In den letzten Monaten sorgte die Bundestagswahl für große Aufregung. Doch nun besteht kein Grund mehr zur Sorge: Die neue Kreisschülervertretung des Landkreises Limburg-Weilburg wurde gewählt!
Viele Vertreter/innen der weiterführenden Schulen aus dem Landkreis versammelten sich und wählten die neue Kreisschülervertretung. Die Wahl fand in der Aula der Tilemannschule, Limburg statt. Der Wahl voraus ging ein mitreißender Wahlkampf, der sich über einen gesamten Vormittag hinzog. Viele engagierte Kandidat/innen ließen sich für die verschiedenen, zu besetzenden Ämter aufstellen und wetteiferten um die Stimmen der Wahlberechtigten.

Kreisschulsprecherin 2017
(von links: Daniel Sträter, Cheyenne Herrmann, Rosa Beck, Sophie Weil, Mia Greuling, Adrian Fleissner, Richard Moreno, Lotte Koenen, Elias Pabst, Dorothee Valentin, Tobias Schneider, Thomas Panz)

Schon bald stand fest: Die neue Kreisschulsprecherin ist Sophie Weil von der Marienschule Limburg, die seit einigen Jahren schon sehr engagiert, sowohl in der Schülervertretung der Marienschule, als auch in der Kreisschülervertretung Limburg-Weilburg, tätig ist.
Über das Amt der stellvertretenden Kreisschulsprecher können sich Elias Pabst (Tilemannschule) und Daniel Sträter (Friedrich-Dessauer-Schule, Limburg) freuen.
Zu den Vertretern im Landesschülerrat Hessen wurden Richard Moreno und stellvertretend Mia Greuling - beide von der Adolf-Reichwein-Schule, Limburg - gewählt.
Kreisverbindungslehrer bleiben Tobias Schneider (Weiltalschule, Weilmünster) und Thomas Panz (Jakob-Mankel-Schule, Weilburg).
Weitere Unterstützung erfolgt, wie in den vergangenen Jahren, durch Dorothee Valentin vom Jugendbildungswerk Limburg-Weilburg.
Am Ende des Vormitttages standen auch die neuen fünf Beisitzer/innen der Kreisschülervertretung Limburg-weilburg fest: Adrian Fleissner (Peter-Paul-Cahensly-Schule, Limburg), Cheyenne Herrmann (Tilemannschule, Limburg), Rosa Beck (Mittelpunktschule „St. Blasius“, Frickhofen) und von der Marienschule, Limburg, Luisa Löser und Lotte Koenen. 

Im Interesse der Schüler/innen wird die Kreisschülervertretung weiterhin auf sämtlichen Plattformen im Internet präsent bleiben. Darüber hinaus sind Vertreter/innen der Kreisschülervertretung seit einigen Jahren in folgenden Ausschüssen des Landkreises vertreten: Jugendhilfeausschuss, Ausschuss „Jugend, Schule, Bau“, Mobilitätsbeirat, Verwaltungsausschuss des Jugendbildungswerkes Limburg-Weilburg. Auch die neue Kreisschülervertretung wird in den nächsten Wochen das weitere Programm für das laufende Schuljahr planen und mit vollem Engagement schauen, wie sie die Schülervertretungen an den weiterführenden Schulen im Landkreis Limburg-Weilburg unterstützen kann.

(Bericht und Foto: Jan Kieserg, Pressesprecher des Kreisausschusses Limburg-Weilburg)

„Einmal Lächeln, bitte!“ Schon seit mehreren Jahren räumt die Marienschule in Kooperation mit dem Fotostudio Karl mit dem verstaubten Bild des traditionellen Klassenfotos auf. Die Sieger des diesjährigen Wettbewerbes wurden jetzt im Rahmen einer Preisverleihung bekannt gegeben und ausgezeichnet.

Sieger Fotowettbewerb 2017
Keine statisch in Reih und Glied stehenden, für den Augenblick des Auslösens gekünstelt lächelnden Schülerinnen und Schüler waren gefordert, sondern Kreativität, Dynamik, Freude und Zusammenhalt im Klassenverband. Auf Grundlage dieser Hauptkriterien wählte eine mehrköpfige Jury aus Schulleitung und Mitarbeitern des Fotostudios Karl die kreativsten Bilder aus und ehrte die Sieger in der Aula für ihre Ideen. In diesem Jahr verlieh die Jury erstmals drei erste Plätze, einen pro Unter-, Mittel- sowie Oberstufe.

Kreativfotos 2017 1
Eine dieser begehrten Platzierungen erzielte die 5e unter der Leitung von Jessica Drozdowski. Grund zur Siegesfreude hatten auch die 8e von Jasmin Weber und der E1-Mathe-Leistungskurs von Catharina Ferchland-Fischer. Als Belohnung für ihre ausgefallenen Ideen winkten jeweils 60 Euro zum Aufstocken der Klassenkasse, gesponsert von Fotostudio Karl.

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Trostpreise für weitere geniale Einfälle gingen an die 5f von Julia Hundler, die 9d von Emmanuelle Courteix und den Deutsch- Leistungskurs der Q3 von Lothar Jung. Sie erhielten jeweils zwei Packungen Schokoküsse – ebenfalls ein gutes Mittel, um die Klassengemeinschaft beim gemeinsamen Naschen zu stärken.

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„Es war unglaublich schwer, die Sieger zu küren. Wir hatten wieder einmal so viele schöne Bilder!“, erklärte Martina Karl. Unter den zahlreichen kreativen Ideen, die ausgezeichnet wurden, fanden sich beispielsweise eine Satire der aktuellen Baumaßnahmen im Schulgebäude mit Schülerinnen gehüllt in Arbeitsuniformen, ein dynamischer Torschuss oder eine Versammlung junger Teufelinnen um den Grabstein des Dr. Faustus herum. Auch Schulleiterin Dr. Henrike Zilling zeigte sich überaus begeistert von ihren Schützlingen: „Ich bin sehr stolz auf eure Leistung. Das habt ihr klasse gemacht.“

Trostpreise Fotowettbewerb 2017
Die Top 12 der kreativsten Klassenfotos 2017 finden Sie in der Fotogalerie.

(Bericht: Anna Manz, Fotos: Fotostudio Karl | GB)

Holocaust. Konzentrationslager. Vergasungen. All diese Schlagworte sind nichts Neues für die Schülerinnen der Q3 der Marienschule, die das Thema Nationalsozialismus bereits mehrfach fächerübergreifend behandelten. Zeilen in einem Lehrbuch vermitteln zwar Informationen, die Geschichte von jemandem zu hören, der sie selbst erlebt, mit seinem Leid mitgeschrieben hat, ist aber eine völlig andere Erfahrung. Ignacy Golik und Henriette Kretz erzählten in der Aula von ihrem turbulenten Leben und stellten sich den Fragen der Schülerinnen.

Zeitzeuge 1
„Pfarrer und Juden dürfen nur drei Wochen leben, alle anderen sechs Monate. Vergesst eure Freunde und eure Familie. Hier werdet ihr wie Hunde krepieren. Der einzige Weg raus führt durch den Schornstein des Krematoriums“, diese Begrüßung in Auschwitz ließ nicht nur Ignacy Golik das Blut in den Adern gefrieren, sondern fast 80 Jahre später auch den Schülerinnen der Q3. Golik war gerade einmal 17 Jahre alt  – so alt wie ein Großteil des Publikums – als er in Polen von der Gestapo verhaftet und dort zunächst in ein Gefängnis gebracht wurde. Später folgte der Aufenthalt in mehreren KZs, darunter Auschwitz und Sachsenhausen. Heute ist er 95 Jahre alt und steht deutschen Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Projekts des Bezirks Limburg als Zeitzeuge zur Verfügung.

Zeitzeuge 2
„Es ist wertvoll, dass Zeitzeugen zu uns kommen. Die Zeit schreitet weiter voran. In zehn bis zwanzig Jahren wird es diese Möglichkeit nicht mehr geben. Es ist eine Ehre, dass Sie an die Marienschule gekommen sind“, bekräftige auch Schulleiterin Dr. Henrike Zilling. Etwa eineinhalb Stunden lang berichtete der polnischstämmige Ignacy Golik von seinen eigenen Erfahrungen, bewegenden Geschichten, die dutzende Bücher füllen könnten. Henriette Kretz half ihm dabei manchmal als Übersetzerin. Bei seinen Aufenthalten in mehreren Konzentrationslagern seien es vor allem seine im Gymnasium angeeigneten Deutschkenntnisse gewesen, die dem Polen Schlimmeres erspart haben. „Wer Polnisch redet, wird als Feind betrachten“, sei das Dogma der Aufseher gewesen.

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Die Tatsache, dass er ihre Befehle verstand, habe ihn nicht nur vor einigen Prügelstrafen bewahrt, sondern ihm auch geholfen, seine Stellung innerhalb des Lagers zu erhöhen. Seine wechselnden Tätigkeiten beispielsweise als Straßenreiniger, Stiefelputzer oder Mitarbeiter nahe der SS-Küche retteten ihn letzten Endes vor dem Hungertod. Dennoch zehrten die vielen Jahre in KZs an ihm. Zwischendurch wog er gerade einmal 48 Kilogramm. Auch die erschreckende Anzahl von gerade einmal 15 Minuten Pause am Tag ließen die Schülerinnen innehalten. Darüber hinaus diente eine mehr als mangelhafte Hygiene in den Lagern als optimaler Nährboden für den Ausbruch verschiedener Seuchen: „Die einzige Methode zur Lösung dieses Problems war das Vergasen der Erkrankten.“ 1945 kam dann endlich die Erlösung: Golik wird von sowjetischen Soldaten befreit, steht nun vor dem Trümmerhaufen, den er einst sein Leben nannte.

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Obwohl er nach der Entlassung „nur noch vergessen“ wollte, nimmt er es in den 60er Jahren schließlich auf sich, beim Auschwitz-Prozess in Frankfurt als Zeuge auszusagen. Trotz all der schrecklichen Dinge, die Ignacy Golik mit eigenen Augen sehen oder am eigenen Leib erfahren musste, ist er ein ungebrochener Mann, verlor in all den Jahren nie seinen Sinn für Humor und Optimismus. Diese Haltung zeigte sich besonders bei der Beantwortung der zahlreichen Fragen aus dem Schülerpublikum. Golik hinterließ einen bleibenden Eindruck bei seinen interessierten Zuhörerinnen. „Das Beste, was Sie uns geben konnten, war, dass Sie da waren. Ich werde nie vergessen, was Sie uns erzählt haben, und die Schülerinnen auch nicht“, bedankte sich Dr. Henrike Zilling abschließend.

(Bericht: Anna Manz, Fotos: MM | GB)

Im Rahmen des 59. Vorlesewettbewerbs der Stiftung des Deutschen Buchhandels wird das Vorlesen schon bei den Kleinen der Schule zum großen Sport. Beim diesjährigen Schulentscheid setzte sich Leon Stauber knapp vor Merle Link als Sieger durch. Leon wird die Marienschule beim Bezirksentscheid vertreten.

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„Es ist einfach sehr gut, dass durch den Wettbewerb Schülerinnen und Schüler motiviert werden, sich für das Lesen – und auch für das Vorlesen – zu interessieren.“ Für Birgid Sagmeister ist das (Vor-)Lesen im Deutschunterricht jeder sechsten Klasse ein wichtiges Thema. Die Deutschlehrerin ist eine große Verfechterin des Wettbewerbs, obwohl sie dafür über Wochen jeweils eine Stunde ihres Deutschunterrichtes „opfern“ musste, erklärt sie, doch das sei es ihr wert. Ihr ist es sehr wichtig, dass jeder in der Klasse mindestens einmal vorliest. Nur so haben auch leseschwache Schüler eine faire Chance. Zudem stellen die Klassenfavoriten ihre Lieblingsbücher vor, bevor sie im Klassenfinale aus ihnen vorlesen. Auf diese Weise entdeckt auch so mancher Lesemuffel sein neues Lieblingsbuch. Und nicht nur das: „auch das Zuhören und die Fähigkeit zu präsentieren werden geübt“, betont Birgid Sagmeister, die derzeit selbst Klassenlehrerin einer sechsten Klasse ist. Der Lesewettbewerb ist also für alle eine wertvolle Erfahrung, auch wenn er die Klassen der Stufe sechs einige Deutschstunden kostet.

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Dieser Meinung ist auch Tim Pap, der das Schulsprecherteam in der Jury beim Schulentscheid vertritt. Wie wichtig das frühe Training im Vorlesen ist, merkt er im Schulalltag immer wieder. Defizite, die nicht früh erkannt und bearbeitet werden, fallen oft erst im Laufe der Mittelstufe oder in der Oberstufe auf, wenn es für klassenübergreifendes Lesetraining bereits zu spät ist. Zwar lässt sich gutes Vorlesen auch dann noch lernen, doch oft fehlt die richtige Motivation. Umso wichtiger deshalb, die Jüngsten richtig vorzubereiten.

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Ein weiteres Mitglied der diesjährigen Jury ist die zwölfjährige Franziska Will. Die Vorjahressiegerin im Schulentscheid besucht mittlerweile die siebte Klasse und ist immer noch eine echte Leseratte. „Vor einem Jahr saß ich selbst da vorn, aber dieses Jahr bin ich fast noch aufgeregter“, gibt sie zu. Auch sie ist gespannt auf den Wettbewerb, vor allem aber auf die Bücher, die die Klassensieger und Birgid Sagmeister mitgebracht haben. Zusätzlich zu der vorbereiteten Textstelle müssen alle Kandidaten eine fremde Textstelle aus einem Jugendbuch lesen, das die Deutschlehrerin zuvor sorgfältig ausgewählt hat. In diesem Jahr hat sie sich für das Buch „Agentin Abby“ entschieden, das im Gegensatz zu den Büchern der vorherigen Jahre eine weibliche Hauptfigur hat.

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An dieser „fremden“ Textstelle entschied sich auch schließlich der Wettbewerb. Zuvor lagen Leon und Merle gleichauf – für die Jury ein klares Zeichen der außerordentlichen Lesekompetenz beider Kandidaten. Und nicht nur der erste und zweite Platz haben hervorragend vorgelesen. Die Jury war überrascht von den vielen sehr guten Beiträgen und interessanten Büchern, die die Sechstklässler in diesem Jahr vorgestellt haben. Ein Erfolg für Lehrer, Vorleser und Vorleserinnen, aber auch für die rund 160 gespannten Zuhörer, die ihre Klassenkameraden fleißig im Publikum unterstützten.

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Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

(Bericht: Paula-Marie Schillo, Fotos: MM | GB)

Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation durch Martin Luther, versammelten sich die Jahrgangsstufen 9 bis Q3 am 30. Oktober in der Aula der Marienschule Limburg, wo sie ein Stück der Theatergruppe Volxtheater präsentiert bekamen, welches sich mit Luthers Frau Katharina von Bora auseinandersetzt.

Katharina von Bora 1
In einem Grußwort weihte Regisseur Rochus Schneide, die Schülerschaft in die Handlung des Theaterstücks ein. Die Tatsache, dass die Reformation der Kirche im 15. Jahrhundert sich in erster Linie mit der Lebensgeschichte Martin Luthers auseinandersetzt, habe Volxtheater zum Anlass genommen, um den Blick auf die Frau an seiner Seite, Katharina von Bora, zu lenken. Die Handlung basiere auf einem fiktiven Roman der 1980ger Jahre „Wenn du geredet hättest Desdemona – ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“, welcher von Christiane Bruckner geschrieben wurde.

Katharina von Bora 2
Die ehemalige Nonne Katharina von Bora wird in diesem Stück durch vier Protagonistinnen verkörpert, wovon jede je einen Charakterzug der Ehefrau Luthers darstellt. In dem Stück reagiert sie auf die Äußerungen von Lehrlingen Luthers oder dem Reformator und Ehemann selbst. Sie spricht aus, was sie denkt. Die einzelnen Handlungen spielen sich sowohl während ihrer täglichen Arbeiten, kochen, putzen, spinnen und waschen als auch beim gemeinsamen Mahlnehmen oder im ehelichen Schlafzimmer ab. Der persönlichen Konflikt Katharinas besteht in dieser Inszenierung zwischen ihrer Rolle als die treue Gemahlin an der Seite Martin Luthers auf der einen Seite sowie der sich nach Emanzipation und Anerkennung sehnenden Frau auf der anderen Seite. Zudem übt das Stück auch Kritik an der Lebensweise des Reformators selbst. Luther lehrte zwar eine brüderliche, tüchtige und bescheidene Lebensweise („ora et labora“- betet und arbeitet), er selbst übte sich jedoch mehr im Beten als im Arbeiten und sah die Frau dem Manne untergeordnet. Zudem haderte er oft mit sich selbst, was sich auch auf die Nerven Katharinas ausgewirkt habe.

Katharina von Bora 3
Dramatisch untermauert wird das Stück durch musikalische Unterstützung instrumentaler und vokaler Art. Zudem ist es mit einigen berühmten Zitaten Luthers gespickt, deren Bedeutung in der Inszenierung eine annähernd ironische Bedeutung erlangen. Dass das Stück im Allgemeinen sehr gut aufgefasst wurde, bezeugte die Schülerschaft mit ihrem großen Applaus am Ende der Aufführung.

(Bericht: Nadine Seif, Fotos: MM | GB)