Am Sonntag, dem 14. Oktober wurde die Ordensgründerin der Armen Dienstmägde Jesu Christi, Maria Katharina Kasper, die auch unsere Schulgründerin ist, in Rom von Papst Franziskus heiliggesprochen. Rund 150 Schülerinnen und Schüler sowie Familienangehörige und Lehrer hatten sich aus diesem Anlass auf den Weg in die Ewige Stadt gemacht, um an diesem denkwürdigen Ereignis teilzunehmen.

Heiligsprechung2018 7
Während dieser fünftägigen Pilgerfahrt erwartete uns ein Höhepunkt nach dem anderen. Zu Beginn dieser eindrucksvollen Tage feierte am Samstagvormittag Kardinalpriester Angelo Comastri einen bewegenden Gottesdienst zu Ehren Katharina Kaspers mit unserer Pilgergruppe von der Marienschule am Hauptaltar des Petersdoms. Die Mitzelebranten waren Weihbischof Dr. Thomas Löhr und der Generalvikar des Bistums Limburg, Wolfgang Rösch. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Eltern trugen durch das Messdienen, selbstverfasste Fürbitten oder die Lesung ihren Teil zu der bewegenden Messe bei. Musikalisch wurde diese vom „Coro del Vicariato Vaticano“ (Vatikanstaat) gestaltet.

Heiligsprechung2018 1
Höhepunkt der Pilgerfahrt war dann die Heiligsprechung der Ordensgründerin Katharina Kasper und weiterer sechs vorbildlicher Glaubenszeugen. So feierten wir gemeinsam mit rund 70.000 anderen Gläubigen aus der ganzen Welt diese Messe auf dem Petersplatz. Aufgestanden waren wir an diesem besonderen Festtag bereits vor sechs Uhr in der Frühe. Mit genügend Proviant versorgt, ging es dann für uns Pilger in Reisebussen zum Petersplatz. Um auf diesen überhaupt zu gelangen, mussten alle 70.000 Pilger zweifache Sicherheitschecks durchlaufen. Dieses Prozedere bedeutete schon im Voraus endlose Menschenschlangen und stundenlanges geduldiges Warten rund um den Petersplatz und das bei späteren Temperaturen von 27 Grad. Durch den großen Andrang konnte die Sitzplatzreservierung für das Bistum Limburg nicht mehr eingehalten werden, sodass sich jeder einen geeigneten Platz im Gedränge suchen musste. Dann war wieder Geduld angesagt, denn der Gottesdienst begann ja erst um 10.30 Uhr und wurde in italienischer Sprache gehalten.
Die Menschen der verschiedenen Nationen sprachen die Gebete, wie zum Beispiel das „Vater unser“ in ihrer jeweiligen Muttersprache. Dies erzeugte Nationen übergreifend ein tiefes Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Nach der eigentlichen Heiligsprechung applaudierten alle, fielen sich in die Arme und hatten oftmals Tränen in den Augen. Es war ein bewegender Moment, der alle Anstrengungen des Tages vergessen ließ.
Am Montag feierte dann Bischof Dr. Georg Bätzing mit allen Pilgern des Bistums einen Dankgottesdienst in der Kirche Sant’ Ignazio di Loyola. Hier wurde nochmals auf das Lebenswerk von Katharina Kasper, der ersten Heiligen des Bistums, eingegangen.

Heiligsprechung2018 2
Neben der Teilnahme an den heiligen Messen hatten wir Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, kulturelle Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Viele Teilnehmer besichtigten den Petersdom, das Kolosseum, die Engelsburg, oder das Pantheon. So konnte das Leben der alten Römer mit dem Wissen aus dem Geschichts- und Lateinunterricht anschaulich verknüpft werden.

(Bericht: Hannah Böcher, Fotos: Sagmeister/Zuleger/Stauber/Quint)

Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

Unsere Reise begann am 12.10.2018 am Frankfurter Flughafen. Dort starteten wir am Freitag um 15:40 mit einem Airbus 321 der Lufthansa in Richtung Rom Fiumicino. Von dort aus wurden wir dann mit einem Bus zu unserem Hotel San Giuseppe House gebracht. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und die Koffer ausgepackt hatten, ging es zum Essen.

Heiligsprechung2018 5
Am Samstag wurden wir nach dem Frühstück mit einem Bus zum Petersdom gefahren. Dort feierten wir am Kathadra-Altar, dem Hauptaltar des Petersdoms, eine Hl. Messe, die von Kardinal Comastri und unserem Weihbischof Dr. Thomas Löhr zelebriert wurde. Außerdem hatten wir das Glück, im Gottesdienst mitwirken zu können. Leon durfte eine Fürbitte vorlesen, die er vorher im Flugzeug selbst formuliert hatte. Dafür musste er eine extra Laufprobe machen. Julian durfte Messdienen, doch die Ausstattung im Petersdom ist eingeschränkt: Zwar hat jeder Kardinal sein eigenes Gewand, aber es gibt nur wenige Messdienergewänder in kleineren Größen. Drei unserer Messdiener hatten deshalb kein passendes Gewand und dienten „in Zivil“. Während der Wandlung wurden einige von uns Messdienern mehrfach hin- und hergeschoben, bevor wir richtig standen. Wir bekamen auch genau erklärt, wie wir einziehen mussten.

Heiligsprechung2018 4
Die Sakristei im Petersdom ist riesengroß. Es gibt dort eine kleine Kuppel und einen eigenen Altar. Wir Messdiener machten dann noch nach dem Gottesdienst mit dem Kardinal und unserem Weihbischof in der Sakristei ein Erinnerungsfoto. Dieser Gottesdienst im Petersdom war für uns alle ein ziemlich aufregendes und einmaliges Erlebnis.
Nach dem Gottesdienst haben sich unsere beiden Wege dann getrennt. Leon ging zu den Carracalla-Thermen, Julian besichtigte den Petersdom und fuhr zu den Callisto-Katakomben. Abends haben wir dann noch zusammen in einem Restaurant in Termini, dem Hauptbahnhof Roms, gegessen.
Am nächsten Tag, dem Tag der Heiligsprechung, gab es morgens schon um 6 Uhr Frühstück. Daraufhin wurden wir von einem Bus abgeholt und zum Petersplatz gefahren. Allerdings mussten wir noch ca. 2 Stunden anstehen, um auf den Petersplatz zu kommen. Als wir endlich einen Platz gefunden hatten, schlugen wir unser Lager auf und warteten mit rund 70.000 Menschen aus der ganzen Welt darauf, dass der Papst kam und der Gottesdienst beginnen konnte. Insgesamt dauerte dieser Heiligsprechungs-Gottesdienst über 2 Stunden, was doch ziemlich lang war. Aber es war ein beeindruckendes Erlebnis.
Nach der Heiligsprechung starteten wir einen Trip zu Fuß durch Rom, vorbei an der Engelsburg, der Piazza Navona, dem Pantheon und dem Trevi-Brunnen, bis zur Spanischen Treppe. Von dort fuhren wir mit der Metro zurück zum Hotel.

Heiligsprechung2018 3
Am Montagmorgen gingen wir mit Frau Sagmeister auf den Aventin, einem der sieben Hügel Roms. Wir sahen durch das Schlüsselloch vom Sitz des Malteserordens, welches einen wunderbaren Ausblick bereithält, den man aber nicht beschreiben darf (muss man selbst durchgucken). Anschließend gingen wir in ein Kloster auf dem Aventin, besuchten die Kirche St. Sabina und besuchten danach den Orangengarten, von dessen Begrenzungsmauer aus man einen wunderbaren Blick über ganz Rom hat. Wir verabschiedeten uns von Frau Sagmeister und fuhren mit der Metro zum Trevi-Brunnen, wo wir uns wieder aufteilten: Leon ging zum Mittagessen mit Bischof Georg Bätzing, Julian ging zur Asterix-Führung durch das Kolosseum und das Forum Romanum. Wir lernten etwas über die alten Spiele der Römer und wie das Kolosseum damals aussah. Zum Schluss bekamen wir noch etwas über das Forum Romanum erzählt. Am Abend gab es noch eine „Pasta Party“, zu der Herr Dr. Courtial alle Pilger der Marienschule in ein großes römisches Gasthaus eingeladen hatte.

Heiligsprechung2018 6
Am Dienstag konnten wir morgens etwas länger schlafen, mussten aber auch noch für die Rückreise packen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen und flogen um 13:25 Uhr wieder zurück nach Frankfurt.
Wir beide fanden die Reise nach Rom sehr schön und werden sie immer in guter Erinnerung behalten.

(Bericht: Julian Quint und Leon Stauber, Fotos: Sagmeister/Zuleger/Stauber/Quint)

Ab dem kommenden Jahr bietet die Limburger Marienschule zusammen mit der Wilhelm-Löhe-Hochschule aus Fürth ein berufsbegleitendes Hochschulstudium an: In Kooperation mit der bayerischen Universität kann in Limburg das zweisemestrige berufsbegleitende Studium „Gesundheitslotse“ absolviert werden. Den Startschuss für diese hochschulzertifizierte Ausbildung im Gesundheitsbereich hat Bundesminister Jens Spahn in der Marienschule gegeben. Anschließend stellte sich der Gesundheitsminister bei einer Podiumsdiskussion den Fragen der Oberstufe.

Spahn1
Ideengeber der Kooperation von Schule und Hochschule ist der Landtagsabgeordnete Joachim Veyhelmann. Seine Mitarbeiterin Christine Freifrau von Münster und er waren bei dem Versuch, einer schwerbehinderten Frau zu helfen, auf viele Hürden gestoßen – die erkrankten oder beeinträchtigten Menschen kaum zumutbar sind. „Hier gibt es eine Lücke im Bereich der Unterstützungsangebote“, erläuterte Joachim Veyhelmann im Beisein von Gesundheitsminister, Hochschulvertretern, hochrangingen Lokalpolitikern und der Leitung von Schulträger und Marienschule. Diese Lücke sollen zukünftig die so genannten Gesundheitslotsen schließen. Ein Gesundheitslotse soll Menschen komplementär beraten, sie über konkrete Versorgungsabläufe informieren und sie bei entsprechenden Fragen auch unterstützen. Ein solcher Lotse wäre beispielsweise in Klinken, Sozialämtern, Personalabteilungen oder auch Apotheken tätig, wie Udo Simon, Vorsitzender des Stiftungsrats der sanoris-Stiftung, und Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser, Präsident der Wilhelm-Löhe-Hochschule, erklärten. Seit einem Jahr bietet die bayerische Hochschule die Ausbildung an – und möchte den Studiengang, der auf bundesweites Interesse gestoßen ist, auch wohnortnah anbieten. Erster Kooperationspartner dafür ist die Marienschule, in deren Räumen ab Herbst 2019 das erste Semester berufsbegleitend absolviert werden soll. Dafür reisen die Hochschuldozenten nach Limburg, im zweiten die Studierenden zu Blockseminaren nach Fürth. Andreas von Erdmann, Dezernent für Schule und Bildung im Bistum Limburg, sprach von einer Lernortverknüpfung, die außergewöhnlich sei, von der er sich aber viele Früchte für das Gesundheitswesen verspreche. Joachim Veyhelmann bezeichnete das Angebot als einen weiteren Schritt der gesundheitlichen Versorgung in der Region. Schulleiterin Dr. Henrike Zilling hob hervor, dass die Marienschule für dieses gesundheitliche Projekt geradezu prädestiniert sei. Zum einen biete sie im beruflichen Bereich Berufsausbildungen u.a. im Bereich der Heilerziehungspflege an, andererseits hätte die Privatschule erst vor wenigen Tagen die Grundlagen für die Rezertifizierung als gesundheitsfördernde Schule gelegt: „Wir haben einen Fokus auf der Gesundheitsförderung, der Ernährung sowie der Bewegung, wo wir für unsere innovativen Ideen immer wieder von unterschiedlichen externen Institutionen ausgezeichnet werden“, sagte Dr. Henrike Zilling. Zusammen mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser unterzeichnete die Schulleiterin die Kooperationsvereinbarung – unter dem Applaus des Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch, des Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister, des Landrats Manfred Michel, des Stadtverordnetenvorstehers Michael Köberle und von Bürgermeister Dr. Marius Hahn sowie zahlreicher weiterer Gäste aus Politik und Wissenschaft.
Gesundheitsminister Jens Spahn freute sich über das Engagement der Marienschule im Gesundheitsbereich und bewertete die Kooperation zwischen Schule und Hochschule als äußerst sinnvoll und fortschrittlich. Zusätzlich zeigte er sich von dem Konzept der Ausbildung zum Gesundheitslotsen überzeugt: „In allen Bereichen des Gesundheitswesens benötigen wir mehr Fachkräfte“, sagte der Minister zum Abschluss der Feierstunde, die direkt in die Podiumsdiskussion mit den Oberstufenschülerinnen und –schülern überging.

Spahn3
Geleitet wurde das folgende Gespräch souverän von Franziska Seitz und Lorena Fladenhofer, Schülerinnen aus dem Leistungskurs Politik und Wirtschaft der Stufe Q1. Zuerst wurde das brisante Thema des Ärztemangels erörtert, bei dem die Moderatorinnen kritisch den Facharztmangel auf dem Land ansprachen. Jens Spahn erklärte daraufhin, dass man diesen Mangel unbedingt beheben müsse und dies nur durch verbesserte Bezahlung sowie veränderte Arbeitsbedingungen möglich sei und dass er die sogenannte „Landarztquote“ befürworte, die dazu führe, dass Abiturienten, die sich für eine Tätigkeit in ländlichen Regionen verpflichten, einen erleichterten Zugang zum Studium erhalten. Eine Dienstpflicht auf dem Land befürwortete der Minister hingegen jedoch nicht, dafür aber die digitale Gesundheitsversorgung. Der Politiker erklärte diesbezüglich, dass es aufgrund des Fernbehandlungsverbotes nicht möglich sei, einen Erstkontakt digital durchzuführen, was er auch als sinnvoll erachte, wies allerdings darauf hin, dass online-Sprechstunden sehr förderlich für die Patienten und Ärzte sei, da so fast rund um die Uhr eine schnelle Kontaktaufnahme erfolgen könne. Anschließend sprach er die Idee der elektrischen Patientenakte an und erklärte, dass er diese gerne bis 2021 durchsetzen würde, jedoch das oberste Gut die persönlichen Patientendaten seien, weswegen der Datenschutz für ein solches Projekt gewährleistet werden müsse.

Spahn2
Anschließend sprach Lorena Fladenhofer noch verschiedene Gesundheitsapps an, die auch Jens Spahn in Deutschland zulassen möchte, da „Prävention die beste medizinische Lösung“ sei. Auch hier verwies der Gesundheitsminister erneut darauf, dass bei solchen Anwendungen die Daten des Nutzers natürlich ebenfalls restlos geschützt sein müssen. Nachfolgend beantwortet der Bundesminister noch allgemeine Fragen zu Regierungsarbeit. Er gab zu, dass viele Bürger „massiv das Vertrauen in die Politik“ verloren hätten und es für ihn der oberste Leitsatz sei, dieses Vertrauen wiederherzustellen, dies aber nur durch konkrete erfolgreiche Arbeit sowie eine Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft aller Parteien, insbesondere der regierenden, möglich wäre. Er betonte, dass insbesondere die Dieselfahrer und Pflegekräfte sich von der Politik derzeit nicht vertreten fühlten und man dies unbedingt ändern müsse.

Spahn4
Zum Ende der Podiumsdiskussion beantwortete der Politiker noch Fragen des Publikums bezüglich Pflichtpflegejahr, der anstehenden Hessenwahl und der Überarbeitung der Approbationsordnung. Jens Spahn verabschiedete sich von der begeisterten Schülerschaft mit den Worten „Ihr habt so viele Chancen, wie noch nie - also nutzt diese“ und hinterließ einen rundum positiven Eindruck.

(Bericht: Ilona Kalte, Fotos: MM)

„Herzlich willkommen zu unserer Podiumsdebatte anlässlich der hessischen Landtagswahl am kommenden Sonntag“, so begrüßten die Moderatorinnen Miranda Frölich und Juliana Stock die Zuhörer*innen an diesem Dienstagvormittag. In der Aula der Marienschule hatten sich zahlreiche Oberstufenschülerinnen und -schüler eingefunden, um der Diskussion der Kandidat*innen Joachim Veyhelmann (CDU), Viktoria Spiegelberg-Kamens (SPD), Sebastian Schaub (Bündnis 90/Die Grünen), Harff-Dieter Salm (Linke), Marion Schardt-Sauer (FDP) und Thomas Crecelius-Lamboy (AfD) beizuwohnen.

Landtagswahl2018 1
Nachdem die Kandidaten kurz ihrem Publikum vorgestellt worden sind, haben sie jeweils 30 Sekunden Zeit, einmal kurz zu erklären, wieso sie sich gerade in ihrer Partei engagieren. Es sind recht unterschiedliche Beweggründe, doch letztendlich haben sie alle etwas gemeinsam – die Anwesenden wollen etwas verändern und sich für ein besseres Hessen engagieren. Dass nicht nur die Politiker engagiert sind, sondern auch die leitenden Moderatorinnen, merkt man, als der erste Themenblock des Vormittags eingeleitet wird: Bildung und Digitalisierung, ein wichtiges Thema, gerade für die anwesenden Schüler im Publikum. Gezielt stellen Miranda Frölich und Juliana Stock Fragen zu den verschiedenen Wahlprogrammpunkten der Parteien und kommen so zum Beispiel auf den (vermeintlichen) Lehrermangel Hessens zu sprechen.

Landtagswahl2018 2
CDU-Politiker und Kreistags-Vorsitzender Joachim Veyhelmann sagt, es gebe keinen Lehrermangel. Die Stellen seien da und besetzt, bloß geschehe dies vorwiegend an Gymnasien oder generell weiterführenden Schulen, Probleme gebe es aber an Grundschulen, wo es landesweit im Vergleich zu den anderen Schulformen zu wenige Interessenten gebe. Die Meinung der SPD-Kandidatin Viktoria Spiegelberg-Kamens ist das nicht. Die Behauptung, es gebe keinen Lehrermangel sei falsch, sagt sie. Gerade erst sei eine Umfrage zum Thema Stundenausfall an Schulen durchgeführt worden, und die Zahlen mit über 1.500 Stunden an nur einem Tag sprächen für sich. Allein diese erste Frage wird ausgiebig diskutiert, und auch die nächsten Problemstellungen der Moderatorinnen an die Kandidaten sorgen für reichlich Zündstoff. So spricht sich Linke-Kandidat Harff-Dieter Salm für Regelschulen aus und Marion Schardt-Sauer (FDP) dafür, dass Schulen selbstständig über ihre Schwerpunkte entscheiden; Thomas Crecelius-Lamboy fordert, Einheitsschulen abzuschaffen. Das alles schafft einen enormen Rede- und Konterbedarf, sodass Miranda Frölich und Juliana Stock ihre Gäste mehr als einmal aus zeitlichen Gründen stoppen müssen. Denn es steht noch viel an.

Landtagswahl2018 3
„Denken Sie wirklich, dass der digitale Umschwung ein Allheilmittel für Probleme, besonders im Schulalltag, ist?“, lautet nämlich die nächste Frage vom Moderatorenteam. Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Sebastian Schaub gibt den Schülerinnen und Schülern in der Aula zum Ende seines Statements aber einen ganz gezielten Ratschlag: „Nehmt es selber in die Hand!“ Die Digitalisierung an Schulen sei etwas, von dem sie Lernen lernen könnten, so der Grüne-Politiker, der selbst zwei Kinder hat, die die Marienschule besuchten oder noch besuchen. Thomas Crecelius-Lamboy von der AfD sagt ebenfalls, dass die Jugend lernen muss, mit der Digitalisierung umzugehen – diese aber vor allen Dingen an Schulen kein Zauberwort sei und andere Probleme wie Mobbing und ähnliches nicht vorbeugen kann. Marion Schardt-Sauer spricht sich gleich von einem „Ob“ in Bezug auf Digitalisierung, auch an Schulen, los. Man sei schon ein Teil dieses Prozesses, der auch ein wichtiger sei, wie sie im Vergleich mit der industriellen Revolution verdeutlicht. Ob der Einsatz digitaler Medien aber tatsächlich auch die Unterrichtsqualität verbessern würde, das hat der Leistungskurs von Benjamin Nahm sich auch gefragt und eine Umfrage unter den Schülern seines Jahrgangs durchgeführt. 82,9% stimmten hierbei für Ja; 17,1% stimmten für Nein. Die Co-Moderatoren Lasse Behrens und Ole Schön lassen dienjenigen, die für Nein gestimmt haben, nun eine Gelegenheit, ihren Standpunkt zu erklären und nehmen auch Publikumsfragen auf, die von den Politikern so gut es geht beantwortet werden.

Landtagswahl2018 4
Zum Abschluss dieses ersten Themenblocks führen die Moderatoren eine Schnellfragerunde mit den Kandidaten durch, bei der nur mit Ja oder Nein geantwortet werden darf – wer doch versucht, sich zu erklären oder eine vage Antwort gibt, wird von den beiden Oberstufenschülerinnen höflich, aber resolut auf die anfängliche Aufgabe hingewiesen. Tatsächlich sind sich die politischen Gegenkandidaten in den meisten Fragen, wie zum Beispiel ob man Förderschulen weiter unterstützen sollte, sehr einig. Hier sagen alle Ja. Es geht nun weiter mit dem zweiten Themenblick, rund um Umwelt, Verkehr und Wohnen. Themen wie die Dieseldebatte und der Ausbau des ÖPVN (öffentlicher Personennahverkehr), Windkraft und die steigenden Mieten werden besprochen, man tauscht sich angeregt aus. Auch hierzu werden wieder Publikumsfragen gestellt, und auch eine Schnellfragerunde erfolgt erneut. Wieder sind sich die Kontrahenten in einigen Fragen klar einig – dass von Seiten des Bundes zum Beispiel schon viel früher gegen Dieselfahrverbote eingegriffen hätte werden sollen.

Landtagswahl2018 5
Jetzt erfolgt auch schon der Abschluss, in dem jeder der sechs Kandidaten noch einmal in zwei kurzen Sätzen für die eigene Partei wirbt und den Erstwählern und auch anderen im Saal mitgibt, wie wichtig es ist, zu wählen und sich politisch zu interessieren und engagieren. „Wir mussten leider mehr als ein ganzes Drittel aus Zeitgründen weglassen, das war ein ganzer Themenblock“, sagt Miranda Frölich nach der Diskussion. Dennoch sind sie und ihre Kollegin und die beiden Co-Moderatoren sich einig – dass war eine gelungene und entspannte Veranstaltung. Auch Joachim Veyhelmann äußert sich positiv. Alle seien sehr gut vorbereitet gewesen und er freue sich jedes Mal, wenn er an Schulen eingeladen wird, um mit der Jugend über Politik zu diskutieren und auch Erstwähler zum Engagement in der Politik zu animieren. Er beantworte gerne Fragen, denn auch wenn er oft nicht sage, was das Publikum hören wolle, so sei er dabei doch immer ehrlich. „Politik muss glaubwürdig sein“, sagt er zum Schluss.

Landtagswahl2018 6
Nach etwas mehr als 90 Minuten ist eine interessante Veranstaltung vorbei. Dass auch die AfD an der Podiumsdiskussion teilnahm, hat zu definitiv mehr Spannungen geführt, aber gerade das regte die Unterhaltung an. Der Gesprächsstoff ging nie aus und am Ende sind sich die Kandidaten in allem einig: Wählen ist wichtig, und geht alle etwas an.

Landtagswahl2018 7
Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

(Bericht: Emily Elßner, Fotos: MM)

Die Marienschule ist seit letzter Woche vom Staatlichen Schulamt rezertifiziert als „Gesundheitsfördernde Schule“, nur wenige Gymnasien in Hessen erreichen dieses Zertifikat. Um im Bereich „Bewegung und Wahrnehmung“ weitere Verbesserungen zu erreichen, fand am Dienstagnachmittag eine dreistündige Weiterbildung statt.

Bewegung 1
Alexander Jordan, der Leiter der Zentralen Fortbildungseinrichtung für Sportlehrkräfte des Landes (ZFS), war zu Gast in der Marienschule, um 21 Kolleginnen und Kollegen Tipps und Hintergrundinformationen zu geben, wie sie noch mehr Bewegung in ihren Fachunterricht bringen können.

Bewegung 2
Die Lehrerinnen und Lehrer mit so unterschiedlichen Fächern wie Englisch, Mathematik, Deutsch, Sport, Französisch oder Biologie sowie Mitarbeiterinnen der Schuloase erprobten an praktischen Beispielen, wie man mit, durch und in Bewegung lernen kann. Wenn die Schülerinnen und Schüler im Fachunterricht dabei so viel Spaß haben wie ihre Lehrer*innen, werden Sie Vokabel und Kopfrechnen sicher noch lieber lernen.

Bewegung 3
(Bericht und Fotos: CMR)

Passend zum Thema ,,Politik und Medien“ besuchte der Politik- und Wirtschaftsleistungskurs der Jahrgangsstufe Q1 am 17.10.2018 die Live-Sendung zum TV-Duell der Spitzenkandidaten der hessischen Landtagswahl im Frankfurter hr-Studio. Die 20 Schülerinnen und Schüler, begleitet von Martina und Dirk Fredl, waren von dem Blick hinter die Kulissen einer Live-Show, aber auch dem Format der Sendung begeistert. Die verantwortliche HR-Redakteurin Ute Wellstein ließ es sich nicht nehmen, mit den Marienschülerinnen und -schülern über den Ablauf hinter den Kulissen und die Herausforderungen, die eine solche Live-Sendung mit sich bringt, zu sprechen.

TV Duell HR 2018 5
Bei dem Duell standen sich Volker Bouffier (CDU), der bereits seit 19 Jahren das Amt des hessischen Ministerpräsidenten ausübt, und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) gegenüber. Die Moderatorinnen Ute Wellstein und Kristin Gesang stellten den beiden Spitzenkandidaten kritische Fragen zu den Themen Bildung, Bauen und Wohnen, öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Diesel-Skandal, sowie der AfD und Extremismus. Außerdem galt es, die Zuschauer und Wähler mit ihren Zielen, Forderungen und Motivationen zu überzeugen. Auch mögliche Koalitionen wurden angesprochen.

TV Duell HR 2018 1
Im Anschluss an das TV-Duell fand die Live-Sendung im hr-Bistro statt, bei der der Moderator Sebastian Kisters mit verschiedenen Experten das Duell analysierte. Darunter waren der Körpersprachenexperte Stefan Verra, der Journalist der FAZ Ewald Hetrodt und der Journalist der Frankfurter Rundschau Pitt von Bebenburg. Zwischendurch berichtete Danijel Stanic über Kommentare bezüglich des TV-Duells auf Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter. Zusätzlich befragte Phillip Wellhöfer Passanten in der Frankfurter Innenstadt zu ihrer Meinung über das Duell. Zu Gast in der Live-Sendung war neben dem Leitungskurs der Marienschule ebenfalls ein Politikleistungskurs der Tilemannschule.

TV Duell HR 2018 2
Ein Höhepunkt der Sendung: Die Statements zweier Marienschüler zu dem Duell: Franziska Seitz und Jannis Goldberg betonten dabei, dass sie sich besonders bei dem Thema Bildung angesprochen fühlten. Außerdem sei es wichtig, dass Differenzen zwischen den Kandidaten deutlich werden.

TV Duell HR 2018 3
Pitt von Bebenburg gab an, dass die Schlagzeile der Frankfurter Rundschau am kommenden Tag: ,, Kein Härtetest für Berlin“ lauten werde. Er empfand Thorsten Schäfer-Gümbel für angriffslustiger und dynamischer. Vorsprung hätte er allerdings keinen, so Ewald Hetrodt. Er verkündete, dass die Schlagzeile der FAZ ,,Bouffier: Notfalls Steuergeld für Dieselnachrüstung“ lauten werde.

TV Duell HR 2018 4
Stefan Verra betonte außerdem noch die wichtige Rolle von Spitzenkandidaten: „ Der Spitzenpolitiker ist der politische Übersetzer der Inhalte der Partei zum Volk“. Bezüglich möglicher Koalitionen sei viel mehr möglich, als man glaubt, jedoch sei eine Große Koalition unbeliebt.

TV Duell HR 2018 6
Nun beginnt der Auftakt der heißen Phase, denn ,,11 mal werden wir noch wach, dann ist Landtagswahl“, stellte Sebastian Kisters fest. Welcher der beiden Kandidaten schlussendlich bei dem Duell überzeugt hat, zeigt sich dann am Sonntag, den 28.10.2018, nach der Wahl.

(Bericht: Lorena Fladenhofer, Fotos: FD)