen differenzierter sehen.

Darüber hinaus „lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie demokratische Prozesse ablaufen, und erfahren, was es bedeutet Verantwortung in einer Gruppe zu übernehmen“, wie es Cara Basquitt ausdrückt. Für uns heißt das, dass wir durch unsere Stücke eine richtige kleine Familie geworden sind, in die man sich flüchten kann, wenn einem der eintönige Schulalltag zu langweilig wird.

Es macht einen auch definitiv sehr selbstbewusst, auf der Bühne zu stehen. Man kann viel besser mit Lampenfieber umgehen und ist sehr viel gelassener, wenn man vor großen Gruppen stehen muss. Das Beste: All das können wir mitnehmen für das, was uns noch erwartet, wie zum Beispiel das Studium oder den Beruf.

Am schönsten ist allerdings immer noch, dass wir uns nicht darum kümmern müssen, was die anderen von uns denken und auf der Bühne einfach alles ausprobieren können, was wir wollen. Wie es Theresa, 16, sagt: „Außerhalb der Theater-AG würde ich für verrückt gehalten werden, aber hier darf ich so verrückt sein, wie ich will.“

Verrückt wird es auf jeden Fall in unserem diesjährigen Stück: „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt. Denn was könnte verrückter sein als eine Komödie über drei Physiker in einer Irrenanstalt? Dass sie eigentlich nicht verrückt, sondern in geheimer Mission unterwegs sind, weiß natürlich niemand. Oder?

Das Stück wird am Samstag, 15. Juni, um 20 Uhr und am Sonntag, 16. Juni, um 18 Uhr in der Aula der Marienschule aufgeführt. Karten sind an der Abendkasse für vier Euro (ermäßigt drei Euro) erhältlich.

(Bericht: Emily Elßner, Foto: Cara Basquitt)

Am Samstag, dem 30. März 2019, fand in der Adolf-Reichwein-Schule der alljährliche Kreiswettbewerb der Jugend des Deutschen Roten Kreuzes statt. Zu diesem war unser Schulsanitätsdienst, welcher von Detlef Kraut geleitet wird, eingeladen worden. Nachdem sich unsere Sanis vorher sehr gut auf den Wettbewerb vorbereitet hatten, starteten wir erwartungsvoll. Wir traten mit zwei Sechser-Teams in verschiedenen Kategorien gegen 15 andere Gruppen an.

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Der Tag startete bereits um 9 Uhr. Nach einer kurzen feierlichen Eröffnung mussten wir zunächst ein Gruppenplakat gestalten. Danach ging es mit dem eigentlichen Wettbewerb los. Das Motto des Wettbewerbs lautete „Menschlichkeit“. Dieses spiegelte sich in allen Aufgaben wider. So mussten wir beispielsweise in die Rolle einer Person schlüpfen, die beschrieb, was sie im Alter von zwölf Jahren getan hatte. Danach erhielten wir die Aufgabe darüber nachzudenken, was diese Person wohl im Alter von 22 Jahren alles „Menschliche“ getan haben könnte oder aktuell macht. Die andere Gruppe musste in diesem Bereich Abreißzettel zum Thema „Menschlichkeit“ gestalten. Danach im „Sozialen Bereich“ durften unsere Sanis in die Rolle einer Blutspendenberatung schlüpfen. Hierzu wurden ihnen Monologe von Personen, die zum ersten Mal Blut spenden wollten, vorgetragen. Anhand dieser Aussagen sollten sie dann entscheiden, ob dies aus gesundheitlichen und/oder alterstechnischen Gründen erlaubt ist oder nicht. Im „Spiel und Spaß“-Teil wurde das Vorstellungsvermögen unserer Sanis getestet. Sie hatten die Aufgabe Quietsche-Entchen, die an einem Verband befestigt waren, durch Aufrollen des Verbandes an zwei verschiedene Markierungspunkte zu bringen. Nachdem wir dies ein paar Mal getestet hatten, wurden uns die Augen verbunden und wir mussten es nun erneut versuchen. Je näher die Ente an die jeweiligen Markierungspunkte kam, desto mehr Punkte gab es. Beim „Rotkreuz-Bereich“ durften unsere Sanis dann Pantomime spielen. Natürlich wurde auch bei diesem Bereich der Fokus auf das Thema Menschlichkeit und Erste Hilfe gelegt.

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Neben den eher spielerischen Dingen, die auch schon sehr gut den Zusammenhalt unserer beiden Teams zeigten, mussten wir auch unser Erste-Hilfe-Können unter Beweis stellen. Dieses gliederte sich in einen Theorie- und Praxis-Teil. Bei der Theorie mussten wir verschiedene Fragen zur Ersten Hilfe beantworten. Zum Beispiel, wie die Bestandteile der Rettungskette lauten oder typische Merkmale einer Vergiftung nennen. Im Praxis-Teil sollten wir dann drei Verletzte versorgen, die sich bei einem Sportunfall verletzt hatten. Trotz einer „uneleganten“ Seitenlage (für uns zählt Effizienz nicht Eleganz!), wie es die Wertungsrichter kritisiert hatten, wurde unseren Sanis bereits dort mitgeteilt, dass sie diese knifflige Aufgabe, im Vergleich zu den anderen Teams, nahezu perfekt gelöst hatten.

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Nach diesem aufregenden Wettbewerb hieß es nun auf die Siegerehrung zu warten. Groß war natürlich die Freude, als bekannt wurde, dass das Team der Stufe 3 (älter als 16 Jahre) unangefochten den ersten Platz belegt hatte. Bei der Stufe 2 (unter 16 Jahren) stieg die Spannung, nachdem wir hörten, dass entweder die Tilemannschule Limburg oder wir gewonnen hätten. Am Ende belegten unsere Sanis mit mehr 50 Punkten Vorsprung und der Tageshöchstwertung den ersten Platz. Unser Jubel kannte danach keine Grenzen mehr. Aus den Händen des Landrats durften wir dann zwei wunderschöne Pokale, Urkunden und Medaillen mit nach Hause nehmen. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr. Dort wollen wir unsere ersten Plätze wieder verteidigen.

Herzlichen Dank auch an das Rote Kreuz, dass diesen Tag so hervorragend organisiert hatte.

(Bericht: Annalena Müller/KR)

Angehende Erzieherinnen und Erzieher der Marienschule setzen sich für das Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ein. Mit dem Projekt soll für eine Sensibilsierung geworben und sich gegen Rassismus ausgesprochen werden.

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Nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch in Kinder- und Jugendeinrichtungen kommt es immer mal wieder zu rassisitischen Äußerungen. Die Berufsschülerinnen und Berufsschüler der Marienschule wollen sich daher mit einer Unterschriftenaktion und verschiedenen Projekten gegen Rassismus einsetzen.

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(Text und Fotos: KLP)

Am Mittwoch, den 27.03.2019, war Rainer Schmidt zu Besuch an der Marienschule und redete mit den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe über sein Leben, welches er trotz seiner Behinderung mehr als lebenswert empfindet.

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Der Religionskurs von Pfarrer Joachim Naurath aus der Q2 lud Rainer Schmidt zu uns an die Schule ein, nachdem wir sein Buch „Lieber Arm ab als arm dran“ im Unterricht bearbeitet hatten. In diesem Buch beschreibt der Pfarrer, wie er sein Leben mit einem verkürzten Oberschenkel und fehlenden Unterarmen lebt und das Beste daraus macht.

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Rainer Schmidt kann als eine sehr vielfältige Person beschrieben werden, denn er ist nicht nur Pfarrer und Buchautor, sondern gleichzeitig auch Kabarettist und mehrfacher Goldmedaillen-Gewinner bei den Paralympics in der Sportart Tischtennis. Die Vielschichtigkeit seiner Persönlichkeit kam unter anderem bei einer Interviewrunde zu Tage, welche von drei Schülerinnen (Marit Kratzheller, Sophie Andersen, Samantha Keck) organisiert und geleitet wurde. Er beantwortete die Fragen mit viel Humor, ohne dabei die Ernsthaftigkeit der Frage anzuzweifeln. Zum einen erläuterte er die sehr ungewöhnliche Geschichte hinter seinem Buch, denn ursprünglich war es nie sein Plan, die Geschichte seines Lebens niederzuschreiben und zu veröffentlichen – „Die Idee hatten andere“, sagte er. Eigentlich wurde er lediglich eingeladen, um Präsentationen zum Thema Inklusion zu halten und diese mit persönlichen Geschichten zu unterstützen. Allerdings nahmen diese Ausschweifungen immer mehr Raum ein, bis irgendwann der Gedanke zum eigenen Buch aufkam.

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Ein weiteres Gesprächsthema war die Frage, „Was würden Sie selbst als die größte Hürde ihres Lebens ansehen“ und anders als erwartet sprach er nicht über körperliche Einschränkungen oder zog die Mitleidskarte. Im Gegenteil, er sprach über sein Theologiestudium und welche Probleme er beim Lernen von Hebräisch hatte. Zu diesem doch recht ungewöhnlichen Studium hatte er sich erst entschieden, nachdem er bereits als Verwaltungsbeamter gearbeitet hatte und dies absolut nichts für ihn war. Zur Theologie fand er, da er mit dem Bewusstsein aufwuchs „Gott ist an meiner Seite“. Mit viel Humor beschrieb er seine Gedankengänge und brachte dabei ernste Themen humorvoll an das Publikum, so auch mit Sätzen wie „Macht niemals einen Behinderten nach, wenn ihr nicht selbst einer seid!“.

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Ein weiteres Highlight der Gesprächsrunde war das Gespräch zwischen Rainer Schmidt und einem Schüler, der wie Rainer Schmidt auch, trotz Behinderung, sehr erfolgreich eine Sportart betreibt, zwar kein Tischtennis, dafür aber das Schwimmen. Bei diesem Gespräch wurde deutlich, dass jeder Sport machen kann, wenn er nur motiviert genug ist und großen Spaß am Sport seiner Wahl hat.

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Zum Schluss erklärte sich der mehrmalige Paralympics Teilnehmer dazu bereit, ein paar Bälle mit zwei Schülerinnen und einem Schüler zu wechseln, wobei schnell klar wurde, dass er nicht ohne Grund mehrmals Gold gewonnen hat.

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Alle Anwesenden haben das Programm mit Rainer Schmidt genossen und es in keinem Fall bereut, dabei gewesen zu sein. Einige Vorurteile wurden aus dem Weg geschafft und viele Erwartungen übertroffen.

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Weitere Bilder der Veranstaltung finden Sie in der Fotogalerie.

(Bericht: Johanna Juncker, Fotos: MM)