Was Kaviar mit Chemie zu tun hat, haben zehn Schülerinnen der Jahrgangsstufen 9 und 10 der Limburger Marienschule mittels verschiedener Experimente herausgefunden. Mit ihren Forschungsergebnissen haben Clara Blanche, Greta Götzler, Fabia Heuschen, Leonie Kaiser, Ilona Kalte, Lotte Koenen, Charlotte Kühn, Briana Lenz, Anna Müller und Lilith Wirth beim landesweiten Chemie-Wettbewerb sechs zweite und vier dritte Plätze in zwei Altersklassen belegt. Damit gehören sie zu den 40 besten Chemie-Schülern in Hessen.

Chemie Gewinn 2017
Unter dem Motto „Fruchtkaviar, Joghurtsphären & Co.“ stellten sich die Schülerinnen der damaligen achten und neunten Klassen den chemischen Herausforderungen. Zu ihren Aufgaben gehörte das Verpacken verschiedener Geschmacksträger in Kaviarform. So entstanden unter anderem neue Kreationen wie Fruchtsaftkaviar und Nutellakaviar. „Schmeckte auf jeden Fall gut“, da sind sich die Schülerinnen einig.

Aber neben dem Geschmackserlebnis geriet die Chemie natürlich nicht in Vergessenheit. Das Ziel der Schülerinnen war es, zu überprüfen, mit welchen Materialien sich Geschmacksstoffe und ihre Träger unter bestimmten Bedingungen am besten in einer bestimmten Form – kleinen Gelkugeln wie Kaviar – verpacken lassen. Eingesendet wurden die Versuchsbeschreibungen und –Ergebnisse bereits im Frühjahr, umso überraschender traf die Teilnehmerinnen jetzt die Nachricht über ihr erfolgreiches Abschneiden. Chemielehrerin Martina Fredl überbrachte die frohe Botschaft – und eine Einladung zur Preisverleihung an der Frankfurter Goethe-Universität im Dezember.

Einen zusätzlichen Sonderpreis für mehrjährige erfolgreiche Teilnahme erhält Ilona Kalte. Sie bekommt die Chance, vier Tage lang an der Universität Mainz an einem Experimentalseminar teilzunehmen. Die Zehntklässlerin „war schon öfters dabei“, wie sie fröhlich erzählt, mit Chemie beschäftige sie sich ohnehin „immer wieder mal“. Bereits in Klasse fünf nahm sie an der „Junior Science Olympiade“ teil, ein Interesse, das sich gehalten und jetzt in den Chemie-Leistungskurs geführt hat.

Doch der Lernerfolg dieser außergewöhnlichen Aufgabe geht auch über die Grenzen der Chemie hinaus. Auf die Frage, was für sie die wichtigste Lehre aus der Wettbewerbsteilnahme sei, antwortet Anna Müller: „Dass es nicht schlimm ist, wenn’s auch mal nicht klappt und dass es in Ordnung ist, einfach mal auszuprobieren.“ Ähnlich sieht das Martina Fredl. „Sehr gut ist, dass der Wettbewerb die Schüler mit Alltagsstoffen experimentieren lässt. Er lädt dazu ein, sich selbst mit dem Thema zu beschäftigen, eigene Gedanken und Wege zu entwickeln.“ Im Unterricht komme dieser Aspekt manchmal zu kurz, erklärt die Chemielehrerin. Außerdem sei es wichtig, dass die Schüler lernten, dass vor allem in der Chemie nicht immer alles auf Anhieb funktioniere, was auch in der Forschung nicht anders sei.

Schulleiterin Dr. Henrike Zilling gratulierte den Schülerinnen zu deren beeindruckendem Erfolg: „Es ist schön zu sehen, dass die praktischen Aufgaben bei euch das Interesse an Chemie geweckt oder sogar vertieft haben.“ Der Erfolg belohne die Arbeit und Mühen, die damit verbunden gewesen seien. „Auf dieses überragende Ergebnis könnt ihr, aber auch eure Lehrerin, stolz sein“, sagte Zilling.

(Bericht: Paula Schillo, Foto: MM / GB)