An Hessens Schulen ist die tiergestützte Pädagogik auf dem Vormarsch. So auch an der Marienschule in Limburg. Die tiergestützte Pädagogik, auch Kynopädagogik genannt, ist ein ganzheitliches, handlungsorientiertes und persönlichkeitsförderndes pädagogisches Konzept, das zu einer Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikationsfähigkeit beiträgt; das heißt: Hunde sollen den Schülern dabei helfen, besser im Schulalltag zurechtzukommen.

Arkani 1
Ein speziell ausgebildeter Hund wird am Arbeitsplatz des Pädagogen als sogenannter Co-Pädagoge eingesetzt. Dabei erfüllt der Vierbeiner die unterschiedlichsten Aufgaben: Seine Anwesenheit sorgt für eine vorurteilsfreie und entspannte Atmosphäre und er zeigt den Schülern, wie es ist, Verantwortung für sich und für andere zu übernehmen. Der Hund besitzt die Fähigkeit, uns direkt anzusprechen, ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, und er regt die Wahrnehmung an: Er hat keine Erwartungen und akzeptiert uns so, wie wir sind. Dadurch ist der Umgang mit ihm frei von Leistungsdruck.

Arkani 4
Ein Hund ist in pädagogischen Kontexten vielseitig einsetzbar. Er kann in Klassen "bloß" anwesend sein oder gezielt eingesetzt werden. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Anwesenheit eines Hundes Stress reduzieren und ein ruhiges Gruppenklima schaffen kann, welches erst Lern- und Arbeitsprozesse zum Gelingen bringt. Die Schüler üben sich in ganzheitlicher Kommunikation und bringen "ihrem Hund" Wertschätzung entgegen. Dabei lernen sie, eigene Bedürfnisse  zurückzustecken und die des anderen wahrzunehmen. Aber vor allem wird das Selbstwertgefühl gestärkt: Wenn der Hund in einer Übung das macht, was der Schüler ihm mit Hilfe kleiner erlernter Befehle aufgetragen hat, ist das ein besonders schönes Erlebnis. Es ist wichtig, dass junge Menschen die Erfahrung machen, mit ihrem Verhalten etwas bewirken zu können. Besonders gilt dies selbstverständlich für den Schüler, der Angst vor einem Hund hat und im Umgang lernt, sich dieser Angst zu stellen und sie zu überwinden.

Arkani 5
Der Co-Pädagoge an der Marienschule heißt "Arkani" und bildet mit seiner Hundebesitzerin Sabina Datum das Mensch-Hund-Team, das diese Ziele der tiergestützten Pädagogik anstoßen möchte. Arkani ist ein fünfjähriger amerikanischer Collierüde und hat alle Ausbildungsmodule für einen Schulhund erfolgreich durchlaufen. Er besitzt ein gutmütiges, freundliches und geduldiges Wesen und eignet sich mit seinem "will to please" (Wunsch, zu gefallen) ideal als Begleiter seines Frauchens in der pädagogischen Arbeit. Arkani hat seinen Wesenstest mit "vorzüglich" durchlaufen, seine Begleithundprüfung abgelegt und ist geprüfter Besuchs- und Begleithund bei den Maltesern.

Arkani 2
Derzeit begleitet er Frau Datum in 2 Hunde-AGs; hier lernen die Schüler den Umgang mit dem Hund kennen (Regeln festlegen und einhalten; ihn an der Leine führen; seine Bedürfnisse erahnen und selbstverständlich auch erste kleine Tricks mit ihm zu erarbeiten). So wurde ein Parcours aufgebaut und anschließend erprobt, ob sich Arkani von dem Schüler durch diesen Parcours leiten ließ. Dazwischen gibt es natürlich kleine Entspannungseinheiten, die sowohl die Schüler als auch Arkani sichtlich genossen haben. Darüber hinaus begleitet Arkani Frau Datum in einzelne Biologiestunden als Besuchshund, wo er als "Anschauungsobjekt" zu den Themen Hund-Wolf oder bei den Oberstufenschülerinnen zur Thematik Konditionierung "Rede und Antwort" stand. Aber dies sind nur einige Beispiele für einen Schulhundeeinsatz. Da ist noch viel mehr möglich... Man darf gespannt sein.

Arkani 3
(Text: DT)