Die Ursprünge des Limburger Schulwesens - auch der Mädchenbildung - reichen sehr weit zurück. Als Zeitpunkt der Gründung der Marienschule ist die Übernahme der Klosterschule des Domkapitulars Julius Eiffler durch die Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi (ADJC) anzusehen.
Weitere Informationen über die Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi
(Dernbacher Schwestern) finden Sie unter: www.dernbacher.de

1895 wird die ministerielle Schulkonzession für die Niederlassung der Armen Dienstmägde Jesu Christi in Limburg erteilt. Sr. Leonissa Baldus wird Schulleiterin und Hausoberin.

Sr Leonissa
Sr. Leonissa Baldus

Es werden 77 Schülerinnen im "kleinen Haus" an der Graupfortstraße unterrichtet. Noch im Jahr 1895 erfolgt die Grundsteinlegung für einen Neubau.

1895 SchulhausDas Schulhaus von 1895. Im Hintergrund die Werner-Senger-Straße

Am 31.08.1896 wird das neue Schulgebäude eingeweiht. Das kleine Haus wird von einer Privatschule für Lehramtskandidatinnen der ADJC aus Luterade (Niederlande) bezogen. Beginn des Internatsbetriebes mit zwei "Pensionärinnen".

 

Zeunis1899
 Zeugnis von 1899. Der Name "Marienschule" hatte sich noch nicht durchgesetzt.

 

 1900 Haupteingang
Eingang von der Graupfortstraße um die Jahrhundertwende, an der Stelle des heutigen Hochhauses

 

1900Blick von Graupfort 
Sicht auf den heutigen Schulhof von der Graupfortstraße
um die Jahrhundertwende

 

1900Blick von Eisenbahn
Sicht von der Eisenbahnseite um die Jahrhundertwende

1900: Die Anzahl der Schülerinnen beträgt 145, davon leben 67 im Internat.

 

Internat 1900I
Internatsgruppe um 1900

 1901: Auf Drängen einiger Limburger Bürger wird am 15.10.1901 die Handelsschule mit 20 Schülerinnen eröffnet. 


 Schreibmaschinensaal 1905
Schreibmaschinensaal um 1903

1903: Zweite Erweiterung des Schulgebäudes. Der Name Marienschule setzt sich durch.

Kueche
Schulküche um 1903

1908: Dritter Erweiterungsbau

1909: Die Marienschule erhält die Anerkennung als Lyzeum. Es wird ein Oberlyzeum angeschlossen, das vorwiegend der Lehrerinnenausbildung dient.

1910: Die Anzahl der Schülerinnen beträgt 368.

1910: Gründung der Frauenfachschule, die an das Lyzeum anschließt.

1911: Bau der Schulturnhalle

1900 Schulturnhalle
Schulturnhalle um 1912

1914: Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wird Limburg zum Knotenpunkt der Eisenbahntransporte an die Westfront.

Truppentransport1914 15
Transportzug vor der Marienschule

1915: In der Turnhalle der Marienschule wird ein Lazarett eingerichtet, das bis 1918 parallel zum Schulbetrieb besteht.

1915 Turnhalle Lazarett
Lazarett in der Turnhalle der Marienschule um 1915

Anmerkung des Verfassers: Im Jahr 1917 wurde mein ursprünglich aus Schlesien stammender Großvater als Soldat in Frankreich verwundet und zur Genesung nach Limburg transportiert. Im Lazarett der Marienschule lernte er eine Pflegerin aus Lindenholzhausen, meine spätere Großmutter, kennen.

1916: Das früheste bekannte Zeugnis über das soziale Engagement der Schulgemeinde zugunsten von Kriegswaisen. Dieser Aspekt der Schulkultur lebt heute in Form der jährlichen Martinsaktion weiter.

1916 Kriegswahrzeichen

1917: Sr. Erika Henkes löst Sr. Leonissa als Schulleiterin ab. Sr. Erika gehört zu den ersten Ordensfrauen, die an einer öffentlichen Universität Mathematik und Physik studiert hatten. Ihr Direktorat ist durch die Kriegs- und Nachkriegszeit sehr schwierig.

Sr Erika
Sr.Erika Henkes

1918: Umwandlung der zweijährigen Frauenschule in eine einjährige Frauenschule

Haushaltskurs1920 3
Zeugnis der einjährigen Frauenschule

1920: Die Anzahl der Schülerinnen beträgt 556. In diesem Jahr wird eine einjährigen Höheren Handelsschule eingerichtet.

Haushaltskurs1920 1
Theateraufführung um 1920

In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts werden an der Marienschule auch Jungen unterrichtet.

Zeugnis Schuy

 

1923: Einrichtung der einjährigen Haushaltungsschule

Frauenschule
Schülerinnen der einjährigen Haushaltsschule

1925: Einführung eines einjährigen Lehrgangs zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen im Anschluss an die einjährige Frauenschule.

1926: Sr. Erika wird als Generalassistentin für die ordenseigenen Schulen ins Mutterhaus der ADJC nach Dernbach berufen. Sr. Adalberta Wulf tritt ihre Nachfolge als Direktorin der Marienschule an.

 Sr Adalberta
Sr. Adalberta Wulf

1927: Beginn des großen Erweiterungsbaus. Es wird der gesamte Bereich links des Treppenhauses und das Treppenhaus selbst errichtet. Damit wird die zunächst isoliert stehende Turnhalle mit dem restlichen Schulgebäude verbunden. Die heutige Form des Gebäudekomplexes entsteht.

 Schulhaus 1929a

 Schulhaus 1929c
Ansichten der Schul- und Internatsgebäude um 1929

1930: Die Anzahl der Schülerinnen beträgt 645.

1930: Umwandlung der einjährigen Kindergärtnerinnenausbildung in einen zweijährigen Lehrgang zur gemeinsamen Ausbildung von Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen.

1933: Zu Beginn der Nationalsozialistischen Zeit ändert sich am Status der Marienschule zunächst nichts. Jedoch führt der äußere Druck zu einer gespannten und angstbeladenen Atmosphäre, wie aus dem Bericht von Sr. Wilfreda hervorgeht:
"Wir lebten damals in der Doppelatmosphäre des 3. Reiches, und sie bewirkte bei vielen Menschen - auch bei Schülerinnen und deren Familien - Doppelgesichter. Wir Lehrpersonen mussten damit rechnen, dass jedes Wort, alles Tun und Lassen kritisch beobachtet wurde. Das konnte für Einzelperson und Schule tragische Folgen haben."
(Sr. Wilfreda Kurzenacker, Festschrift zum 75 jährigen Bestehen der Marienschule)

 1931 Marienschule
Schulgebäude in den Dreißiger Jahren

1934: Einrichtung einer Schule für Kinderpflege- und Haushaltsgehilfinnen.

1936: Zunehmender Druck staatlicher Stellen auf die Ordenslehrkräfte.

1938: Sr. Adelgardis wird wegen staatsfeindlicher Äußerungen angezeigt, ihr wird die Unterrichtserlaubnis entzogen.

1939: Die Anzahl der Schülerinnen geht aufgrund der gesellschaftlichen Situation auf 515 zurück.
Am 15.04.1939 erfolgt die Schließung der Marienschule bis auf einen kleinen Zweig der Handelsschule. Die Gebäude müssen verkauft werden. Den Schwestern verbleibt lediglich das Internatsgebäude.
In den Gebäuden der Marienschule wird eine staatliche Oberschule für Mädchen (Hans-Schemm-Schule) eingerichtet. Die Anzahl der Schülerinnen geht auf 320 zurück.

WittmannEhrung1939
Eine Auszeichnung für besondere Leistungen durch den Schulleiter Oberstudiendirektor Lau

1942Luftschutzübung
Im Jahr 1942 findet in der Hans Schemm Schule eine Luftschutzübung unter Anwesenheit von Repräsentanten der NSDAP statt. In der dritten Reihe rechts: Oberstudiendirektor Lau

1945: Die Marienschule wird in die Trägerschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi zurückgegeben. Da sich im Haupttrakt noch ein Lazarett mit 600 Betten befindet, kann lediglich das Realgymnasium mit 357 Schülerinnen den Unterrichtsbetrieb aufnehmen. Sr. Raphaele Schüring wird Schulleiterin.

 Sr Raphaele
Sr. Raphaele Schüring

1946: Wiedereröffnung der beruflichen Schulzweige.

1947: Erstes Abitur nach dem 2. Weltkrieg, 34 Abiturientinnen verlassen die Marienschule.

1950: 838 Schülerinnen besuchen die Marienschule, davon leben 109 im Internat.

1951: Erste Demokratisierungstendenzen im Schulbetrieb: Es werden ein Elternbeirat und eine Schülervertretung gewählt. Die neue Schulordnung wird von der Lehrerkonferenz, dem Schülerrat und der Elternvertretung verabschiedet.

 Schulhaus 1955
Das Schulgebäude um 1955

1956: Das Realgymnasium erhält die Bezeichnung: "Gymnasium für Mädchen". Die Oberstufe wird aufgegliedert in einen sprachlichen und einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig.

1957Luftaufnahme
Das Luftbild entstand im Jahr 1957

1958: Beginn des Schüleraustausches mit England.

1962: Es findet erstmals ein Schulfest statt.
Die Kontakte mit einer Partnerschule in Nigeria werden in einer viel beachteten Ausstellung dokumentiert.

1963: Beginn des Schüleraustausches mit Frankreich (Institut St. Jean in Elbeuf).
Das Dachgeschoss des Schulgebäudes wird ausgebaut, es entstehen 13 neue Klassenräume.

Schulhaus 1964
Das Schulgebäude nach dem Ausbau des Dachgeschosses

1964: Die Anzahl der Schülerinnen beträgt erstmals mehr als 1000.

1967: Abriss des Altbaus, der sich auf dem Gelände des heutigen Hochhauses befand.

1967: In der Wochenzeitschrift "DER SPIEGEL" wird im Rahmen eines umfangreichen Berichts "Das Ende der Konfessionsschule" ein Artikel über die Marienschule mit dem Titel: "Ins Café statt in die Kirche" veröffentlicht.

1969: Einweihung des Hochhauses in dem der Schwesternkonvent, das Internat und die Schulverwaltung untergebracht war.

1969Luftaufnahme
Das Luftbild entstand unmittelbar nach dem Bezug des Hochhauses. Der Hof ist noch nicht befestigt.

Schulhaus 1969
Das Schulgebäude um 1970

1970: Am 26.04.1970 wird das 75 jährige Jubiläum der Marienschule gefeiert. Prof. Dr. Rupert Lay SJ hält den Festvortrag zum Thema: "Die Bedeutung Teilhard de Chardins für die christliche Deutung naturwissenschaftlicher Erkenntnis."
Sr. Raphaele wird als Schulleiterin verabschiedet, Sr. Gabriel Cosack übernimmt die Leitung der Marienschule.
 

Sr Gabriel
Sr. Gabriel Cosack

1972: Französisch wird neben Englisch als erste Pflichtfremdsprache eingeführt.

1976: Die Oberstufe wird nach dem KMK-Modell (Kultusministerkonferenz) reformiert.
Der Klassenverband wird aufgelöst und die Schülerinnen können durch die Wahl von Leistungsfächern eigene Schwerpunkte setzen. Dadurch werden die Organisation und der Stundenplan komplizierter.

1978: Am 16. April 1978 wird Katharina Kasper, die Gründerin der Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu und der Marienschule Limburg von Papst Paul VI. selig gesprochen. Eine Delegation der Marienschule fährt zu den Feierlichkeiten nach Rom.

Seligsprechung
Papst Paul VI. mit Sr. Gabriel

1980: 1423 Schülerinnen besuchen die Marienschule.

1982: Sr. Gabriel wird als Schulleiterin an die Marienschule nach Opladen versetzt.
Sr. Christiane Humpert übernimmt die Leitung der Marienschule.

Sr. Christiane
Sr. Christiane Humpert

1984: Gründung des Vereins der Freunde, Förderer und Ehemaligen der Marienschule.
Einrichtung des ersten Computerraumes in der Marienschule.

 Computerraum1
Erster Computerraum in der Marienschule

1985: Feier des 90 jährigen Jubiläums der Marienschule.

1988: Erstes Treffen ehemaliger Schülerinnen.
In den Folgejahren wird der Ehemaligentag zur ständigen Einrichtung.

1990: 1281 Schülerinnen besuchen die Marienschule.

1993: Schließung des Internats. Beginn der Sanierung des Hochhauses. Die Kosten werden vom Bischöflichen Ordinariat getragen, das dafür große Teile des Hauses mietfrei nutzt.
Der Schwesternkonvent zieht in das Haus an der Frankfurter Straße um.

1994: Es wird erstmals ein Schulgeld erhoben.

1995: 100 jähriges Jubiläum der Marienschule.
Bischof Franz Kamphaus zelebriert den Festgottesdienst.
Frau Professor Dr. Hanna Barbara Gerl-Falkowitz hält den Festvortrag zum Thema:
"Von der Erziehung zur Selbstbildung".
Es finden zahlreiche Veranstaltungen zur Feier des Jubiläums statt.

1996: Am 01.01.1996 tritt die Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi die Trägerschaft der Marienschule an die St. Hildegard Schulgesellschaft ab.

1998: Erster Internetanschluss der Marienschule über das Limburger Schulnetz.
Erstellung der ersten Homepage.
Aufführung der "Carmina Burana" von Carl Orff unter der Leitung von Christoph Pabst
in der Stadthalle.

2000: 1532 Schülerinnen besuchen die Marienschule.

2001: Sr. Christiane verlässt die Marienschule und wird in den Generalrat der Armen Dienstmägde Jesu Christi gewählt.

2002: Dr. Joachim Ackva übernimmt die Leitung der Marienschule. Das Gartenhaus mit 8 Klassen-, einem Musik- und einem Kunstraum wird eingeweiht. Beginn der Sanierung der naturwissenschaftlichen Fachräume.

 Dr. Joachim Ackva
Dr. Joachim Ackva

2003: Die Marienschule wird von der Kultusministerin als erfolgreichste Schule im Landeswettbewerb Mathematik der Jahrgangsstufe 8 in den Jahren von 1999 - 2003 ausgezeichnet.

3Schulleiter 1
Beim Ehemaligentag trifft Schulleiter Dr. Joachim Ackva seine beiden Vorgängerinnen
Sr. Gabriel und Sr. Christiane.

2010: Erstmals nach mehr als 90 Jahren wird eine Jungenklasse aufgenommen. Das Prinzip der Monoedukation wird beibehalten.

Jungenklasse
Erste Jungenklasse: Ausflug

 2013: PD Dr. Henrike Zilling übernimmt die Leitung der Marienschule

Zilling2

 

Dr. Hans Paul Breunig