Am Donnerstag, den 27. April 2017, bekam die Marienschule Besuch von Hartmut Richter, einem SED-Opfer, der Geschichte lebendig werden ließ. Er erzählte den interessierten Schülerinnen der Stufen Q2 und Q4 aus seinem Leben und seinem Widerstand gegen das SED-Regime in der DDR.

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Zunächst sei er sehr angetan gewesen „von der befreienden Macht des Kommunismus“ wie Richter selbst darstellte. Aber schon im frühen Jugendalter fing er an, sich gegen die Manipulation durch das Regime zu wehren. Er berichtete unterhaltsam und dennoch sehr tiefgehend, wie er immer mehr begriffen habe, wie das System die Menschen manipulierte. Großes Interesse bei den Schülerinnen weckte Richter mit seinen Erzählungen von seinen Fluchtversuchen. Vor allem sein letzter und geglückter Fluchtversuch durch den Teltow-Kanal versetzte die Zuhörerinnen in Erstaunen. Anhand von eindringlichen Bildern von der Grenzbefestigung und seinem Fluchtweg visualisierte und intensivierte Richter seine Erzählungen.

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Nachdem er es erfolgreich in den Westen geschafft hatte, half Richter vielen weiteren SED-Opfern zur Flucht, was bei den Schülerinnen merkliche Bewunderung auslöste. „Ich hatte Freude daran, anderen bei der Flucht zu helfen.“, mit Worten wie diesen ließ Richter seine und die Geschichte vieler anderer Opfer dieser Zeit lebendig werden. Seit mehreren Jahren ist er sehr engagiert, den Betroffenen zu helfen und die Gräueltaten des SED-Regimes der nachfolgenden Generation zu verdeutlichen und sie hierfür zu sensibilisieren, damit Menschen in Zukunft so etwas nicht nochmal erleben müssen. An der Marienschule stieß er hierbei auf großes Interesse, was die zahlreichen Fragen nach dem Vortrag verdeutlichten. Die Schülerinnen waren gleichzeitigt schockiert und neugierig und fragten vor allem danach, wie es Hartmut Richter nach seiner Flucht im Westen erging.

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Dieser Zeitzeugenvortrag ist ein Symbol für die große Bandbreite an Informationsveranstaltungen, die die Marienschule ihren Schülerinnen und Schülern bietet. In Ihren Dankesworten drückte Schulleiterin Henrike Zilling es so aus, dass „diese Zeit lebendig geworden ist“ durch die Person Hartmut Richter und auch die Schülerinnen waren stolz, eine Person, die so viel erlebt und geleistet hat, kennenlernen zu dürfen.

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(Bericht: Katharina Schottorf, Fotos: MM / GB)