Holocaust. Konzentrationslager. Vergasungen. All diese Schlagworte sind nichts Neues für die Schülerinnen der Q3 der Marienschule, die das Thema Nationalsozialismus bereits mehrfach fächerübergreifend behandelten. Zeilen in einem Lehrbuch vermitteln zwar Informationen, die Geschichte von jemandem zu hören, der sie selbst erlebt, mit seinem Leid mitgeschrieben hat, ist aber eine völlig andere Erfahrung. Ignacy Golik und Henriette Kretz erzählten in der Aula von ihrem turbulenten Leben und stellten sich den Fragen der Schülerinnen.

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„Pfarrer und Juden dürfen nur drei Wochen leben, alle anderen sechs Monate. Vergesst eure Freunde und eure Familie. Hier werdet ihr wie Hunde krepieren. Der einzige Weg raus führt durch den Schornstein des Krematoriums“, diese Begrüßung in Auschwitz ließ nicht nur Ignacy Golik das Blut in den Adern gefrieren, sondern fast 80 Jahre später auch den Schülerinnen der Q3. Golik war gerade einmal 17 Jahre alt  – so alt wie ein Großteil des Publikums – als er in Polen von der Gestapo verhaftet und dort zunächst in ein Gefängnis gebracht wurde. Später folgte der Aufenthalt in mehreren KZs, darunter Auschwitz und Sachsenhausen. Heute ist er 95 Jahre alt und steht deutschen Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Projekts des Bezirks Limburg als Zeitzeuge zur Verfügung.

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„Es ist wertvoll, dass Zeitzeugen zu uns kommen. Die Zeit schreitet weiter voran. In zehn bis zwanzig Jahren wird es diese Möglichkeit nicht mehr geben. Es ist eine Ehre, dass Sie an die Marienschule gekommen sind“, bekräftige auch Schulleiterin Dr. Henrike Zilling. Etwa eineinhalb Stunden lang berichtete der polnischstämmige Ignacy Golik von seinen eigenen Erfahrungen, bewegenden Geschichten, die dutzende Bücher füllen könnten. Henriette Kretz half ihm dabei manchmal als Übersetzerin. Bei seinen Aufenthalten in mehreren Konzentrationslagern seien es vor allem seine im Gymnasium angeeigneten Deutschkenntnisse gewesen, die dem Polen Schlimmeres erspart haben. „Wer Polnisch redet, wird als Feind betrachten“, sei das Dogma der Aufseher gewesen.

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Die Tatsache, dass er ihre Befehle verstand, habe ihn nicht nur vor einigen Prügelstrafen bewahrt, sondern ihm auch geholfen, seine Stellung innerhalb des Lagers zu erhöhen. Seine wechselnden Tätigkeiten beispielsweise als Straßenreiniger, Stiefelputzer oder Mitarbeiter nahe der SS-Küche retteten ihn letzten Endes vor dem Hungertod. Dennoch zehrten die vielen Jahre in KZs an ihm. Zwischendurch wog er gerade einmal 48 Kilogramm. Auch die erschreckende Anzahl von gerade einmal 15 Minuten Pause am Tag ließen die Schülerinnen innehalten. Darüber hinaus diente eine mehr als mangelhafte Hygiene in den Lagern als optimaler Nährboden für den Ausbruch verschiedener Seuchen: „Die einzige Methode zur Lösung dieses Problems war das Vergasen der Erkrankten.“ 1945 kam dann endlich die Erlösung: Golik wird von sowjetischen Soldaten befreit, steht nun vor dem Trümmerhaufen, den er einst sein Leben nannte.

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Obwohl er nach der Entlassung „nur noch vergessen“ wollte, nimmt er es in den 60er Jahren schließlich auf sich, beim Auschwitz-Prozess in Frankfurt als Zeuge auszusagen. Trotz all der schrecklichen Dinge, die Ignacy Golik mit eigenen Augen sehen oder am eigenen Leib erfahren musste, ist er ein ungebrochener Mann, verlor in all den Jahren nie seinen Sinn für Humor und Optimismus. Diese Haltung zeigte sich besonders bei der Beantwortung der zahlreichen Fragen aus dem Schülerpublikum. Golik hinterließ einen bleibenden Eindruck bei seinen interessierten Zuhörerinnen. „Das Beste, was Sie uns geben konnten, war, dass Sie da waren. Ich werde nie vergessen, was Sie uns erzählt haben, und die Schülerinnen auch nicht“, bedankte sich Dr. Henrike Zilling abschließend.

(Bericht: Anna Manz, Fotos: MM | GB)

Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation durch Martin Luther, versammelten sich die Jahrgangsstufen 9 bis Q3 am 30. Oktober in der Aula der Marienschule Limburg, wo sie ein Stück der Theatergruppe Volxtheater präsentiert bekamen, welches sich mit Luthers Frau Katharina von Bora auseinandersetzt.

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In einem Grußwort weihte Regisseur Rochus Schneide, die Schülerschaft in die Handlung des Theaterstücks ein. Die Tatsache, dass die Reformation der Kirche im 15. Jahrhundert sich in erster Linie mit der Lebensgeschichte Martin Luthers auseinandersetzt, habe Volxtheater zum Anlass genommen, um den Blick auf die Frau an seiner Seite, Katharina von Bora, zu lenken. Die Handlung basiere auf einem fiktiven Roman der 1980ger Jahre „Wenn du geredet hättest Desdemona – ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“, welcher von Christiane Bruckner geschrieben wurde.

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Die ehemalige Nonne Katharina von Bora wird in diesem Stück durch vier Protagonistinnen verkörpert, wovon jede je einen Charakterzug der Ehefrau Luthers darstellt. In dem Stück reagiert sie auf die Äußerungen von Lehrlingen Luthers oder dem Reformator und Ehemann selbst. Sie spricht aus, was sie denkt. Die einzelnen Handlungen spielen sich sowohl während ihrer täglichen Arbeiten, kochen, putzen, spinnen und waschen als auch beim gemeinsamen Mahlnehmen oder im ehelichen Schlafzimmer ab. Der persönlichen Konflikt Katharinas besteht in dieser Inszenierung zwischen ihrer Rolle als die treue Gemahlin an der Seite Martin Luthers auf der einen Seite sowie der sich nach Emanzipation und Anerkennung sehnenden Frau auf der anderen Seite. Zudem übt das Stück auch Kritik an der Lebensweise des Reformators selbst. Luther lehrte zwar eine brüderliche, tüchtige und bescheidene Lebensweise („ora et labora“- betet und arbeitet), er selbst übte sich jedoch mehr im Beten als im Arbeiten und sah die Frau dem Manne untergeordnet. Zudem haderte er oft mit sich selbst, was sich auch auf die Nerven Katharinas ausgewirkt habe.

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Dramatisch untermauert wird das Stück durch musikalische Unterstützung instrumentaler und vokaler Art. Zudem ist es mit einigen berühmten Zitaten Luthers gespickt, deren Bedeutung in der Inszenierung eine annähernd ironische Bedeutung erlangen. Dass das Stück im Allgemeinen sehr gut aufgefasst wurde, bezeugte die Schülerschaft mit ihrem großen Applaus am Ende der Aufführung.

(Bericht: Nadine Seif, Fotos: MM | GB)

Mehr als eine halbe Million Euro: Hört sich an wie ein Gewinn in der Lotterie, ist aber das Geld, das Generationen von Marienschülerinnen- und schülern im Laufe von 45 Martinsspenden-Aktionen für soziale Projekte gesammelt haben. Auch ab Mitte November dieses Jahres setzt sich das karitative Engagement fort. Die dann zusammengetragenen Spenden sind je zur Hälfte für ein Hilfsprojekt der Armen Dienstmägde Jesu Christi und für die Organisation „Health for Uganda/Africa e. V.“ bestimmt.

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Für die Limburger ist der Anblick von engagierten Marienschülerinnen- und schülern aller Klassen, die in der kalten Jahreszeit in der Fußgängerzone Geld für soziale Projekte erbitten, längst Gewohnheit geworden. An zahlreichen Ständen wird dann vom Kuchen und Plätzchenpaket über warmen Punsch bis hin zu selbstgebastelten Dekostücken alles angeboten, was das winterlich eingestimmte Herz begehrt. Eine Hälfte des auch in diesem Jahr hoffentlich üppigen Erlöses geht an die Armen Dienstmägde Jesu Christi. Diese planen, mit ihrem Anteil das Mädcheninternat in Mitunguu, Kenia, neu zu bauen, um mehreren Mädchen den Besuch der Schule zu ermöglichen. Die schlechte Infrastruktur des Landes erlaubt es vielen Kindern nur dann, eine höhere Schulform zu besuchen, wenn sie für diese Zeit in einem Internat untergebracht werden können. Die Folge davon ist akuter Platzmangel, aufgrund dessen vielen Kindern der Zugang zur kenianischen St. Francis School verwehrt wird.

Auch der zweite Teil der Spendensumme soll nach Afrika gehen, allerdings nach Uganda. Dort möchte die Organisation „Health for Uganda“ das Dorf Nanzirugadde bei dessen Wasserversorgung unterstützen, indem es im Herbst 2018 einen Brunnen baut. In dieser Region ist Wasser ein rares Gut, das vor allem in der Trockenzeit fast komplett versiegt. Diese mangelhafte Wasserversorgung führt zu einer ganzen Reihe von Infektionskrankheiten und deren Folgen wiederum begünstigen eine hohe Sterberate. „Wenn alle Mitglieder der Schulgemeinde auch 2017 wieder mit großem Engagement dabei sind, wird es ihnen gelingen, erneut ihren individuellen Teil zur Bekämpfung von Armut in der Welt beizutragen“, sagte Schulleiterin Dr. Henrike Zilling zum Auftakt der Martinsaktion.

(Text: Anna Manz, Foto: LE | GB)

Rund 300 Viertklässlerinnen und Viertklässler haben am Samstag die Gelegenheit genutzt, das facettenreiche Angebot der Limburger Marienschule kennenzulernen. Auch Schülerinnen und Schüler, die in die gymnasiale Oberstufe der Marienschule wechseln möchten, konnten sich beim Tag der offenen Tür einen umfangreichen Eindruck von der Schule verschaffen.

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Die vielfältigen Angebote erstreckten sich von naturwissenschaftlichen Experimenten bis hin zu ersten Schnupperstunden in den Fremdsprachen. „Besonders gut hat mir das große Angebot, unter anderem das der AGs, gefallen“, sagte eine begeisterte Viertklässlerin.

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Die Besucher hatten beispielsweise die Gelegenheit, als Detektive „Mit Chemie dem Täter auf der Spur“ zu sein, an einem Lötkurs teilzunehmen oder sich von einer Reise durch das Universum faszinieren zu lassen. Auch das Englischquiz einer fünften Klasse stieß auf große Begeisterung, wie mehrere Viertklässlerinnen bestätigten.

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Die Auftritte der Bläserklassen brachten die Besucher nicht nur zum Staunen, da sie hier die Gelegenheit hatten, beim Instrumentenkarussell viele Blasinstrumente auszuprobieren.

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Neben Vorträgen zum Konzept der Marienschule bestand auch die Möglichkeit, in individuellen Beratungsgesprächen über das Aufnahmeverfahren, das im Februar startet, informiert zu werden.

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In der Luft lag der köstliche Geruch von Waffeln und Crêpes sowie Bayerischen Spezialitäten, mit denen sich viele Besucher an diesem Tag stärkten. Einige Kurse der gymnasialen Oberstufe nutzten in diesem Zuge die Chance, ihren Beitrag zu der jährlich stattfindenden Martinsspende zu leisten.

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Das gesamte Kollegium sowie die Schülerinnen und Schüler ermöglichten den Besuchern einen Einblick in den Schulalltag der Marienschule. Hierzu standen Schüler zur Verfügung, die durch die Gebäude führten. „Mir hat gut gefallen, dass mir die ganze Schule von den Lotsen gezeigt wurde und das es so sehr lebendig war“, sagte ein Grundschüler.

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Nicht nur Schüler und Eltern, sondern auch der Bürgermeister der Stadt Limburg, Dr. Marius Hahn, waren sichtlich begeistert: „Für uns als Eltern ist es natürlich schön zu erleben, dass die eigene Tochter als Marienschülerin unseren Sohn durch die Schule führt. Ich bin wirklich beeindruckt von den tollen Angeboten“, so Dr. Hahn.

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Und Christian Lottermann, Vater einer Tochter, ergänzte: ,,Ich war von der Freundlichkeit der gesamten Schulgemeinde sehr begeistert“.

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Das Lachen, Strahlen und Staunen während der gesamten Veranstaltung war eine Anerkennung des großen Engagements aller Klassen, die zu dem gelungenen und erfolgreichen Tag der offenen Tür beigetragen hatten.

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Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

(Bericht: Lorena Fladenhofer/Maria Förger, Fotos: MM/NH | GB)

Endlich ist es soweit: am Montag, 9. Oktober haben die Arbeiten an der neuen Pausenhalle begonnen! Schülerinnen und Schüler begrüßen den Beginn des lange erwarteten Projekts, das ihnen in Zukunft auch verregnete Pausen verschönern soll.

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Hinter der Pausenhalle liegen zwei Jahre harter Planungsarbeit. 2015 entstand die Idee, 2016 die ersten Pläne. Jetzt gibt es für die Schülerinnen und Schüler der Marienschule bereits in der ersten Woche nach den Ferien die ersten Bauerfolge zu bestaunen. Bis dorthin war es ein weiter Weg. War die Finanzierung einmal geklärt und die Frage des Brandschutzes überwunden, standen die Organisatoren vor einem neuen Problem: Bauarbeiten machen Krach. Mit dem Baustart in den Ferien stellt das nun keine so große Hürde mehr dar.

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Bisher ist es nur ein gepflasterter Weg, der sich vom Schulhof durch den Garten bis zu der Stelle zieht, an der unter der Mensa die Halle entstehen soll. Aber dabei wird es nicht lange bleiben. Verläuft wie bisher alles nach Plan und spielt das Wetter mit, werden die Schüler ihre neue Pausenhalle bereits deutlich vor den Sommerferien 2018 in Betrieb nehmen können.

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Aber vorher gibt es noch viel zu tun. Nicht nur die Bauarbeiten, sondern auch wichtige Gestaltungsaufgaben stehen an. Die Schülerinnen und Schüler sind stolz auf die große Summe, die sie beim Spendenlauf im Juli des vergangenen Jahres mit ihrem Engagement eingenommen haben. Nun sollen sie ihnen bei der Einrichtung der neuen Pausenhalle zugutekommen. Derzeit beraten die Schülervertretung und die Schulleitung darüber, welche Spiel- und Freizeitgeräte für die Pausenhalle angeschafft werden sollen. Dabei ist die Meinung der Schüler und Schülerinnen wichtig! Die Schülervertretung ruft dazu auf, ihr Wünsche und Vorschläge mitzuteilen, damit die Pausenhalle zu einem Ort wird, an dem alle gerne ihre Pause verbringen.

(Bericht und Fotos: Paula-Marie Schillo | GB)