Das Kollegium der Marienschule wird nach den Sommerferien ein anderes Gesicht haben. Drei Lehrkräfte, die über Jahrzehnte hinweg das Bild der Marienschule geprägt haben, sind zukünftig nicht mehr an Bord: Neben dem stellvertretenden Schulleiter Dr. Hans Paul Breunig haben mit Monika Fröhlich und Hermann Schneider zwei weitere „Urgesteine“ die Schule verlassen. Leider sind sie nicht die einzigen, von denen es galt, Abschied zu nehmen: Die Marienschule verlassen ebenfalls Ursula Heinz, Beverly Lloy-Schmitt und - jedenfalls vorübergehend – Bastian Hoffmann.

Am vorletzten Schultag vor den Sommerferien versammelten sich neben dem Kollegium der Marienschule auch ehemalige Schulleiterinnen und Schulleiter, einige Ordensschwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi sowie Vertreter der St. Hildegard Schulgesellschaft, um die Lehrkräfte zu verabschieden und Dienstjubiläen zu feiern.
Die Veranstaltung begann bereits um 11 Uhr mit einem ökumenischen Wortgottesdienst in der Kapelle. Diesen hielt neben Pfarrerin Petra Denzer mit Pfarrer Sascha Jung auch ein ehemaliges Mitglied des Kollegiums. Die Predigt endete mit einer symbolischen Schlüsselübergabe an die zu verabschiedenden Kollegen als Öffnen eines neuen Lebensabschnitts.

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Im Anschluss an diesen Gottesdienst wurde die Veranstaltung in der Aula fortgesetzt. Nach einem feierlichen, musikalischen Auftakt durch die von Christoph Pabst geleitete Bigband begrüßte Schulleiterin Dr. Henrike Zilling unter anderem die ehemaligen Schulleiter Schwester Christiane Humpert und Dr. Joachim Ackva sowie den ehemaligen stellvertretenden Schulleiter Hans-Joachim Haßler sowie zahlreiche weitere ehemalige Lehrkräfte der Marienschule.
Ralf Machnik, der pädagogische Leiter der St. Hildegard Schulgesellschaft, ließ es sich nicht nehmen, als erstes einige Worte des Abschieds an Dr. Hans Paul Breunig zu richten. Da sich dieser „keine Laudatio“ erbeten habe, legte Herr Machnik den Werdegang des seit dem 31. Januar 2016 offiziell pensionierten stellvertretenden Schulleiters so genau und knapp wie möglich dar. Dieses Amt habe er seit August 2008 mit bestem Wissen und Gewissen ausgeübt. Er habe sich stets sehr verantwortungsbewusst dieser Herausforderung gestellt und durch seinen Humor, seine ruhige Gelassenheit einschließlich seiner Empathie gegenüber seinen Mitmenschen einiges für die Schule erreicht. Er dankte Dr. Breunig im Namen der gesamten Schulgesellschaft für sein Wirken.

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Dr. Henrike Zilling hob in ihrer Rede vor allem Dr. Breunigs Mühen im sozialen Bereich wie beispielsweise bei der Martinsspende und darüber hinaus die Wahrung der christlichen Werte an der Schule hervor. Die enge Beziehung zu den Dernbacher Schwestern sowie die gemeinsame Zusammenarbeit fand in den Worten von Schwester Gonzalo ihren Ausdruck. „Dankbarkeit ist eine Haltung und kommt es dem Herzen“, sagte die Generaloberin der Dernbacher Schwestern. Mitarbeitervertreterin Jutta Renner gewährte ihrem Kollegen einen Ausblick auf seinen zukünftigen lehrreichen Aktivitäten anhand eines humorvollen und kreativen fiktiven Interviews, welches sie mit dessen Hund geführt hatte. Dass Dr. Breunig ein sehr beliebter und kompetenter Lehrer in den Fächern Mathematik und Physik gewesen sei, brachten auch die Schülervertretung und der Schulelternbeirat an. Der „für seine Familie lebende Rudelmensch“ Breunig richtete abschließend selbst das Wort an seine Kollegen. Er bedankte sich bei der gesamten Schulgemeinde, vor allem bei seinen Sekretärinnen, für die gute Zusammenarbeit. Breunig „verlasse die Schule mit lachenden Augen“ und freue sich auf die nun bevorstehende gemeinsame Zeit mit seiner Frau, die ihm immer die größte Stütze gewesen sei.

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Mit Hermann Schneider geht ein weiteres ehemaliges Schulleitungsmitglied in Pension. Der Geschichts-, Politik- und Erdkundelehrer hatte seit seinem Referendariat an der Marienschule unterrichtet und war lange Jahre Leiter des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes.
Im weiteren Verlauf der Feier verabschiedete sich die Schulgemeinde auch von Monika Fröhlich. Sie sei als langjährige Fachsprecherin in Biologie und Chemie tätig gewesen und habe häufig Referendare und Quereinsteiger nach bestem Wissen und Gewissen betreut. Auch sie ist seit dem 31. Januar 2016 offiziell pensioniert, hat jedoch ebenso wie Dr. Breunig ihren bestehenden Biologie Leistungskurs erfolgreich durchs Abitur gebracht. Dr. Zilling und auch die Schülerschaft beschrieben sie als strenge, aber gerechte Lehrkraft. Bei ihr habe man etwas gelernt, auch wenn die Noten nicht immer die Besten gewesen waren. Sie sei, laut der Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung Maria Möller, eine „empathische Kollegin“ und „eine unermüdliche Kämpferin der Naturwissenschaften“ weshalb es nicht verwundert, dass sie auch zwei Leistungskurse gleichzeitig mit Erfolg zum Abitur geführt habe. Frau Fröhlich selbst bezeichnete die Schule als ihr „zweites Zuhause“ und bedankte sich sowohl bei ihrem Mann für dessen Unterstützung als auch bei der gesamten Schulgemeinde für die vergangene Zeit. Sie freue sich nun auf die Zeit mit ihrer Familie, vor allem mit ihrer Enkelin, und wünschte der Schule gegenseitiges Verständnis sowie enge Kooperation zwischen Kollegium und Schulleitung.

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Mit Frau Beverly Lloy-Schmitt verabschiedete Schulleiterin Dr. Henrike Zilling eine „zarte und doppelt so starke Frau“. Die gebürtige Amerikanerin kam nach ihrem Psychologiestudium nach Deutschland, wo sie später auch heiratete und eine Familie gründete. Zum Lehrberuf sei sie durch Nachhilfeunterricht gekommen und habe diese Tätigkeit in den Fächern Englisch und Deutsch in der Sekundarstufe I unterrichtet. Dank ihr wurde an der Marienschule auch der Wahlunterricht „Darstellendes Spiel in englischer Sprache“ eingeführt. Die Stücke habe sie stets selbst geschrieben und aufgrund ihres Studiums in Politik- und Literaturwissenschaften seien diese häufig von politisch-biographischem Hintergrund gewesen. Die Schulgemeinde verdankt ihr die seit drei Jahren bestehende Teilnahme an dem vom hessischen Kultusministerium gefördertem Projekt „Englisch Drama Network“. Da auch für das nächste Schuljahr erneut zahlreiche Anmeldungen für ihren Wahlunterricht eingegangen sind, wird Frau Lloy-Schmitt diesen auch in Zukunft weiterhin leiten. Frau Dr. Zilling freute sich, daher bloß ein „halbes Ade“ sagen zu müssen.

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Bevor die Abteilungsleiterin der beruflichen Zweige, Birgit Reis, Ursula Heinz verabschiedete, bot der Mittel- und Oberstufenchor unter der Leitung von Carola Opitz einen eindrucksvollen, musikalischen Programmteil.

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Daraufhin gab Birgit Reis in einigen Anekdoten die Eigenschaften ihrer humor- und verantwortungsvollen, gewissenhaften sowie zuverlässigen Kollegin zum Besten. Frau Heinz verlasse wegen eines Umzugs die Schule und sowohl Reis als auch das gesamte Kollegium wünschten ihr für die Zukunft alles Gute.

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Auch Bastian Hoffmann wird für voraussichtlich zwei Jahre die Schule verlassen, da er als persönlicher Referent des hessischen Kultusministers in diesem Zeitraum tätig sein wird. Die Schulgemeinde wünscht ihm viel Erfolg für diese Aufgabe und freut sich auf dessen Wiederkehr.
Abschließend wurden sowohl Monika Fröhlich für ihr 40-jähriges Dienstjubiläum als auch Bettina Noll-Sabel für deren 25-jähriges Dienstjubiläum mit der Bischofsmedaille des Bistums Limburg ausgezeichnet, bevor man die Feier bei einem mit kulinarischen Köstlichkeiten gedecktem Buffet ausklingen ließ.

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(Text: Nadine Seif/FD/GB, Fotos: MM/GB)