"Können Sie mir bitte mal den Raum im dritten Stock aufschließen, das war unser Klassenzimmer?" Fragen wie diese waren an diesem Samstag beim Tag der Ehemaligen in der Marienschule keine Seltenheit: Mehrere hundert ehemalige Marienschülerinnen trafen sich in ihrer alten Schule, um über gemeinsame Erlebnisse, Ereignisse von den damaligen Klassenfahrten oder Kurioses aus dem Unterricht zu sprechen, teils mit ihren ehemaligen Lehrkräften. Kurz gesagt: Geschichten aus der persönlichen Geschichte standen im Mittelpunkt der gut gelaunten, aber auch nostalgisch gestimmten ehemaligen Marienschülerinnen. Unter ihnen zwei, die das Abitur unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg absolviert haben: Margot Vogt (geb. Noll) machte 1947 ihr Abitur, ein Jahr später war die Reifeprüfung von Liesel Hof (geb. Heep). Anna Manz berichtet.

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Wann kommen über 300 Frauen aller Altersstufen zusammen und schwelgen in Erinnerungen an ihre schöne Schulzeit? Natürlich beim Tag der Ehemaligen in der Marienschule. Neben einer Andacht, Ehrungen und verschiedenen Reden diente der Tag vor allem dem Austausch über all die Dinge, die sich in den Leben der Ehemaligen seit ihrem Schulabschluss ereignet haben. Und dieser ist in einigen Fällen rund 70 Jahre her…

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Bereits seit 16 Jahren lädt der Ehemaligenverein die Jubiläumsjahrgänge ein. So waren dieses Jahr vor allem die Jubilare von 2006, 1996, 1991, 1976, 1966 und 1956 mehr als willkommen. Doch nicht nur die ehemaligen Abiturientinnen der Marienschule, sondern auch die Absolventen der Handelsschule und der Kindergartenseminare wohnten dem Festakt bei. Der Nachmittag begann mit einer feierlichen Andacht in der Schulkapelle und verlagerte sich dann in die Aula, wo die Ehemaligen diverse Ehrungen und Reden erwarteten. Mit einem Stück des Blechbläserensembles der Marienschule unter der Leitung von Christoph Pabst wurde dieser Abschnitt der Veranstaltung eingeleitet.

Ehemalige Blechbläser
In ihrer Begrüßung ging Schulleiterin Dr. Henrike Zilling auf die Wertschätzung ein, die viele Besucher ihrer ehemaligen Schule entgegenbringen: „Es zeichnet die Marienschule aus, dass die Schülerinnen und Schüler sich so stark mit ihr identifizieren können. Wir sind eine große Lebensgemeinschaft, in der man füreinander einsteht“, beschrieb sie, weshalb auch noch nach so vielen Jahren die schönen Erinnerungen an die Schulzeit nicht verblasst seien. Außerdem griff die Schulleiterin das Thema „Jungen an der Marienschule“ auf und erläuterte, wie genau der Integrationsprozess abläuft. Darüber hinaus berichtete sie von schulischen Projekten wie der Neueröffnung der nun modernen und professionell ausgestatteten Arbeitsbibliothek. Dieses „neue Herzstück der Schule“ sei komplett vom Ehemaligen- und Förderverein finanziert worden, weshalb diesem ein besonderer Dank gelte, so Zilling. Sie hoffte auf einen regen Austausch unter den Absolventinnen, der einen Rückblick auf die Ereignisse der letzten Jahre ermöglichen sollte.

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Dr. Marie-Luise Crone und Ilona Größer vom Ehemaligenverein ehrten die Absolventen, die ihren Abschluss vor 50 beziehungsweise 60 Jahren gemacht hatten. Die größte Gruppe bildeten dabei die Abiturientinnen von 1966. Da der Schulbeginn in diesem Jahr von der Osterzeit auf den Sommer verlegt wurde, machten gleich zwei Jahrgänge ihr Abitur.

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Eine besondere Ehrung galt Lieselotte Hof aus Beselich und Margot Vogt aus Diez. „In der Marienschule war man zu Hause“, so die 87-jährige Lieselotte Hof. Sie machte ihr Abitur im Jahr 1948, doch an die vielen schönen Erlebnisse in ihrer Schulzeit denkt sie gerne zurück. So weiß sie zum Beispiel noch, dass zur Aufnahmeprüfung zu ihrer Zeit noch ein Diktat, ein Aufsatz und Rechenaufgaben gehörten. Margot Vogt, welche bald ihren 89. Geburtstag feiern wird, beschreibt die Aufnahme an der Marienschule als das Beste, das ihr hätte passieren können. 1947 machte sie ihr Abitur und war am Tag der Ehemaligen somit die älteste. „Uns wurden damals tolle Grundlagen für die spätere Karriere geschaffen. Ich war stolz darauf, auf die Marienschule zu gehen“, so Margot Vogt aus Diez. Auch den sehr persönlichen Umgang mit den Schwestern schätzten die beiden Ehemaligen. Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung in der Aula verteilten sich die Schülerinnen der verschiedenen Jahrgänge in Klassenräume und tauschten sich dort über die Geschehnisse seit dem letzten Treffen aus.

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Dazu gab es Kaffee und Kuchen, welcher von verschiedenen Oberstufenkursen gestellt und verkauft wurde. Der Erlös kommt der Martinsspende zugute, die dieses Jahr unter anderem an ein afrikanisches Kinderkrankenhaus geht. Die Ehemaligen erhielten zudem Jahrgangsbücher, in denen sie ihre Gedanken über die Schulzeit aufschreiben konnten. Diese werden archiviert und der Arbeitsbibliothek überreicht – und somit wie auch die Ehemaligen selbst zu einem Stück Schulgeschichte.

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(Bericht und Fotos: Anna Manz/FD)