Für ihren „Lebendigen Adventskalender“ ist die Limburger Marienschule mit einem ersten Preis beim „Barmherzigkeitswettbewerb“ der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz ausgezeichnet worden. Im Rahmen der „Jungen Akademie Barmherzigkeit“ überreichte der Speyrer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann als Vorsitzender der Jugendkommission der Bischofskonferenz den Preis an Schulleiterin Dr. Henrike Zilling. Diese war zusammen mit mehreren Oberstufenschülerinnen und Religionslehrer Benedikt Göbel nach Vallendar gereist, wo die Jugendlichen mehrere Tage an der Barmherzigkeits-Akademie teilnahmen und unter anderem mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann über Barmherzigkeit diskutierten.

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Drei Tage lang hatten fünf Oberstufenschülerinnen so die Möglichkeit, mit anderen Jugendlichen sowie prominenten Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft an Projekten, Vorträgen und Gesprächsrunden rund um das Thema Barmherzigkeit teilzunehmen, wie Marienschülerin Paula Schillo berichtet: „Das Treffen begann bereits mit einem von vielen Höhepunkten: Nach kurzem Kennenlernen und Zurechtfinden in den Räumlichkeiten der Vallendarer Hochschule konnten wir mit der rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Malu Dreyer diskutieren.“ Diese habe erklärt, dass für sie in Barmherzigkeit nicht nur Intellekt und Tat, sondern gerade auch Herz und Gefühl einbezogen seien. „Im rationalen Alltag erinnert mich dieses Gefühl daran, dass es Bereiche gibt, in denen Barmherzigkeit wichtig ist“, so Dreyer. Barmherzigkeit sei zudem eine Haltung, die Christinnen und Christen herausfordere, gerade heute in der Gesellschaft etwas Gutes zu tun. „Dazu braucht es viele junge Menschen“, ermutigte die Ministerpräsidentin die Marienschülerinnen.

Barmherzigkeit Dreyer
Dass Barmherzigkeit nicht alleine ausreiche, stand im Zentrum des Vortrags des Trierer Bischofs Dr. Stephan Ackermann. Dieser stellte die kritische Frage, ob Barmherzigkeit in der Gesellschaft nicht auch ungerechte Zustände verdecken könne. „Wir dürfen nicht dort Barmherzigkeit anbieten, wo zunächst die Gerechtigkeit geschuldet ist“, hob Ackermann hervor. Mit Blick auf die biblische Botschaft der Barmherzigkeit erläuterte der Bischof ergänzend, dass Gott Barmherzigkeit walten lasse, um die Gerechtigkeit neu möglich zu machen.

Barmherzigkeit Ackermann
Diese Gedanken griff der Vallendarer Philosophie-Professor Holger Zaborowski auf, der mit den Jugendlichen über Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in der Gegenwart diskutierte. Themen, mit denen sich die Marienschülerinnen auch in einem der anschließenden Workshops auseinandersetzen konnten. Aber nicht nur Projekte und Vorträge standen im Mittelpunkt der Jungen Akademie, sondern auch persönliche Begegnungen – und die feierliche Preisverleihung des Barmherzigkeitswettbewerbs.

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Der Speyrer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann überreichte Schulleiterin Dr. Henrike Zilling den ersten Preis und das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro: „Es ist großartig, mit welcher Kreativität und Leidenschaft sich die jungen Menschen innovativ mit diesem Grundmotiv unseres Glaubens beschäftigt und es auf ungemein vielfältige Weise umgesetzt haben. Das begeistert mich“, sagte er in seiner Laudatio.

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Der Preis, der in den Kategorien Musik/Kunst, Social Media und Film, Dichtung und Literatur, Wissenschaft und Essay sowie Soziales Projekt vergeben wurde, ist mehr als ein Wettbewerb. Die Preisträger der Plätze eins bis vier, die zur Jungen Akademie Barmherzigkeit geladen waren, vereinen verschiedene Beispiele moderner Barmherzigkeit. Ob kreativ in Text und Film, als soziales Projekt oder wissenschaftliche Ausführung, die Botschaft ist klar: Junge Menschen für die Barmherzigkeit zu begeistern und ihr Engagement zu fördern, sie zusammenzubringen. So war es mehr als im Sinne der Veranstaltung, dass der Abend nicht mit der Preisverleihung endet. Die frisch geehrten Preisträger trafen sich im Clubraum, wo bis tief in die Nacht diskutiert, gesungen und viel gelacht wurde, berichtet Paula Schillo. „Die Akademie ist vorbei, das Jahr der Barmherzigkeit aber noch lange nicht. Aus Vallendar haben wir mehr mitgenommen als eine Urkunde.“

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Information: „Lebendiger Adventskalender“ der Marienschule

„Es ging vor allem darum, Zeit zu verschenken“, erklärt Schulleiterin Dr. Henrike Zilling. Deshalb hatten sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräften und die Schulleitung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr etwas ganz Besonderes ausgedacht: Einen Adventskalender – aber keinen üblichen mit Schokolade, sondern einen, der Zeit verschenkte. Nahezu täglich führten Schüler und Lehrer der Marienschule Aktionen rund ums Basteln, Musizieren und Spielen in der „Oase“ im Staffeler Flüchtlingscamp durch. „Es war absolut beeindruckend zu erleben, mit welcher Freude die Aktionen von den Flüchtlingskindern aufgenommen wurden – aber auch wieviel Engagement von den Lehrkräften und unseren Schülern aufgebracht wurde“, beschreibt die Schulleiterin die jetzt mit dem ersten Preis ausgezeichnete Aktion.

Barmherzigkeit Urkunden
Über die Zeit in Vallendar berichtet Paula Schillo:

Drei Tage im Zeichen der Barmherzigkeit: Marienschülerinnen in Vallendar

Als sie am Montagmorgen in den Konferenzraum bestellt werden, haben knapp dreißig Marienschülerinnen noch keine Ahnung von den guten Nachrichten, die sie erwarten. Anlässlich des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahres der Barmherzigkeit vergibt die philosophisch theologische Hochschule Vallendar einen Preis: der erste Platz für ein soziales Projekt geht an die Marienschülerinnen, die sich vergangen Winter mit ihrem „lebendigen Adventskalender“ im Flüchtlingscamp Staffel für einen abwechslungsreicheren Alltag engagierten. Eine große Überraschung, nicht zuletzt da die Schülerinnen gerade zum ersten Mal von ihrer Teilnahme erfahren. Noch größer aber ist die Freude über den gewonnenen Preis: 1000€ und die kostenlose Teilnahme an der „Jungen Akademie Barmherzigkeit“.

Bereits vier Tage später ist es soweit, fünf Schülerinnen machen sich auf nach Vallendar, um drei Tage zwischen dem 16. Und 18. September an spannenden Projekten und Vorträgen rund um die Thematik der Barmherzigkeit teilzunehmen. Und das Treffen beginnt spannend. Nach kurzem Kennenlernen und Zurechtfinden in den Räumlichkeiten der Hochschule ist die rheinland-pfälzische Ministerpräsidenten Malu Dreyer zur Diskussion geladen. Anschließend lassen die Teilnehmer den Abend bei gemütlicher Vesper und gemeinsamem Abendessen ausklingen.
Samstag, den 17. September folgt der Höhepunkt der Veranstaltung. Nach einem gutbesuchten Gottesdienst und großzügigem Frühstück wird im Plenum mit Prof. Dr. Dr. Zaborowski über Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in der Gegenwart diskutiert, danach steht eine Bandbreite von Workshops zur Wahl. Aber nicht nur Projekte und Vorträge stehen im Mittelpunkt der Jungen Akademie. Im Stehkaffee am Nachmittag kommen die Teilnehmer aus allen Regionen des Landes ins Gespräch, bevor sie sich ein zweites Mal in verschiedenen Workshops mit dem Thema Barmherzigkeit auseinandersetzen. Bei der abendlichen Vesper kommen die jungen PreisträgerInnen noch einmal zur Ruhe, bevor um 19:30 Uhr die feierliche Preisverleihung beginnt, anlässlich derer Dr. Henrike Zilling und Benedikt Göbel eigens anreisen, um mit den Schülerinnen die Marienschule zu vertreten. Der Preis, der in den Kategorien Musik/Kunst, Social Media und Film, Dichtung und Literatur, Wissenschaft und Essay und Soziales Projekt vergeben wird, ist mehr als ein Wettbewerb. Die Preisträger der Plätze eins bis vier, die zur Jungen Akademie Barmherzigkeit geladen sind, vereinen verschiedenste Beispiele moderner Barmherzigkeit. Ob kreativ in Text und Film, als soziales Projekt oder wissenschaftliche Ausführung, die Botschaft des Abends ist klar: junge Menschen für die Barmherzigkeit zu begeistern und ihr Engagement zu fördern, sie zusammenzubringen. So ist es mehr als im Sinne der Veranstaltung, dass der Abend nicht mit der Preisverleihung endet. Die frisch geehrten Preisträger treffen sich im Clubraum, bei Getränken und Knabbersnacks wird bis tief in die Nacht diskutiert, gesungen und viel gelacht.
Umso schmerzlicher der Abschied am nächsten Morgen. Nach dem festlichen Abschlussgottesdienst mit Jugendbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, warmen Schlussworten und einem letzten gemeinsamen Mittagessen heißt es auch für die Marienschülerinnen Abschied nehmen. Das Wochenende ist vorbei, das Jahr der Barmherzigkeit noch lange nicht. Aus Vallendar wird mehr mitgenommen, als eine Urkunde.

Barmherzigkeit Gruppenfoto
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(Bericht: Paula Schillo/FD, Fotos: Timo Michael Keßler)