Die Lehrpläne für das Fach Erdkunde werden vom Kultusministerium vorgegeben und sind auch für eine staatlich anerkannte Privatschule verbindlich. Als zentrales übergeordnetes Lernziel hat Erdkunde als Unterrichtsfach den Schülerinnen „Raumverhaltenskompetenz“ zu vermitteln. Diese Qualifikation soll die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Gesamtheit der Mensch-Raum-Beziehungen befähigen, das Zusammenwirken der Naturfaktoren innerhalb unterschiedlicher Lebensräume kritisch zu reflektieren. Vor allem für die Auseinandersetzung mit Raumnutzungskonflikten sollen den Schülerinnen und Schülern erdkundliche Kriterien an die Hand gegeben werden, damit sie für die Bewältigung ihrer eigenen Lebenswirklichkeit angemessene umweltgerechte Entscheidungen treffen können.

Gerade am Beispiel der Erderwärmung lässt sich exemplarisch aufzeigen, dass geographische Kenntnisse als Grundlage für raumrelevantes Handeln dienen, damit für drängende Gegenwartsprobleme vernünftige gesellschaftliche und ökologische Lösungsstrategien entwickelt werden können.

Vor allem in der Jahrgangsstufe 5 gilt es zunächst, das räumliche Denken der Lernenden anzuregen, indem elementare globale Orientierungsraster im Unterricht thematisiert werden:

  • Planetennatur der Erde
  • Kugelgestalt und Erdrotation
  • Kontinente und Ozeane
  • Karte und Atlas

Topographisch-thematische Grundkenntnisse von Deutschland sind als Basiswissen unabdingbar, wobei die „gute alte Wandkarte“ immer noch einen hilfreichen Blickfang im Klassenzimmer darstellen kann.
Der Wirtschafts- und Kulturraum Europa wird in der Jahrgangsstufe 6 erkundet. Neben topographischem Wissen werden die europäischen Klimazonen bearbeitet. Der Mittelmeerraum als bedeutendste Tourismusregion in Europa eignet sich fachlich für eine Vertiefung und Erweiterung klimatischer und landeskundlicher Zusammenhänge. Methodisch können diese Fachthemen durch die Auswertung von Klimadiagrammen oder die Einübung und Präsentation überschaubarer Gruppenarbeiten erschlossen werden.
Physisch-geographische Themeninhalte sowohl exogener als auch endogener Wirkungskräfte prägen das Unterrichtsgeschehen in der Klassenstufe 8. Dabei können sich die Schülerinnen und Schüler mit Aspekten plattentektonischer Art ebenso vertraut machen wie mit den Ursachen und Auswirkungen der Desertifikation.

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Die geophysikalischen Modelle von Frau Peeters

Oberstufenunterricht in Erdkunde stellt in Hessen eher eine Ausnahme dar. In Zukunft wird dies im Rahmen von G 8 erfreulicherweise wieder der Regelfall sein. An Projekttagen sind in der jüngeren Vergangenheit in der Marienschule auch geographische Fragestellungen untersucht worden, so etwa die Analyse von Landschaftsentwicklungspotenzialen anhand der Auswertung von Flächennutzungsplänen.

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Arbeit an Flächennutzungsplänen

Fachvorsteher: Andrea Rückel
Kontakt: erdkunde@marienschule-limburg.de