Die Theater AG der Marienschule Limburg versetzte an zwei Abenden, am Wochenende von Samstag, den 24. auf den Sonntag, den 25. Juni 2017, eine große Publikumsanzahl in die Zeit der griechischen Antike. Für ihre Inszenierung „eine Odyssee“ bot die schuleigene Aula die passende Räumlichkeit.

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Die, am Sonntagabend für 18 Uhr angesetzte, Theateraufführung der Theater AG der Marienschule lockte neben Familienmitgliedern und Freunden der Darsteller auch externe Besucher an. Nach einer kurzen Begrüßung seitens der Schule durch die Lehrkraft Christel Müller-Renz, richtete auch die Leiterin der Theater AG, Cara Basquitt, ein paar wenige Worte an das anwesende Publikum, bevor die eigentliche Aufführung begann.

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Das Stück, „Eine Odyssee“ basiert auf der griechischen Tragödie nach Homer, ist jedoch eine moderne Fassung des niederländischen Drehbuchautoren Ad de Bont. Der griechischen Vorlage nach erzählt es die Geschichte des Odysseus, dem Helden von Troja. Dieser wird, aufgrund einer List gegen den Zyklopen Polyphem, von dessen Vater Poseidon, dem Gott des Meeres, verflucht und kann nicht in seine Heimat Itaka zurückkehren. Erst durch die Bittsprache Pallas Athene, Göttin der Weisheit, bei ihrem Vater Zeus, dem höchsten Gott und Bruder Poseidons, wird dieser Fluch gelöst. In Rückblenden wird von den Gefahren und Versuchungen berichtet, mit denen Odysseus auf seiner Heimreise konfrontiert wird. Parallel wartet dessen Frau Penelope seit über 20 Jahren auf die Rückkehr ihres Mannes. Als Königin Itakas drängt ihr Volk sie jedoch zur erneuten Heirat. Durch eine List schiebt sie die Hochzeit immer weiter heraus. Ihr Verlobter bemerkt dies jedoch und plant zudem den Mord an ihrem einzigen Sohn. Odysseus kehrt jedoch im letzten Moment nach Hause und rettet sein Kind vor dem Tod. Anders als im Original verschont er jedoch das Leben des Verlobten. Zudem werden dem Zuschauer von Zeit zu Zeit Einblicke in den Olymp gewährt, wo die Götter über den Verlauf der Handlung diskutieren und diesen teilweise selbst durch unterstützende beziehungsweise hemmende Maßnahmen beeinflussen. Auch der Groll Poseidons auf Athene, Zeus und insbesondere Odysseus spielt eine zentrale Rolle.

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Die Modernität des Theaterstücks war an mehreren Indizien zu erkennen. Neben dem Einsatz moderner Rap- und Filmmusik waren auch die Requisiten moderner Natur. So ersetzte man den Dreizack des Poseidon durch große Wasserkanonen, deren aktiver Verwendung auch dem Publikum in den vordersten Reihen eine kleine Erfrischung zukommen ließen. Besonders im Fokus stand vor allem die zwiegespaltene Persönlichkeit des Odysseus selbst. Neben dem Helden, gespielt durch Lea Bach, bildete ebenso der verzweifelte, traumatisierte und sich nach seiner Familie sehnende Odysseus, verkörpert durch Magdalena Harjung, eine Hälfte der Rolle des Helden von Troja. Die, durch Kriegstraumata verursachten Problematiken, besäßen auch in heutigen Zeiten einen hohen Aktualitätsbezug, so die Leiterin der AG, Cara Basquitt. Die Gruppe hätte sich daher im vergangenen Schuljahr intensiv mit dieser Thematik und den daraus resultierenden möglichen Konsequenzen auseinandergesetzt. Das Ergebnis dieser Arbeit stelle die vorgetragene Inszenierung dar. Zudem besäße die Verwendung eines Kühlschranks auf der Bühne, welcher mit Wasser gefüllte Bierflaschen enthalte, sowie der Einsatz von „Wein“ eine besondere Aussagekraft für die posttraumatischen Erlebnisse Odysseus sowie aller Beteiligten.

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Abschließend bedankte sich Frau Basquitt bei allen Schauspielerinnen und allen Helfern, die durch ihre technische oder organisatorische Unterstützung ihren Beitrag für eine gelungene ca. zweieinhalbstündige Vorstellung geleistet hätten. Darüber hinaus wurden drei der diesjährigen Abiturientinnen, zudem langjährige Mitglieder der Theater AG, Lea Bach, Magdalena Harjung sowie Floriane Rebmann mit jeweils einer kleinen Aufmerksamkeit von ihren Schauspielkolleginnen verabschiedet. Der tosende Applaus des Publikums war nicht nur Symbol für den hohen Unterhaltungs- und Mehrwert des Stückes, die Leistungen der Schauspielerinnen und ihrer Regisseurin fanden in diesem ebenfalls ihre Würdigung und Wertschätzung.

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(Bericht: Nadine Seif, Fotos: Jens Ludwig / GB)