„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“, mit diesem Zitat aus dem Grundgesetz begrüßte unser Bürgermeister Dr. Marius Hahn am vergangenen Montag sieben Schülerinnen aus den Klassen 9a und 9d, sowie Frau Lang, Herrn Nahm und noch weitere Gäste zur Verlegung von 16 neuen Stolpersteinen in Limburg.

Stolpersteine 1
Stolpersteine bestehen aus Messing und alle Seiten sind 10 cm lang. Sie sollen an Menschen, die zur NS–Zeit ums Leben kamen, erinnern. Auf ihnen stehen der Name, das Geburtsjahr und das Schicksal des Opfers. Sie werden am letzten festen Wohnort, den sich das Opfer selbst ausgesucht hat, verlegt. Die Stolpersteine werden in ganz Europa von ihrem Erfinder Gunter Demning verlegt. Sein Ziel ist es, bei den Menschen die Erinnerung an diejenigen Menschen zu wecken, die damals von den Nazis verhaftet, deportiert und ermordet wurden. Da ein solcher Stein 120€ kostet, wird er über Spenden finanziert.

Stolpersteine 2
Die ersten Stolpersteine zum Erinnern an die Opfer der NS–Zeit in Limburg wurden in der Erbach 4 beim "Haus der sieben Laster" verlegt. Danach ging es zur Konrad–Kurzbold–Straße 6, Grabenstraße 19, Ste.–Foy–Straße 10 und schließlich zur Graupfortstraße 6. In der Graupfortstraße 6, gegenüber von unserer Schule, befinden sich die Steine von Julie Nathan, Rufine Heymann und Karl–Heinz Grill. Karl–Heinz Grill wurde im Jahr 1913 geboren. Im Jahr 1920 wurde er in die Heilanstalt Aulhausen eingewiesen. Nach 21 Jahren, am 11. März 1941, brachte man ihn nach Hadamar. Dort wurde er am selben Tag durch die T4–Aktion umgebracht. T4 ist die Abkürzung für Tiergartenstraße 4 in Berlin, wo der Hauptsitz des Euthanasieprogramms war. Das Euthanasieprogramm bzw. die T4–Aktion war ein Ermordungsprogramm, bei dem Juden und Behinderte im Auftrag der Nazis ermordet wurden. Julie Nathan wurde im Jahr 1867 geboren, 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert und dort schließlich am 25. Dezember im selben Jahr ermordet. Rufina Heymann geb. Nathan wurde im Jahr 1858 geboren und kam am 5. Dezember 1939 ums Leben.

Stolpersteine 3
Wenn ein Stolperstein verlegt wird, wird an dem entsprechenden Ort ein Loch gegraben, wo der Stein hineinkommt. Danach wird der Stolperstein hineingelegt und mit anderen Steinen befestigt. Anschließend werden Biographien der Opfer verlesen und Blumen niedergelegt.

Stolpersteine 4
(Bericht: Annalena Müller, 9a; Fotos: MM / GB)

Unsere Umwelt ist zur Zeit ein großes Thema. Man kann deutlich sehen, dass sich unser Klima in den letzten Jahren stark verändert hat. Daher möchten wir, die Klasse 8c und unsere Biologie-Lehrerin Martina Fredl, an dem Wettbewerb "Umweltschutz" teilnehmen. Dieser Wettbewerb findet in Kooperation mit der Frankfurter Rundschau statt. Bei dem Wettbewerb sollen die Teilnehmer mit ausgefallen und kreativen Ideen auf unsere Umwelt aufmerksam machen.

Unsere Idee für den Wettbewerb war es, eine eigene Instagram-Seite im Namen der Klasse 8c der Marienschule zu verfassen, auf welcher wir regelmäßig Beiträge zum Umweltschutz posten. Damit sich jeder an dem Projekt beteiligen kann und selbst etwas verändern kann, haben wir außerdem noch eine Menge Tipps und Verbesserungsideen zu einer umweltfreundlichen Lebensweise, welche für jeden einfach zu befolgen sind.
Wir hoffen auf eine große Besucherzahl auf unserer Instagram-Seite! (Jenna Schmidt/ Fd)

Das Team der Nachmittagsbetreuung braucht eure Unterstützung: Für das kommende Schuljahr suchen wir neue Mentoren.

Ihr seid mindestens in der Jahrgangsstufe E? Ihr habt Spaß daran, anderen Schüler/innen Sachen zu erklären und sie bei den Hausaufgaben und beim Lernen zu unterstützen? Ihr habt (an ausgewählten Tagen) nach der 6. Stunde bis ca. 15.45 Uhr Zeit und wollt euch ein kleines Taschengeld dazu verdienen? Dann seid ihr genau die Personen, die wir suchen!
Bei Interesse würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns unter folgender E-Mail-Adresse kontaktiert: schuloase@marienschule-limburg.de In der Mail sollten folgende Angaben enthalten sein: Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse und Jahrgangsstufe im Schuljahr 2017/2018. Wir freuen uns darauf, euch kennen zu lernen!

Euer Team der Schuloase

Mein Name ist Hanna Heinritz und ich bin noch bis zu den Sommerferien Bundesfreiwilligendienstleistende an der Marienschule in Limburg. Nach dem Abi, welches ich 2016 an dieser Schule gemacht habe, stellte sich mir die Frage: Was mache ich jetzt? Mit dem Studieren wollte ich noch nicht direkt beginnen, aber ein Jahr einfach mal nichts machen kam auch nicht in Frage. Bereits am Tag der Zeugnisvergabe wurden wir Abiturientinnen über die bestehende Möglichkeit informiert, ein FSJ oder einen BFD an der Marienschule zu leisten. Nach kurzem Überlegen habe ich mich dann bei der Fachstelle für Freiwilligendienste beworben und am 1. November 2016 ging es los.

Hanna Heinritz BFD 1
Mein erster Tag an der Schule war ehrlich gesagt doch etwas merkwürdig. Plötzlich hat man einen Schlüssel für das Lehrerzimmer und die Lehrerinnen und Lehrer, die man selber teilweise fast sein halbes Schulleben in einem Fach hatte, bieten einem das Du an. Eine Umstellung, an die ich mich dann jedoch ziemlich schnell gewöhnt habe. An seine alte Schule zurückzukehren ist in etwa wie ein Heimspiel beim Fußball. Man kennt nicht nur das Gebäude und die Gesichter, sondern auch das System und die Ziele, die verfolgt werden und trotzdem: Fragen hat man immer! Bereits am ersten Tag wurde ich von meinen ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern mit offenen Armen empfangen. Es ist ein tolles Miteinander und wenn ich Fragen habe oder Hilfe bei etwas benötige, kann ich mich jederzeit an jemanden wenden.

Hanna Heinritz BFD 2
Jetzt zu meinen Aufgaben: Als Bundesfreiwilligendienstleistende habe ich eine Hauptaufgabe. Diese bezieht sich auf die Betreuung und Unterstützung der Inklusionskinder an der Marienschule – ganz egal, ob als Begleitung bei Klassenraumwechseln, in der Pause, beim Sportunterricht oder als Unterstützung im pädagogischen Bereich. Neben dieser Tätigkeit bin ich noch in anderen Bereichen unterstützend dabei, wie z. B. in der Nachmittagsbetreuung, im Sekretariat oder in der Bibliothek. Die Arbeit in den vielen Bereichen macht mir persönlich sehr viel Spaß! Kein Tag ist wie der andere, sodass es abwechslungsreich ist und nicht langweilig wird. Ich bekomme viele Einblicke in den Schulalltag und sammle jeden Tag neue Erfahrungen und Eindrücke.

Hanna Heinritz BFD 4
Jedoch gibt es gewisse Tagesabläufe, die immer gleich sind. Mein Arbeitstag beginnt morgens um 7.30 Uhr mit dem Gong zur ersten Schulstunde. An einem Tag in der Woche betreue ich in den ersten beiden Stunden ein Mädchen, das nicht am Sportunterricht teilnehmen kann und übe mit ihr Mathe und Englisch. In der großen Pause geht es dann zur Begleitung eines weiteren Inklusionskindes hinein in das Schulhofgetümmel. Ähnlich wie die ersten beiden Stunden sehen auch meine dritte und vierte Stunde aus. Danach geht es ein weiteres Mal in die große Pause und anschließend begleite ich das Mädchen, welches ich täglich in den Pausen unterstütze, in den Kunstunterricht. In der großen Pause esse ich dann gemeinsam mit den Kindern der Nachmittagsbetreuung zu Mittag und nach einer kurzen Pause geht das Programm für die Kinder und mich um 13.30 Uhr weiter. Einmal in der Woche habe ich eine eigene kleine Gruppe, die ich bei den Hausaufgaben und beim anschließenden Lernen betreue. Ansonsten kümmere ich mich in der Schuloase um diejenigen, die schon mit allem fertig sind. Wir spielen und basteln gemeinsam, oder gehen bei gutem Wetter raus auf den Schulhof. Gegen 15.45 Uhr machen sich dann auch die letzten Kinder auf den Weg zum Bus. Dann heißt es für mich nochmal kurz nachschauen, dass auch alles wieder an seinem Platz steht und danach mache ich mich ebenfalls auf den Heimweg.

Hanna Heinritz BFD 3
Zu einem Bundesfreiwilligendienst gehört nicht nur die Arbeit in der Einrichtung, sondern auch die Teilnahme an Seminaren. Diese werden von der Fachstelle für Freiwilligendienste organisiert und durchgeführt. Neben dem Basisseminar und dem politischen Seminar, welche für alle Freiwilligen gleich sind, hat man die Möglichkeit, sich für weitere Wahlseminare anzumelden. Wie viele dieser Wahlseminare man besuchen muss, richtet sich nach der Dauer des Bundesfreiwilligendienstes. Ich habe bereits alle Seminare besucht und super nette Leute kennengelernt. Wir haben uns viel ausgetauscht über die Arbeit in den einzelnen Einrichtungen und haben auch in Zukunft vor, weiterhin in Kontakt zu bleiben.

Hanna Heinritz BFD 5
Dieser Bericht hat hoffentlich einen kleinen Einblick in meinen Alltag als Bundesfreiwilligendienstleistende geben können. Für alle die, die noch nicht genau wissen, wo die Reise hingehen soll: Ich würde mich jederzeit wieder für diesen Weg entscheiden! Und wer weiß, vielleicht ist unter den Leserinnen und Lesern schon der/die nächste Bundesfreiwilligendienstleistende an der Marienschule.

(Bericht: Hanna Heinritz, Fotos: MSL / GB)

„Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“ (Mt 5,7). Barmherzigkeit – was ist das eigentlich in unserer heutigen Zeit? Als Preisträgerin der Jungen Akademie Barmherzigkeit vertrat Paula-Marie Schillo (Q2) die Marienschule bei einer Podiumsdiskussion im Bischofshaus zu eben jenem Thema.

Podiumsdiskussion Barmherzigkeit 2
Zu Beginn durfte die Oberstufenschülerin von dem Projekt berichten, für das die Marienschule erst kürzlich den ersten Platz beim „Barmherzigkeitswettbewerb“ der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz belegte. Im Rahmen der Flüchtlingskrise hatten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitung nämlich ein Projekt der besonderen Art, den sogenannten „Lebendigen Adventskalender“, ins Leben gerufen. Fast täglich nahmen sich Schüler und Lehrer der Marienschule im Dezember Zeit, um mit den Menschen der „Oase“ im Staffeler Flüchtlingscamp zu basteln, Musik zu machen oder zu spielen. Paula-Marie Schillo als Teilnehmerin dieses Projektes hatte zusammen mit vier weiteren Oberstufenschülerinnen die einzigartige Gelegenheit erhalten, an den Seminaren der „Jungen Akademie Barmherzigkeit“ teilzunehmen und sich dort sowohl politisch als auch philosophisch weiterzubilden (siehe den damaligen Bericht).

Podiumsdiskussion Barmherzigkeit 1
Bei der Podiumsdiskussion im Konradiner-Keller des Limburger Bischofshauses stellte sie ihre darin erweiterten Kompetenzen eindrucksvoll unter Beweis und stellte begeistert das Konzept des „Lebendigen Adventskalenders“ vor: „Unser Ziel war es, damit für Abwechslung und ein bisschen Farbe im Leben der Menschen zu sorgen – und ich glaube, das ist uns auch gelungen.“ Zusammen mit Paula-Marie war auch Lena Beut, eine weitere Preisträgerin der Jungen Akademie, angereist und regte das Publikum mit ihren tiefgründigen Texten im Bereich des „Poetry-Slams“ zum Nachdenken an.

Podiumsdiskussion Barmherzigkeit 4
Den zentralen Gegenstand der Podiumsdiskussion bildete allerdings die Anthologie „Jenseits der Ironie. Dialoge der Barmherzigkeit“, die von den Herausgebern Martin W. Ramb und Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski persönlich vorgestellt wurde. In ihrem Sammelband verewigten sie über 40 Stimmen namhafter Autorinnen und Autoren aus den verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens wie beispielsweise der Politik, Philosophie, Musik, Wissenschaft oder Kunst und griffen deren unterschiedliche Haltungen zum Thema der Barmherzigkeit auf. Martin W. Ramb leitet die Abteilung Religionspädagogik, Medien und Kultur im Bistum Limburg. Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski ist Rektor der Philosophisch-theologischen Hochschule Vallendar und Professor für Geschichte der Philosophie und philosophische Ethik. In dem anschließenden Gespräch spürten sie zusammen mit Paula-Marie Schillo und Lena Beut sowie Dr. Peter Jentzmik, dem Leiter der Gesprächsreihe „Zeitzeichen“, und dem Publizisten Thomas Menges der Frage nach, was Barmherzigkeit in der heutigen Zeit bedeuten kann. Das Resultat war eine interessante Sammlung an unterschiedlichsten Definitionen des Barmherzigkeitbegriffes.

Podiumsdiskussion Barmherzigkeit 5
Für Lena Beut beispielsweise ist „Barmherzigkeit ein Grundton, der in jedem von uns schlummert.“ Laut Martin W. Ramb kann man Barmherzigkeit als eine „Tugend auffassen, vor der man sich nicht drücken kann.“ Prof. Dr. Dr. Holger Zabrowski näherte sich der Fragestellung auf anderem Wege: „Es ist eigentlich etwas zutiefst Menschliches, das direkt mit Barmherzigkeit verbunden ist.“ An der Seite dieser anerkannten Spezialisten auf dem philosophischen Gebiet diskutierte Paula-Marie Schillo selbstbewusst sowie souverän und bezog Stellung zu ihrer Ansicht der Thematik: „Barmherzigkeit heißt auch, den Mut zu haben, den eigenen Pfad einmal zu verlassen und neue Wege zu gehen.“

Podiumsdiskussion Barmherzigkeit 3
Abschließend bot sich auch dem Publikum die Gelegenheit, in die Diskussion einzusteigen, wodurch diese noch um einiges bereichert wurde. Das Resultat der Podiumsdiskussion kann man in den folgenden Haupterkenntnissen des Abends zusammenfassen: Barmherzigkeit steht erstens in einem komplexen Verhältnis zur Gerechtigkeit. Zweitens ist Barmherzigkeit nicht gleichbedeutend mit Mitleid. Drittens: Wenn es um Barmherzigkeit geht, dann müssen Herz und Verstand zusammenkommen.

Podiumsdiskussion Barmherzigkeit 6
Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

(Bericht: Anna Manz, Fotos: Timo Michael Keßler / GB)