Im Rahmen des 59. Vorlesewettbewerbs der Stiftung des Deutschen Buchhandels wird das Vorlesen schon bei den Kleinen der Schule zum großen Sport. Beim diesjährigen Schulentscheid setzte sich Leon Stauber knapp vor Merle Link als Sieger durch. Leon wird die Marienschule beim Bezirksentscheid vertreten.

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„Es ist einfach sehr gut, dass durch den Wettbewerb Schülerinnen und Schüler motiviert werden, sich für das Lesen – und auch für das Vorlesen – zu interessieren.“ Für Birgid Sagmeister ist das (Vor-)Lesen im Deutschunterricht jeder sechsten Klasse ein wichtiges Thema. Die Deutschlehrerin ist eine große Verfechterin des Wettbewerbs, obwohl sie dafür über Wochen jeweils eine Stunde ihres Deutschunterrichtes „opfern“ musste, erklärt sie, doch das sei es ihr wert. Ihr ist es sehr wichtig, dass jeder in der Klasse mindestens einmal vorliest. Nur so haben auch leseschwache Schüler eine faire Chance. Zudem stellen die Klassenfavoriten ihre Lieblingsbücher vor, bevor sie im Klassenfinale aus ihnen vorlesen. Auf diese Weise entdeckt auch so mancher Lesemuffel sein neues Lieblingsbuch. Und nicht nur das: „auch das Zuhören und die Fähigkeit zu präsentieren werden geübt“, betont Birgid Sagmeister, die derzeit selbst Klassenlehrerin einer sechsten Klasse ist. Der Lesewettbewerb ist also für alle eine wertvolle Erfahrung, auch wenn er die Klassen der Stufe sechs einige Deutschstunden kostet.

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Dieser Meinung ist auch Tim Pap, der das Schulsprecherteam in der Jury beim Schulentscheid vertritt. Wie wichtig das frühe Training im Vorlesen ist, merkt er im Schulalltag immer wieder. Defizite, die nicht früh erkannt und bearbeitet werden, fallen oft erst im Laufe der Mittelstufe oder in der Oberstufe auf, wenn es für klassenübergreifendes Lesetraining bereits zu spät ist. Zwar lässt sich gutes Vorlesen auch dann noch lernen, doch oft fehlt die richtige Motivation. Umso wichtiger deshalb, die Jüngsten richtig vorzubereiten.

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Ein weiteres Mitglied der diesjährigen Jury ist die zwölfjährige Franziska Will. Die Vorjahressiegerin im Schulentscheid besucht mittlerweile die siebte Klasse und ist immer noch eine echte Leseratte. „Vor einem Jahr saß ich selbst da vorn, aber dieses Jahr bin ich fast noch aufgeregter“, gibt sie zu. Auch sie ist gespannt auf den Wettbewerb, vor allem aber auf die Bücher, die die Klassensieger und Birgid Sagmeister mitgebracht haben. Zusätzlich zu der vorbereiteten Textstelle müssen alle Kandidaten eine fremde Textstelle aus einem Jugendbuch lesen, das die Deutschlehrerin zuvor sorgfältig ausgewählt hat. In diesem Jahr hat sie sich für das Buch „Agentin Abby“ entschieden, das im Gegensatz zu den Büchern der vorherigen Jahre eine weibliche Hauptfigur hat.

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An dieser „fremden“ Textstelle entschied sich auch schließlich der Wettbewerb. Zuvor lagen Leon und Merle gleichauf – für die Jury ein klares Zeichen der außerordentlichen Lesekompetenz beider Kandidaten. Und nicht nur der erste und zweite Platz haben hervorragend vorgelesen. Die Jury war überrascht von den vielen sehr guten Beiträgen und interessanten Büchern, die die Sechstklässler in diesem Jahr vorgestellt haben. Ein Erfolg für Lehrer, Vorleser und Vorleserinnen, aber auch für die rund 160 gespannten Zuhörer, die ihre Klassenkameraden fleißig im Publikum unterstützten.

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(Bericht: Paula-Marie Schillo, Fotos: MM | GB)