Diese Frage, gestellt von einem Dozenten der privaten Hochschule Accadis in Bad Homburg, musste jeder Wirtschaftskursschüler der E-Phase am vergangenen Donnerstag persönlich beantworten.

Zunächst liegt auf der Hand, dass Google unser täglicher Begleiter ist. 2,9 Millionen Suchanfragen pro Minute (Stand 2009) werden weltweit gestellt. Die Erfolgsstory, die 1998 mit der Veröffentlichung einer Diplomarbeit startete und mit einem 72.000 Mitarbeiter umfassenden Unternehmen (Stand 2016) anhält, schreibt sowohl weltweit als auch besonders in Deutschland Internetgeschichte: In Deutschland benutzen 94% der Internetuser diese Suchmaschine (Bing 5%). Bei einer solchen Marktmacht fragt man sich natürlich, was macht gerade Google so erfolgreich, dass wir andere Suchmaschinen, die es durchaus gibt, kaum kennen?

Google investierte im Vergleich zu anderen Anbietern enorm in die Qualität der Suchergebnisse und löste daher die 1994 erfundene erste Suchmaschine Yahoo relativ schnell ab. Da bei Google Korrekturvorschläge gemacht („Meinten Sie…“), Pronomen und Artikel aus der Suchanfrage ignoriert, die Wortreihenfolge der Eingabe berücksichtigt und gute Sprachprogramme eingesetzt werden, können die gefundenen Einträge schnell und qualitativ hochwertig in ein Ranking nach den meist aufgerufenen Seiten sortiert werden. 42% der Suchenden klicken das erste Suchergebnis an und nur 12% klicken sich bis Seite 2 vor.

Hier wird ansatzweise deutlich, welche Gefahren sich verbergen, wenn im Internet fake news verbreitet werden und Google bestimmen kann, welche Quellen auf uns Einfluss nehmen. Hinzu kommt, dass Firmen Google für jeden Klick auf ihre Werbung Geld bezahlen, Werbung daher adressatenspezifisch und optisch auffällig platziert wird, dass Google immer weiß, was wir wollen. Denn alle Android-Nutzer kommen auch gar nicht um Google-Produkte herum, da diese Voreinstellungen nicht veränderbar sind. Auf diese Weise senden wir täglich Daten über Vorlieben (Musik, Suchanfragen), Tätigkeiten und ggf. Aufenthaltsorte (Google Maps) und Google kann diese nutzen, um die Suchergebnisse weiter zu optimieren. Die „virtuelle Macht“ Google weiß auf diese Weise, was wir denken und wollen, ohne dies je ausgesprochen zu haben. In Deutschland wird im internationalen Vergleich immer wieder über Datenschutz debattiert (Achtung der Art. 1 und 2 des Grundgesetzes) und politische Reglementierung gefordert. Letztendlich liegt es bei uns, inwiefern wir Google den Zutritt in unsere Privatsphäre gewähren. Eine adäquate Alternative bietet sich jedoch nicht wirklich. Google: Fluch oder Segen? – Eine Frage, über die wir wenigstens mal einen Moment nachdenken sollten.

(Bericht: MN)