„Ich bin auch nur ein Mensch“, mit diesen berühmten Worten wendet sich Seine Heiligkeit der Dalai Lama noch einmal an die 1600 Schüler und Lehrer, die nur für ihn in die Frankfurter Jahrhunderthalle gekommen sind. „Aber wenn Euch gefällt, was ihr gehört habt, dann tragt es weiter. Dann können wir gemeinsam etwas erreichen.“

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Es ist diese Einstellung, die den Dalai Lama zu einer internationalen Respektsperson macht, zu einem Idol für unterschiedliche Menschen aller Religionen. Das Oberhaupt der Buddhisten will keinen Personenkult, sondern die Menschen überzeugen, die gewillt sind, ihm zuzuhören. Das gilt nicht nur für Buddhisten, sondern für die gesamte Weltgemeinschaft, „7 Milliarden Schwestern und Brüder“, wie sie der Dalai Lama begrüßt.

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Aber was macht ihn so besonders? Was hat dieser stets lächelnde 82jährige an sich, das ihn die Menschen auf der ganzen Welt begeistern lässt? Ich, Paula-Marie Schillo, 17, habe es hautnah erfahren dürfen.
Beim Betreten der Bühne, schüttelt er jedem von uns Schülern die Hand, bevor er sich in der Mitte zwischen uns in einem Sessel niederlässt. Als er die Aufregung in unseren Gesichtern sieht, wirft er jedem einen langen, aufmunternden Blick zu und tätschelt den Arm des ersten Fragestellers. Unter Buddhisten, erfahre ich später von einer interessierten Journalistin, gilt es als Zeichen lebenslangen Glücks, einmal im Leben vom Dalai Lama berührt zu werden. Und mit dieser Ehre ist Seine Heiligkeit keineswegs knauserig. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, einer so wichtigen Person so nah zu sein. Doch noch mehr als das hat es mich beeindruckt, Seiner Heiligkeit ganz ohne Berührungsängste begegnen zu können.

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Wenn der Dalai Lama betont, er sei nur ein Mensch, kommt diese Gewissheit aus seinem Herzen. Es ist eine innere Einstellung, mit der er jeder Persönlichkeit begegnet und uns Schüler spüren lässt, dass wir für ihn keineswegs weniger wichtig sind als ein Besuch bei der Bundeskanzlerin oder dem US-Präsidenten. Ob es die Art ist, wie Seine Heiligkeit munter mit den Beinen baumelt und die Runde grinst, während ein Übersetzer seine Antwort für den Saal noch einmal auf Deutsch wiedergibt, seine Art sich immer wieder bei seinem tibetischen Übersetzer zu erkundigen, ob er auch das richtige englische Wort gebraucht, oder schlichtweg das Fehlen jeglicher Berührungsangst mit uns – 10 fremden Schülern aus einem fremden Land – der Dalai Lama tritt nicht in einer Rolle auf.

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Er erscheint als Mensch, und als solcher beantwortet er auch unsere Fragen. Eine Haltung, wie ich sie noch nie bei einem Würdenträger erlebt habe und die einen Eindruck hinterlassen hat, der mich mein ganzes Leben lang begleiten wird.

(Bericht: Paula-Marie Schillo, Fotos: SG | GB)