„In Bibliotheken fühlt man sich wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet.“

Mit diesem Zitat von Goethe leitete die zweite stellvertretende Schulleiterin Yvonne Engelmann ihre Rede zur Wiedereröffnung der Arbeitsbibliothek der Limburger Marienschule ein. Diese wurde in den letzten Wochen renoviert und neu gestaltet. Am 15. September 2016 wurde sie dann festlich eingeweiht. Engelmann betonte, dass nicht nur das „Kapital im finanziellen Sinne“ in diesem Projekt eine Rolle spiele, sondern man bekäme durch die hellen und freundlich gestalteten Räume mit den vielen Lexika und Unterhaltungsbüchern  auch die Möglichkeit sich „geistiges Kapital“ anzueignen und die „Zinsen“ davon zu spüren.

Bibliothek Engelmann
Finanziert wurde das 30000 Euro teure Projekt durch den Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer der Marienschule Limburg. Stellvertretend waren hierfür die Vorsitzende des Vereins und ehemalige Schulleiterin Schwester Christiane Humpert und Brigitte Sutherland anwesend. Diese Aktion ist eine unter vielen, die der Förderverein für die Schule finanziert, da „eine Schulgemeinde nicht nur von den gegenwärtigen und zukünftigen Schülerinnen und Schülern lebt, sondern eben auch von den Ehemaligen“, wie Sr. Christiane immer wieder betonte. Als Zeichen für die Zusammenarbeit mit dem Förderverein wurde eine kleine Tafel mit dem Logo des Vereins in der Arbeitsbibliothek aufgehängt.

Bibliothek Tafel
Auch wenn die Finanzierung geklärt ist, braucht man immer noch viele tatkräftige Helfer, die das Projekt in die Hand nehmen und koordinieren. Bei der Renovierung der Arbeitsbibliothek waren dies alle voran die beiden Bibliothekarinnen Anja Kaiser und Britta Rosbach. Sie sind nun seit acht Jahren immer mit viel Herzblut und Engagement dabei und tragen so dazu bei, einen Ruhepol in der Schule zu schaffen, an den sich sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrer gerne zurückziehen. Dieser Ort wurde nun unter der Regie von Frau Rosbach und Frau Kaiser und durch tatkräftiger Unterstützung der Schulgemeinde noch ansprechender und freundlicher gestaltet. Nun kann man sich dorthin zurückziehen, um in Ruhe zu lernen oder auch einfach bei einem schönen Buch zu entspannen, da auch die ehemalige Schülerbibliothek unter der Leitung von Schwester Hermania in die Arbeitsbibliothek integriert wurde.

Bibliothek Rosbach Kaiser
Im Rahmen des festlichen Aktes der Einweihung wurden nicht nur Reden gehalten, sondern die Q1-Schülerin Paula-Marie Schillo, las „Büchsen-Leben“, eines ihrer selbstgeschriebenen Kurzprosa-Stücke, vor, mit dem sie im vergangenen Jahr beim „Schreibzimmer Frankfurt“ teilgenommen hat. Des Weiteren segneten die beiden Geistlichen der Marienschule, Kaplan Daniel Engels und Pfarrerin Petra Denzer, die Räumlichkeit ein. Pfarrerin Denzer lobte ebenfalls die Arbeit und das Engagement der Bibliothekarinnen und verwies auf die enorme Flut an Wissen, die uns heutzutage über die digitalen Medien zur Verfügung steht, aber auch überfordern kann. Mit der neu gestalteten Arbeitsbibliothek ergebe sich für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit einfacher und weniger komplex in Form von Büchern Wissen zu erlangen, so die Pfarrerin. Man bräuchte die Bibliothek für „unsere Phantasie und damit die Schülerschaft weise wird“.

Bibliothek Engels
Nach etwa einer Stunde war der offizielle Teil der Einweihung beendet und es bestand die Möglichkeit, sich noch ein bisschen mit den unterschiedlichen Instanzen der Schulgemeinde auszutauschen und die neue Atmosphäre der Arbeitsbibliothek zu genießen. Um die Bibliothek in Zukunft auch noch mehr zu nutzen, hat Frau Rosbach im Blick, in Zukunft mehr Autorenlesungen oder Vorlesestunden in der Bibliothek anzubieten. Dadurch will sie das Interesse der Schulgemeinde noch mehr wecken und so die Nutzung derselben zu verstärken.

Bibliothek Umtrunk
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(Bericht: Katharina Schottorf/FD, Fotos: MM/GB)