Schon viele Jahre vor der Auflösung des Schwesternkonventes der Marienschule im Jahr 2014 sind einige Schwestern, die in der Marienschule in der Hauswirtschaft, im Internat oder als Lehrerinnen gearbeitet hatten, nach Dernbach umgezogen. Sie nehmen dort im Mutterhaus verschiedene Aufgaben wahr oder leben in den Senioreneinrichtungen der Schwestern.

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Seit einigen Jahren lade ich in den Weihnachtsferien die ehemaligen Schwestern der Marienschule zum gemeinsamen Kaffeetrinken in das Seniorenwohnheim St. Josef in Dernbach ein. Ich danke Sr. Eduardis, die mir bei der Vorbereitung behilflich ist. Da die Schwestern in verschiedenen Häusern in Dernbach wohnen und teilweise nicht mehr so gut zu Fuß sind, sehen sie sich nicht oft. Somit ist diese Einladung eine gute Gelegenheit zum Gedankenaustausch für die ehemaligen Schwestern der Marienschule. Ihr besonderes Interesse gilt aber meinem Bericht von den Ereignissen des abgelaufenen Jahres an unserer Schule. Die gezeigten Bilder und Erzählungen werden von vielen Fragen unterbrochen, die zeigen, mit welch großem Interesse die Schwestern das Leben an ihrer ehemaligen Schule verfolgen und wie wichtig ihnen die Marienschule noch ist. Die Kenntnis vieler Einzelheiten aus dem Schulleben zeigt, dass das kurz zuvor erschienene Jahrbuch sehr intensiv studiert wurde.

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In diesem Jahr konnte durch das Engagement von Carola Opitz, der Leiterin des Oberstufenchores und des Chores der Jahrgangsstufen 6 - 8 den Schwestern eine zusätzliche Attraktion geboten werden. Für das letzte Adventskonzert hatte Carola Opitz mit den Sängerinnen Antonia Michel, Marie Runge und Judith Schneider das wunderschöne Engelsterzett „Hebe deine Augen auf“ (Ps. 121) und „Sei stille dem Herrn“ von F. Mendelson-Bartholdy vorbereitet, für deren Aufführung sie großes Lob erhielten. Auf meine Frage hin, ob sie bereit seien, diese Stücke beim diesjährigen Treffen der Schwestern in Dernbach zu singen, sagten alle drei spontan zu. Auch Carola Opitz war begeistert von dieser Idee und setzte sofort eine Sonderprobe während der Ferien an, bei der zusätzlich das „Ave Maris Stella“ aus den 6 Hymnen von J. G. Rheinberger eingeübt wurde.
(Hier finden Sie die Aufnahmen „Sei stille dem Herrn“ und „Hebe deine Augen auf“ aus dem Adventskonzert als Audiodateien.)

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Die Schwestern waren sehr beeindruckt und teilweise zu Tränen gerührt von der Darbietung von Carola Opitz und „ihren Mädchen“. Auch das gemeinsame Kaffeetrinken und das Gespräch mit aktuellen Schülerinnen ihrer Marienschule empfanden sie als großes Geschenk, für das sie sehr dankbar waren.

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Die ehemalige Schulleiterin Sr. Christiane dankte Carola Opitz und den Schülerinnen im Namen aller Schwestern für ihren Einsatz und lud den Chor der Marienschule ein, in größerem Rahmen in der Klosterkirche ein Konzert zu geben.

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Mit solchen Kontakten zu den Schwestern, der jährlichen Wallfahrt der Klassen 6 nach Dernbach und gegenseitigen Besuchen kann die Schulgemeinde der Marienschule Kontakt zu ihrem ehemaligen Schulträger, der Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi halten. Der Kontakt mit den Schwestern und die Beschäftigung mit der Spiritualität ihrer Ordensgründerin Katharina Kasper ist für unsere Schulgemeinde eine gute Grundlage, um auf neue Anforderungen im gesellschaftlichen und pädagogischen Bereich angemessene Antworten im Sinne eines christlichen Weltverständnisses geben zu können.

Dr. Hans Paul Breunig