Zwei PoWi-Kursen der Q3 bot sich am Mittwoch die Chance, einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Sicherheitspolitik zu werfen. Der Leistungskurs von Reinhard Groß und der Grundkurs von Michael Emmerich besuchten hierzu gemeinsam das Bonner Verteidigungsministerium sowie den ehemaligen Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

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Wer entscheidet eigentlich darüber, ob die Bundeswehr im Ausland eingesetzt werden darf? Auf welche Weise hilft sie den Menschen dort mit ihren Tätigkeiten? Welche Probleme stellen akute Bedrohungen für den Weltfrieden dar? Fragen wie diese nahm sich Jugendoffizier Jens Mattheis im Bundesministerium für Verteidigung zum Anlass, den Schülerinnen einen Einblick in die Welt der deutschen Sicherheitspolitik zu bieten – und das aus erster Hand. In einem interessant gestalteten Vortrag informierte er seine Zuhörerinnen unter anderem über die vielgestaltigen Einsätze, an denen die Bundeswehr aktuell zum Beispiel in Afghanistan, Mali oder am Horn von Afrika im Kampf gegen Piraten beteiligt ist.

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Auch das Grundgesetz als Basis für die Befugnisse der Armee oder die Rolle der Mitgliedschaft in internationalen Organisationen wie der UNO und NATO gehörten zu den Themen seiner Präsentation. Er betonte die vielfältigen Aufgaben, die die Bundeswehr im Ausland einnimmt und die von humanitärer Hilfe über beratende Funktionen bis hin zu Vermittlertätigkeiten reichen. Akute Gefährdungen für den Weltfrieden träten als Folge von Ressourcenknappheit, interkulturellen Spannungen oder Umweltkatastrophen auf. Besonders Filmmaterial und Bilder, die die teils erschreckenden Verhältnisse während der Auslandseinsätze zeigten, sorgten für nachdenkliches Schweigen im Publikum.

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Nach dem Vortrag bestand die Möglichkeit, Fragen an den Jugendoffizier zu richten. Nicht nur Erkundigungen nach sicherheitspolitischen Themen, sondern auch nach dem Bundeswehrskandal, der mit fragwürdigen Aufnahmeriten oder rechtsextremen Soldaten jüngst durch die Medien ging, gehörten hierbei zu den Interessensschwerpunkten der Marienschülerinnen. Die Offenheit und Ernsthaftigkeit, mit der der Jugendoffizier auf alle Fragen einging, hinterließen einen bleibenden Eindruck bei seinem Publikum. „Ich fand die Exkursion sehr informativ. Man hat einen guten Einblick darin erhalten, wie die gelernten Unterrichtsinhalte in Wirklichkeit ablaufen. Außerdem konnte man erleben, wie Soldaten Sachen wie den Bundeswehrskandal auffassen“, berichtete später eine Schülerin.

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Tatsächlich stimmte der Ausflug sehr gut mit dem Halbjahresthema Außenpolitik und Globalisierung überein, das dem Jahrgang bereits ein fundiertes Grundwissen über weltweit bedeutsame Konflikte vermittelte. Die Exkursion trug dazu bei, dieses zu festigen und zu vertiefen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Verteidigungsministerium fuhren die beiden PoWi-Kurse weiter zum ehemaligen Regierungsbunker nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bei einer Führung lernten sie viel über dessen lange Geschichte, bis ins kleinste Detail durchdachten Aufbau und damaligen Nutzen im Falle eines (atomaren) Krieges. Bis zu einen Monat hätten Bundeskanzler und Bundespräsident samt tausenden weiteren Mitarbeitern in der unterirdischen Stadt ausharren können, doch eine solche Maßnahme musste glücklicherweise nie ergriffen werden.

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Die umfangreiche Exkursion war für die Marienschülerinnen also ein besonderes Erlebnis, bei dem sie viel Neues lernen und bereits Bekanntes vertiefen konnten.

(Bericht: Anna Manz, Fotos: Paula-Marie Schillo | GB)