Sie kamen von nah und fern. Heidelberg, München, gar aus dem Ausland: Kein Weg war ihnen zu weit. Die Rede ist vom traditionellen Tag der Ehemaligen der Marienschule Limburg, an dem mehr als 300 Frauen die Chance nutzten, in ihren Erinnerungen zu schwelgen und sich mit ihren damaligen Schulkameradinnen darüber auszutauschen. Eine Sonderrolle nahm diesen Samstag das Ausscheiden Schwester Christiane Humperts, der früheren Schulleiterin, aus dem Vorstand des Vereins der Ehemaligen und Förderer ein.

Ehemalige 2017 3
Der Ehemaligentag begann mit einer Andacht in der Kapelle, die von Kaplan Daniel Engels gehalten und von Oberstufenleiter Philipp Naumann musikalisch begleitet wurde.

Ehemalige 2017 1
Danach erwartete die ehemaligen Marienschülerinnen in der Aula eine Darbietung der Bläserklasse 6a unter der Leitung von Christoph Pabst, an die sich eine herzliche Begrüßung seitens des stellvertretenden Schulleiters Dirk Fredl anschloss.

Ehemalige 2017 2
Das zentrale Thema seiner Grußworte bildete die Verbindung von Tradition und Moderne. Was früher das 10-Finger-Schreiben auf Schreibmaschinen gewesen sei, entspreche heute einer Einführung in Informations- und Kommunikationstechnische Grundlagen, aus dem alten Wirtschaftsgymnasium habe sich ein Basics-in-Business-Kurs für die Oberstufe entwickelt, ja gar die letzten Tische des vorigen Jahrhunderts seien erst am Vortag gegen neue ausgetauscht worden. „Aber uns vereint eines: Sie sind hier gut ausgebildet worden und mit den uns heute Anvertrauten wollen wir das genauso machen“, berichtete Dirk Fredl. Es gehe aber nicht nur um das Aufrechterhalten von Qualität und Niveau, sondern auch um deren Weiterentwicklung: „Schule steht nie still – nächstes Jahr können wir wieder Neues erzählen.“ Im Rahmen seiner Grußworte informierte er die voll besetzte Aula demzufolge über die Entwicklungen an der Marienschule im letzten Jahrzehnt, zu denen einige bauliche Neuerungen, aber auch die Einführung von Jungenklassen zählten.

Ehemalige 2017 4
Im Anschluss gebührten der langjährigen Schulleiterin Schwester Christiane Humpert als Bindeglied zwischen Tradition und Moderne große Ehrungen. Nicht nur ihr Engagement in dieser Position, sondern auch danach als Vorsitzende des Vereins der Ehemaligen und Förderer wurde anerkennend gewürdigt. „Es ist schwer, Schwester Christianes große Fußstapfen zu füllen“, lobte Professor Thorsten Daubenfeld, der nun ihr Amt übernimmt. Er ernannte sie daraufhin feierlich zur Ehrenvorsitzenden. Auch bei den Schülerinnen war sie überaus beliebt, wie Rebekka Gavriely (Abiturjahrgang 1997) später berichtete: „Sie kannte nicht nur die Namen aller, sondern auch deren Geschwister oder wohin man kürzlich umgezogen war. Man wurde einfach persönlich wahrgenommen.“

Ehemalige 2017 5
Ilona Größer, die über Jahrzehnte hinweg die Mitgliederdatei geführt hatte, wurde ebenso für ihr langjähriges Engagement im Verein mit einer Ehrenmitgliedschaft belohnt.

Ehemalige 2017 6
Professor Daubenfeld kam außerdem die lohnende Aufgabe zu, die Jubilare der Abiturjahrgänge 1952, 1957, 1962 und 1967 zu ehren. Besonders Margot Vogt (geb. Noll) wurde mit schallendem Applaus empfangen. Als  älteste im Saal bestand sie ihr Abitur vor unglaublichen 70 Jahren, im ersten Jahrgang nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947. „Die Marienschule war das Beste, was mir im Leben passiert ist. Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Miteinander – all dies ist uns gut gelehrt worden. Ich fühle mich immer noch als Mitschülerin“, erzählte sie später. Auch die Jubilare der Jahrgänge 1957 sowie 1967 der Kindergartenseminare und 1962 der Handelsschule erfuhren eine Ehrung.

Ehemalige 2017 7
Nach dem offiziellen Teil in der Aula bestand für die Ehemaligen die Möglichkeit, sich in die verschiedenen Klassenräume zu verteilen, alte Schulkameradinnen wiederzutreffen und gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Sätze wie „Ja, das weiß ich auch noch!“ oder „Genau, so war das früher“ hallten dann durch das Schulgebäude. Für die Ehemaligen bestand außerdem die Möglichkeit, Kaffee und Kuchen bei zwei Oberstufenkursen zu kaufen. Der Erlös kommt der Martinsspende zugute, die dieses Mal an ein Projekt der Dernbacher Schwestern sowie an ein Brunnenbauprojekt in Ruanda geht. Viele der Ehemaligen werden vermutlich auch im nächsten Jahr wieder der Einladung folgen, die Schwester Christiane in ihrer Dankesrede an sie richtete: „Ihr seid hier immer willkommen.“

Ehemalige 2017 8
Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

(Bericht: Anna Manz, Fotos: MM | GB)