Am 19. Januar machte sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Marienschule auf den Weg ins 10.000km entfernte Tuxtla Gutiérrez im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Dort wurden sie freudig von ihren Gastfamilien empfangen, die sie bereits im August in Deutschland kennengelernt hatten.

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Neben dem Besuch der Schule und des Aufenthalts in den Gastfamilien standen bei diesem kulturellen Austausch auch Besichtigungen wichtiger mexikanischer Sehenswürdigkeiten und Städte wie San Cristóbal de las Casas und der Maya-Ruinen von Palenque auf dem Programm. Zudem gewannen die deutschen Jugendlichen einen Einblick in das Leben der indigenen Bevölkerung in San Juan Chamula und Zinacantán.

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Darüber hinaus nahmen die Marienschülerinnen und –schüler am täglichen Leben der Gastfamilien teil, wobei auch der ein oder andere Kulturschock nicht ausblieb. Vor allem die Offenheit und Gastfreundlichkeit der mexikanischen Freunde überwältigte die deutsche Reisegruppe. Herzlich wurden sie mit landestypischen Tanzeinlagen und einer Mariachi-Band in die Schulgemeinde aufgenommen.

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Traurigen Herzens und mit vielen unvergesslichen Eindrücken treten die Jugendlichen am kommenden Sonntag die Heimreise an. Eines ist sicher: Hinter ihnen liegt eine einmalige Erfahrung, die durch die geknüpften Freundschaften noch lange Zeit nachwirken wird.

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(Bericht: DU)

Die Marienschule hat als Spende vom Reha-Team Aartal einen neuen Patientenlifter erhalten. Der Patientenlifter dient der Unterstützung bei der Mobilisation von Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Patientenlifter 2020 03Durch die Spende des Rehateams Aartal kann der Pflegeunterricht noch praktischer gestaltet werden. Die Schüler und Studierenden der beruflichen Schule lernen den korrekten und sicheren Umgang mit einem Patientenlifter im Unterricht.

Patientenlifter 2020 2Selbsterfahrung steht im Pflegeunterricht oft Mittelpunkt, um ein Gefühl für die Bedürfnisse und Gefühle der Bewohnerseite bekommen zu können. Die Klasse SO Pflege probierte deshalb sofort den neuen Patientenlifter mit ihrer Pflegelehrerin Frau Buchenthal aus.

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(Bericht: BUC)

Die Klasse 5c beschäftigte sich in ihrem Biologieunterricht mit der Frage, wie sich Tiere an Wärme und Kälte anpassen können. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, führten sie ein spannendes Experiment, wie und wo der Körper am meisten Wärme verliert, durch.

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Die Vermutung war, dass Tiere ein dickes Fell im Winter bekommen, damit sie weniger Wärme durch die Isolation verlieren. Um dies zu überprüfen, wurden mit der Wärmebildkamera Aufnahmen gemacht, die den Körper mit und ohne Jacke als „Fellersatz“ zeigen.

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Und tatsächlich, die Vermutung bestätigte sich, der Körper wird durch die Jacke (Fell) geschützt, die Wärmebildkamera zeigte kühle Temperaturen am Oberkörper (grün), während ohne Jacke der Oberkörper die Wärme verliert, die Oberfläche wurde rot angezeigt.

(Bericht und Fotos: FR)

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Nur noch 7.000 Gefangene waren am Leben - mindestens 1,1 Millionen Menschen hatten die Nazis dort zuvor ermordet. Unter ihnen auch die niederländisch-jüdische Intellektuelle Etty Hillesum. Ihrer und aller anderen Opfer gedachten die Schülerinnen und Schüler der Q2 in einem Gottesdienst.

Etty Hillesum
Etty Hillesum war eine Jüdin, die in Amsterdam Psychologie studierte, während die Nazis die Niederlande besetzten und Juden deportierten. Sie verfasste ein Tagebuch, "Das denkende Herz", und beschrieb darin, wie sie die sich verschärfende Situation aushalten konnte: indem sie die Würde und die Liebe nicht aufgab.

Trotz allem die Liebe nicht verlieren, das bedeutet für sie Gott nahe zu sein. Es wurden Texte des Buches gelesen. Clara Blanche begleitete die Texte mit ausgewählten Klavierstücken. Mit Leonhard Höhler am Klavier trug sie bewegend das Vater Unser von Arvo Pärd vor, das endet mit der Bitte: Und erlöse uns von dem Bösen.

(Text: DZ)

In Zeiten zunehmender populistischer Strömungen ist es wichtig, Vorurteilen, Intoleranz und Diskriminierung die Stirn zu bieten. Einer der erfolgreichsten Battle-Rapper Deutschlands, der aus Israel stammende Ben Salomo, hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Antisemitismus aktiv entgegenzuwirken. Am Freitag, dem 24. Januar 2020, war der jüdische Rapper, YouTuber und Buchautor zu Gast an der Marienschule. Mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 diskutierte er über Antisemitismus in der heutigen Zeit und erzählte von privaten Konfrontationen aufgrund seiner Religion.

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Zu Beginn der Veranstaltung wurde der in Berlin lebende Referent von der stellvertretenden Schulleiterin Nicole Scharbach sowie der Landtagsabgeordneten der FDP, Marion Schardt-Sauer, im Namen der Liberalen Stiftung herzlich begrüßt. Anschließend stellte sich Ben Salomo persönlich bei den Schülerinnen und Schülern in der Aula der Marienschule vor. So erzählte er unter anderem von seiner Konzertreihe „Rap am Mittwoch“, bei welcher er 2018 nach acht Jahren Arbeit ausgestiegen sei. So sagte er: „Ich habe aus Protest meine Veranstaltung beendet.“ Ben Salomo sei vor allem in der Rapszene immer häufiger mit Antisemitismus konfrontiert gewesen. Mit dieser Geste wollte er ein Zeichen setzen.

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Daraufhin begann der Youtuber von seiner Geschichte zu erzählen. Geboren in Israel und als Kind nach Deutschland ausgewandert, habe er schon früh feststellen müssen, dass nicht jeder Mensch positiv gegenüber dem Judentum eingestellt ist. Dies bemerkte er das erste Mal, als er als kleiner Junge in den Kindergarten ging. So fielen ihm vor allem die bewaffneten Polizisten am Eingang des jüdischen Kindergartens in Berlin sofort auf. Doch aufgrund der erhöhten Gefahrenlage waren diese Polizisten unverzichtbar. Nur drei Jahre später reiste er zusammen mit seiner Familie nach Israel, um seinen Großvater zu besuchen. Dieser erzählte dem damals achtjährigen Jungen von seiner Kindheit und Jugend während der Zeit des Nationalsozialismus. So wurde Ben Salomo zum ersten Mal bewusst, dass die Vergangenheit auch unmittelbar das Schicksal seiner Familie verändert hatte. Doch trotz aller Erzählungen hatte Ben bis dato keine eigenen antisemitischen Erfahrungen gemacht. Dies änderte sich schlagartig als er elf Jahre alt war. Sein damaliger bester Freund stellte ihm die ganz einfache Frage: „Was bist du?“. Eine Frage, die in Berlin täglich mehrmals gestellt wird, doch Bens Antwort: „Ich bin Jude. Ich komme aus Israel“, sollte das Verhältnis der beiden für immer verändern. Als sein Freund am nächsten Tag zusammen mit anderen Jugendlichen ihn schlagen wollte, verstand Ben Salomo zum ersten Mal, was es hieß, in der heutigen Gesellschaft den jüdischen Glauben zu vertreten. Doch er wehrte sich erfolgreich.

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Nichtsdestotrotz erzählt der YouTuber, dass er vor allem in der heutigen Zeit immer häufiger mit Antisemitismus konfrontiert wird. Um den Schülerinnen und Schülern der Marienschule dies näher zu bringen, erzählte er verschiedene Gerüchte über Juden. Die Schüler sollten anschließend mit Handzeichen anzeigen, welche der Gerüchte auch sie schon einmal gehört hatten. Die Zahl der Meldungen war erstaunlich. So kannte fast jeder der Jugendlichen Gerüchte über Juden. Der Rapper zitierte in diesem Zusammenhang Theodor Adorno, der einmal sagte, dass schon ein Gerücht über Juden Antisemitismus sei. Mit dieser Definition machte der Berliner aufmerksam auf unauffällige Diskriminierung im Sprachgebrauch. Als Abschluss seines Vortrags schloss Ben Salomo eine Vereinbarung mit der Jahrgangsstufe 10. So appellierte er: „Stellt euch auf die Seite derer, die betroffen sind. Duckt euch nicht weg, sondern setzt euch ein für eure Mitmenschen.“ In der heutigen Gesellschaft sei es demnach wichtig, sich für andere Menschen einzusetzen und einzugreifen, wenn Antisemitismus, Faschismus oder Diskriminierung im Alltag verbreitet werden.

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Nach dem Vortrag des Rappers hatten die Schülerinnen und Schüler noch einmal Zeit, um Fragen zu stellen. Eine Schülerin stellte dabei unteranderem die Frage, wie der Rapper mit der Verantwortung der Deutschen nach dem Holocaust umgehe. Dieser antwortete daraufhin, dass es wichtig sei, über die Vergangenheit zu reden und nicht darüber zu schweigen. Weiterhin sagte er: „Kinder werden nicht mit Hass geboren. Den erlernen sie.“, womit er auf den Einfluss der Gesellschaft auf Kinder aufmerksam machte. So habe er große Bedenken, wenn er über manche Politiker oder die Geschehnisse in Halle nachdenke. Jedoch könne er auch optimistisch in die Zukunft blicken, wenn er Jugendlichen in Schulen begegne, die den Mut hätten zu intervenieren und für Gerechtigkeit einzustehen. Zum Abschluss beendete der YouTuber seinen Vortrag mit einer Rapeinlage und sensibilisierte mit diesem Songtext die Jugendlichen noch einmal für Antisemitismus.

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(Bericht: Franziska Seitz, Fotos: NH)