Mein Name ist Hanna Heinritz und ich bin noch bis zu den Sommerferien Bundesfreiwilligendienstleistende an der Marienschule in Limburg. Nach dem Abi, welches ich 2016 an dieser Schule gemacht habe, stellte sich mir die Frage: Was mache ich jetzt? Mit dem Studieren wollte ich noch nicht direkt beginnen, aber ein Jahr einfach mal nichts machen kam auch nicht in Frage. Bereits am Tag der Zeugnisvergabe wurden wir Abiturientinnen über die bestehende Möglichkeit informiert, ein FSJ oder einen BFD an der Marienschule zu leisten. Nach kurzem Überlegen habe ich mich dann bei der Fachstelle für Freiwilligendienste beworben und am 1. November 2016 ging es los.

Hanna Heinritz BFD 1
Mein erster Tag an der Schule war ehrlich gesagt doch etwas merkwürdig. Plötzlich hat man einen Schlüssel für das Lehrerzimmer und die Lehrerinnen und Lehrer, die man selber teilweise fast sein halbes Schulleben in einem Fach hatte, bieten einem das Du an. Eine Umstellung, an die ich mich dann jedoch ziemlich schnell gewöhnt habe. An seine alte Schule zurückzukehren ist in etwa wie ein Heimspiel beim Fußball. Man kennt nicht nur das Gebäude und die Gesichter, sondern auch das System und die Ziele, die verfolgt werden und trotzdem: Fragen hat man immer! Bereits am ersten Tag wurde ich von meinen ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern mit offenen Armen empfangen. Es ist ein tolles Miteinander und wenn ich Fragen habe oder Hilfe bei etwas benötige, kann ich mich jederzeit an jemanden wenden.

Hanna Heinritz BFD 2
Jetzt zu meinen Aufgaben: Als Bundesfreiwilligendienstleistende habe ich eine Hauptaufgabe. Diese bezieht sich auf die Betreuung und Unterstützung der Inklusionskinder an der Marienschule – ganz egal, ob als Begleitung bei Klassenraumwechseln, in der Pause, beim Sportunterricht oder als Unterstützung im pädagogischen Bereich. Neben dieser Tätigkeit bin ich noch in anderen Bereichen unterstützend dabei, wie z. B. in der Nachmittagsbetreuung, im Sekretariat oder in der Bibliothek. Die Arbeit in den vielen Bereichen macht mir persönlich sehr viel Spaß! Kein Tag ist wie der andere, sodass es abwechslungsreich ist und nicht langweilig wird. Ich bekomme viele Einblicke in den Schulalltag und sammle jeden Tag neue Erfahrungen und Eindrücke.

Hanna Heinritz BFD 4
Jedoch gibt es gewisse Tagesabläufe, die immer gleich sind. Mein Arbeitstag beginnt morgens um 7.30 Uhr mit dem Gong zur ersten Schulstunde. An einem Tag in der Woche betreue ich in den ersten beiden Stunden ein Mädchen, das nicht am Sportunterricht teilnehmen kann und übe mit ihr Mathe und Englisch. In der großen Pause geht es dann zur Begleitung eines weiteren Inklusionskindes hinein in das Schulhofgetümmel. Ähnlich wie die ersten beiden Stunden sehen auch meine dritte und vierte Stunde aus. Danach geht es ein weiteres Mal in die große Pause und anschließend begleite ich das Mädchen, welches ich täglich in den Pausen unterstütze, in den Kunstunterricht. In der großen Pause esse ich dann gemeinsam mit den Kindern der Nachmittagsbetreuung zu Mittag und nach einer kurzen Pause geht das Programm für die Kinder und mich um 13.30 Uhr weiter. Einmal in der Woche habe ich eine eigene kleine Gruppe, die ich bei den Hausaufgaben und beim anschließenden Lernen betreue. Ansonsten kümmere ich mich in der Schuloase um diejenigen, die schon mit allem fertig sind. Wir spielen und basteln gemeinsam, oder gehen bei gutem Wetter raus auf den Schulhof. Gegen 15.45 Uhr machen sich dann auch die letzten Kinder auf den Weg zum Bus. Dann heißt es für mich nochmal kurz nachschauen, dass auch alles wieder an seinem Platz steht und danach mache ich mich ebenfalls auf den Heimweg.

Hanna Heinritz BFD 3
Zu einem Bundesfreiwilligendienst gehört nicht nur die Arbeit in der Einrichtung, sondern auch die Teilnahme an Seminaren. Diese werden von der Fachstelle für Freiwilligendienste organisiert und durchgeführt. Neben dem Basisseminar und dem politischen Seminar, welche für alle Freiwilligen gleich sind, hat man die Möglichkeit, sich für weitere Wahlseminare anzumelden. Wie viele dieser Wahlseminare man besuchen muss, richtet sich nach der Dauer des Bundesfreiwilligendienstes. Ich habe bereits alle Seminare besucht und super nette Leute kennengelernt. Wir haben uns viel ausgetauscht über die Arbeit in den einzelnen Einrichtungen und haben auch in Zukunft vor, weiterhin in Kontakt zu bleiben.

Hanna Heinritz BFD 5
Dieser Bericht hat hoffentlich einen kleinen Einblick in meinen Alltag als Bundesfreiwilligendienstleistende geben können. Für alle die, die noch nicht genau wissen, wo die Reise hingehen soll: Ich würde mich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden! Und wer weiß, vielleicht ist unter den Leserinnen und Lesern schon der/die nächste Bundesfreiwilligendienstleistende an der Marienschule.

(Bericht: Hanna Heinritz, Fotos: MSL / GB)