Mit ihren leuchtend gelben Hüllen sind die „Evac Chairs“ im Treppenhaus nicht zu übersehen. Und das ist auch gut so, schließlich geht es im Notfall oft um wenige Minuten. Um für einen solchen Fall optimal vorbereitet zu sein, stellte sich das Kollegium der Marienschule diese Woche einer neuen Herausforderung und ließ sich von den Schulsanitäterinnen und –Sanitätern den richtigen Umgang mit den Rettungsgerätschaften erklären.

Evac Chair 1
Stolz berichtet Detlef Kraut, Leiter und Organisator des Schulsanitätsdienstes von den vier „Evac Chairs“, die das Treppenhaus seit mittlerweile vier Jahren sicherer für eventuelle Notfälle machen und mit deren Anschaffung die Marienschule eine Vorreiterin auf dem Gebiet der sicheren Notfallrettung in Schulen ist. „Die ‚Evac Chairs‘ sind das einzig richtige Transportmittel für eingeschränkte oder bewusstlose Personen in Treppenhäusern“, klärt Kraut die Teilnehmenden gleich zu Beginn ihrer kurzen Einweisung auf. In der Tat werden die Stühle nicht nur im Notfall eingesetzt, sondern können auch eingeschränkten Schülern und Schülerinnen den Alltag erleichtern. In Notfallsituationen, etwa einem Feueralarm, kämen diese sonst oft zu kurz, blieben hinter den anderen zurück oder würden gar umgerannt. Der sichere Umgang mit den „Evac Chairs“, den nun schon im zweiten Jahr alle Lehrkräfte verpflichtend erlernen müssen, garantiert allen eine sichere Rettung.

Evac Chair 2
Zum Glück ist das nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick scheint und der Transport auf dem Stuhl sogar überraschend bequem. Das vierrädrige Gestell, das ein wenig aussieht wie ein dunkelblauer Getränkewagen mit einer Sitzfläche und einem Anschnallgurt, kann von einer einzelnen Person problemlos geschoben werden und der Aufbau des „Evac Chair“ selbst verhindert, dass der Stuhl mehr als eine Stufe auf einmal hinunterrollt. „Ich vertraue dem Evac Chair“, macht Schulsanitäterin Melissa Salomon den Lehrerinnen und Lehrern Mut, kurz bevor es ans eigene Ausprobieren geht. Sie selbst ist seit der achten Klasse Mitglied des Schulsanitätsdienstes und kennt die anfängliche Angst vor der ersten „Fahrt“. Von ihr lässt sich auch Englischlehrering Sandra Teibtner trotz anfänglicher Skepsis überzeugen. „Es drei, vier Mal zu sehen, hilft schon sehr“, sagt sie zuversichtlich, obwohl der Ernstfall natürlich im Gegensatz zur Übung eine extreme Stresssituation sei. Doch auch für diese werden die Lehrkräfte von den fachkundigen Schülerinnen vorbereitet. So lernen sie, den Stuhl immer am Treppenrand zu schieben, um nicht umgerannt zu werden und erfahren am eigenen Leib, wie wichtig das Vertrauen in den Schiebenden ist.

Evac Chair 3
Am Ende des Tages sind nicht nur die Treppen der Marienschule noch ein wenig sicherer, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer um neues Wissen und einige Erfahrungen reicher geworden.

(Bericht: Paula-Marie Schillo, Fotos: MM | GB)