Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation durch Martin Luther, versammelten sich die Jahrgangsstufen 9 bis Q3 am 30. Oktober in der Aula der Marienschule Limburg, wo sie ein Stück der Theatergruppe Volxtheater präsentiert bekamen, welches sich mit Luthers Frau Katharina von Bora auseinandersetzt.

Katharina von Bora 1
In einem Grußwort weihte Regisseur Rochus Schneide, die Schülerschaft in die Handlung des Theaterstücks ein. Die Tatsache, dass die Reformation der Kirche im 15. Jahrhundert sich in erster Linie mit der Lebensgeschichte Martin Luthers auseinandersetzt, habe Volxtheater zum Anlass genommen, um den Blick auf die Frau an seiner Seite, Katharina von Bora, zu lenken. Die Handlung basiere auf einem fiktiven Roman der 1980ger Jahre „Wenn du geredet hättest Desdemona – ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“, welcher von Christiane Bruckner geschrieben wurde.

Katharina von Bora 2
Die ehemalige Nonne Katharina von Bora wird in diesem Stück durch vier Protagonistinnen verkörpert, wovon jede je einen Charakterzug der Ehefrau Luthers darstellt. In dem Stück reagiert sie auf die Äußerungen von Lehrlingen Luthers oder dem Reformator und Ehemann selbst. Sie spricht aus, was sie denkt. Die einzelnen Handlungen spielen sich sowohl während ihrer täglichen Arbeiten, kochen, putzen, spinnen und waschen als auch beim gemeinsamen Mahlnehmen oder im ehelichen Schlafzimmer ab. Der persönlichen Konflikt Katharinas besteht in dieser Inszenierung zwischen ihrer Rolle als die treue Gemahlin an der Seite Martin Luthers auf der einen Seite sowie der sich nach Emanzipation und Anerkennung sehnenden Frau auf der anderen Seite. Zudem übt das Stück auch Kritik an der Lebensweise des Reformators selbst. Luther lehrte zwar eine brüderliche, tüchtige und bescheidene Lebensweise („ora et labora“- betet und arbeitet), er selbst übte sich jedoch mehr im Beten als im Arbeiten und sah die Frau dem Manne untergeordnet. Zudem haderte er oft mit sich selbst, was sich auch auf die Nerven Katharinas ausgewirkt habe.

Katharina von Bora 3
Dramatisch untermauert wird das Stück durch musikalische Unterstützung instrumentaler und vokaler Art. Zudem ist es mit einigen berühmten Zitaten Luthers gespickt, deren Bedeutung in der Inszenierung eine annähernd ironische Bedeutung erlangen. Dass das Stück im Allgemeinen sehr gut aufgefasst wurde, bezeugte die Schülerschaft mit ihrem großen Applaus am Ende der Aufführung.

(Bericht: Nadine Seif, Fotos: MM | GB)