Die Turnerinnen der Limburger Marienschule gehören zu den fünf besten Turnmannschaften Deutschlands. Beim Bundesfinale in Berlin konnten Michelle Gerner, Kira Hergenhahn, Marta Klämt, Clara Klose und Maja Menges die Teams aus 11 anderen Bundesländern hinter sich lassen. Sie erkämpften sich einen sehr guten fünften Platz bei Jugend trainiert für Olympia.

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„Folgende Schülerinnen vertreten das Land Hessen und die Marienschule“ steht groß auf der Beurlaubung, die fünf Turnerinnen stolz ihren Klassenlehrern vorlegen durften. Mit ihrer Betreuerin, Sportlehrerin Gabriele Druck-Wagner, haben die fünf Schülerinnen fast eine Woche in Berlin verbracht, wo sich jedes Jahr die besten Schulen der Bundesländer messen.

Fünfte unter 16 im Gerätturnen – eine beachtliche Leistung. „Das wichtigste“, findet aber Michelle Gerner, die bereits zum dritten Mal erfolgreich teilgenommen hat, „war einfach dabei gewesen zu sein. Und die Woche mit den anderen aus dem Team gemeinsam erleben zu können.“

Neben dem Leistungssport warteten nämlich noch andere Aktivitäten auf die fünf Sportlerinnen der Marienschule. Bei einer Führung erkundeten die Schülerinnen den Bundestag und beim Shoppen die aufregende Hauptstadt. Auf einem Empfang, zu dem alle Sportler des Bundeslandes Hessen geladen wurden, lernten sie die Landesvertreter der anderen Sportarten kennen. Auch der Besuch im „Jumphouse“ hat Michelle und den anderen sehr gut gefallen. Das Highlight der Woche war aber mit Abstand die Abschlussveranstaltung, verrät sie noch. In der Max-Schmeling-Halle kamen alle Sportler aus sämtlichen Bundesländern zusammen, um den letzten Abend noch einmal zu genießen und die drei besten Teams jeder Sportart zu ehren. Aber nicht nur das, auch prominente Gäste waren geladen: Lisa Unruh, die 2016 in Rio eine Medaille im Bogenschießen gewann, und der Sänger Wincent Weiss hinterließen großen Eindruck bei den Gästen.

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„Dieser Erfolg ist umso höher zu bewerten, da das Team altersbedingt in diesem Jahr nahezu vollständig neu formiert an den Start gegangen war“, berichtet Dr. Henrike Zilling erfreut. Dass der „Generationswechsel“ in der Mannschaft gleich so erfolgreich habe vollzogen werden können, sei so nicht unbedingt zu erwarten gewesen, sagte die Schulleiterin, die auch den heimischen Turnvereinen für ihre Trainingsarbeit dankte.

(Bericht: Paula Schillo/FD; GB)

Schachmatt! Bei dem 14. Senckenberg-Schulschach-Open gelang es der Marienschule, alle Treppchenplätze zu ergattern. Mit Nirosh und Saamini Sriranganaykan sowie Paula Urban konnten sich gleich drei von Schach-AG Leiter Detlef Krauts Schützlingen im Wettbewerb behaupten.

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An dem Senckenberger Turnier nahmen insgesamt 28 junge Schachtalente von der Unter – bis zur Oberstufe teil. Jeder Teilnehmer musste in sieben Partien sein Können beweisen, wobei Vereinsspieler mit AG-Teilnehmern gemischt wurden. Sowohl Nirosh Sriranganayakan (8f) als auch seiner Schwester Saamini (Q2) entschieden jeweils fünf der sieben Partien für sich. Nirosh setzte sich als Sieger durch, weil er sich gegen Gegner besserer Platzierungen behaupten musste. Saamini erreichte den zweiten Platz, dicht gefolgt von Paula Urban (5a), die in vier der sieben Partien gewann sowie ein Unentschieden erzielte.

Die Schach-AG nahm zum ersten Mal vor anderthalb Jahren an dem Turnier teil und hat sich seitdem enorm verbessert. Nirosh stieg um eine Platzierung und Saamini sogar um sieben. Der Wettkampf erstreckte sich über viereinhalb Stunden, wobei eine Partie bis zu eine halbe Stunde dauerte. Saamini Sriranganaykan kann es immer noch nicht wirklich glauben, dass sie tatsächlich eine derart gute Platzierung erreicht hat: „Ich habe es nicht erwartet, weil ich beim letzten Mal Neunte geworden bin, aber natürlich ist meine Freude sehr groß.“ Sie erfuhr über ihren Bruder Nirosh von dem Schach-Angebot an der Marienschule und hat es nie bereut, sich vor zwei Jahren in der AG angemeldet zu haben. Momentan umfasst diese 22 junge Schachinteressierte, die einmal wöchentlich unter der Leitung von Detlef Kraut fleißig miteinander üben. Er ist sehr stolz auf den Erfolg seiner Schützlinge: „Es ist überragend, wie sie gespielt haben. Ich denke nicht, dass es noch besser geht.“

(Bericht und Fotos: Anna Manz / GB)

Martine Süss vertritt die Limburger Marienschule beim Bundesfinale von „Jugend präsentiert“ in Berlin. Die Siebzehnjährige trat mit viel Fachkenntnis und Schlagfertigkeit im Halbfinale in Dreieich bei Frankfurt gegen rund 60 Schüler aus Hessen sowie Rheinland-Pfalz an und sicherte sich eines der begehrten Tickets für die Finalrunde in der Hauptstadt. Mit Yolanthe Hartevelt, Carolin Rohletter, Martine Süss und Sophie Weichel hatten sich insgesamt gleich vier Marienschülerinnen des Biologie-Grundkurses von Martina Fredl aus bundesweit über 1.000 Teilnehmern für die Wettbewerbsrunde in Dreieich qualifiziert. Ihre Aufgabe: Eine Präsentation, die sie in der ersten Runde als Videoclip erstellt hatten, inhaltlich komprimiert und ohne technische Hilfsmittel vor einer Jury vorzutragen.

Jugend praesentiert 2017
„Ich war ziemlich überrascht, dass ich mit meiner Präsentation über Parasitismus bei Tieren zu den besten Teilnehmern zählte“, berichtet Martine Süss von der Preisverleihung. Die Marienschülerin hatte sich kreativ und äußerst anschaulich mit der Frage auseinandergesetzt, wie der kleine Leberegel als Parasit ein Schaf verändert, was zunächst Martina Fredl und letztlich auch die Jury überzeugt hat. „Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, sich komplexe Sachverhalte zu erarbeiten und den Inhalt so aufzubereiten, dass die Zuhörer mitgenommen werden“, erläutert die Biologielehrerin eines der Ziele von „Jugend präsentiert“. Dies trage dazu bei, dass die Jugendlichen ihre Präsentationskompetenz insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern ausbauten, die sowohl im Studium als auch im Berufsleben eine wichtige Rolle spiele.

Bevor Martine Süss im September in Berlin auf die anderen Finalisten trifft, wird die Marienschülerin in vier Wochen in Hamburg an einer Akademie teilnehmen - einem mehrtägigen Präsentationstraining, bei dem sie von professionellen Trainern geschult wird. Neben theoretischen Grundlagen geht es vor allem darum, verschiedene Aspekte des Präsentierens zu üben und neue Präsentationsmedien kennenzulernen.

Aber nicht nur die Sieger, alle Teilnehmer von „Jugend Präsentiert“, auch diejenigen, die es nicht in die nächste Runde geschafft hatten, nehmen mehr mit als nur ein Zertifikat: „Es war eine super Erfahrung, Präsentieren zu üben und eine Rückmeldung zu bekommen, ohne dass man gleich benotet wird“, freut sich Sophie Weichel, die mit einer Präsentation über die Anpassung von Pflanzen an extreme Lebensräume angetreten war. Wie die Sechzehnjährige denken auch ihre Mitschülerinnen aus dem Grundkurs Biologie und ihre Lehrerin Martina Fredl, die ihre Schülerinnen als „Jugend präsentiert“-Multiplikatorin auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht hatte. Schulleiterin Dr. Henrike Zilling gratulierte Martine Süss zu ihrem Erfolg: „Wir drücken dir die Daumen, dass du in Berlin zu den sechs Kandidaten gehören wirst, die sich nach einer Vorauswahl dem ganz großen Publikum stellen dürfen!“

(Bericht: Paula Schillo/FD, Foto: FR; GB)

„Mensch – achte den Menschen!“ Diese Worte liest man auf dem überkonfessionellen Mahnmal, das den Friedhof der Gedenkstätte Hadamar schmückt. „Wie hätten wir uns damals verhalten? „- „Haben sich die Patienten nicht gewehrt?“ -„Wie haben die Leute in Hadamar und Umgebung auf die entsetzlichen Massentötungen reagiert?“ „Warum fiel die Strafe für die Täter so gering aus?“ So oder ähnlich lauteten die Fragen, die sich die Jungs der Klasse 9f bei ihrem Besuch in der Gedenkstätte stellten. Begleitet wurden sie von ihren Lehrern Fabian Bosold und Christel Müller-Rentz, die den Besuch im Rahmen des Religionsunterrichtes vorbereitet hatte.

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Tief beeindruckt zeigten sich die Marienschüler am Ende ihres Besuchs auf dem Mönchberg. Von der Busgarage, in der die Euthanasie-Opfer 1941 in den sogenannten „grauen Bussen“ ankamen, über die Aufnahme bis zu den Treppen hinab in den Keller zu den angeblichen Duschen, weiter über den Schleifgang“, über den die Toten zu den Verbrennungsöfen gezerrt wurden, gingen die Neuntklässler noch einmal den Weg, den damals die Opfer zurücklegen mussten. Dazu gehörte auch der abschließende Weg auf den Friedhof der Gedenkstätte.

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Aus der Geschichte lernen für die Zukunft, wie wichtig es ist, wach zu sein und aufmerksam für neue Versuche, die Würde des (Mit)Menschen anzutasten, das ist den Schülern der Marienschule bei diesem eindrücklichen Besuch klar geworden.

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Am beeindruckenden Beispiel von Einzelschicksalen vermittelte Frau Siehoff bei ihrer Führung den Jugendlichen, was Menschen mit Einschränkungen, psychisch Kranke und Juden in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus zu erdulden hatten.

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(Bericht und Fotos: CMR / GB)

Am Donnerstag, den 27. April 2017, bekam die Marienschule Besuch von Hartmut Richter, einem SED-Opfer, der Geschichte lebendig werden ließ. Er erzählte den interessierten Schülerinnen der Stufen Q2 und Q4 aus seinem Leben und seinem Widerstand gegen das SED-Regime in der DDR.

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Zunächst sei er sehr angetan gewesen „von der befreienden Macht des Kommunismus“ wie Richter selbst darstellte. Aber schon im frühen Jugendalter fing er an, sich gegen die Manipulation durch das Regime zu wehren. Er berichtete unterhaltsam und dennoch sehr tiefgehend, wie er immer mehr begriffen habe, wie das System die Menschen manipulierte. Großes Interesse bei den Schülerinnen weckte Richter mit seinen Erzählungen von seinen Fluchtversuchen. Vor allem sein letzter und geglückter Fluchtversuch durch den Teltow-Kanal versetzte die Zuhörerinnen in Erstaunen. Anhand von eindringlichen Bildern von der Grenzbefestigung und seinem Fluchtweg visualisierte und intensivierte Richter seine Erzählungen.

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Nachdem er es erfolgreich in den Westen geschafft hatte, half Richter vielen weiteren SED-Opfern zur Flucht, was bei den Schülerinnen merkliche Bewunderung auslöste. „Ich hatte Freude daran, anderen bei der Flucht zu helfen.“, mit Worten wie diesen ließ Richter seine und die Geschichte vieler anderer Opfer dieser Zeit lebendig werden. Seit mehreren Jahren ist er sehr engagiert, den Betroffenen zu helfen und die Gräueltaten des SED-Regimes der nachfolgenden Generation zu verdeutlichen und sie hierfür zu sensibilisieren, damit Menschen in Zukunft so etwas nicht nochmal erleben müssen. An der Marienschule stieß er hierbei auf großes Interesse, was die zahlreichen Fragen nach dem Vortrag verdeutlichten. Die Schülerinnen waren gleichzeitigt schockiert und neugierig und fragten vor allem danach, wie es Hartmut Richter nach seiner Flucht im Westen erging.

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Dieser Zeitzeugenvortrag ist ein Symbol für die große Bandbreite an Informationsveranstaltungen, die die Marienschule ihren Schülerinnen und Schülern bietet. In Ihren Dankesworten drückte Schulleiterin Henrike Zilling es so aus, dass „diese Zeit lebendig geworden ist“ durch die Person Hartmut Richter und auch die Schülerinnen waren stolz, eine Person, die so viel erlebt und geleistet hat, kennenlernen zu dürfen.

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(Bericht: Katharina Schottorf, Fotos: MM / GB)