Es ist Aufgabe des Chemieunterrichts, einen Einblick in die stoffliche Zusammensetzung der Natur zu geben. Stoffumwandlungen in der belebten und unbelebten Natur beruhen auf chemischen Reaktionen und sollen als solche erkannt werden können. Ebenso soll aus der Vermittlung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse Verständnis für die moderne Technik aufgebaut werden. Nicht zuletzt dient der Chemieunterricht auch dazu, die Schülerinnen und Schüler zu mündigen Verbrauchern zu erziehen.
Grundlage für die Inhalte des Chemieunterrichts an der Marienschule bilden die Lehrpläne des Hessischen Kultusministeriums.

sarah
Chemie ist, wo es stinkt und knallt…

tafel
…leider knallt es in der Chemie aber nicht immer!

In der Klasse 8 machen die Schülerinnen und Schüler erste Bekanntschaft mit den Stoffen aus ihrer Umwelt. Erste Erkenntnisse über chemische Reaktionen werden ebenso vermittelt wie grundlegende Begriffe und Gesetzmäßigkeiten. Das Schülerexperiment ist gerade in dieser Altersstufe wesentlich für den Lernprozess, da es neben der Motivation auch soziale Verhaltensweisen und Einsichten fördert. Die Entwicklung von Modellvorstellungen spielt für die Erklärung und Veranschaulichung chemischer Vorgänge eine besondere Rolle. Durch fächerübergreifende Bezüge sollen die Schülerinnen und Schüler die Chemie nicht als isolierte Wissenschaft verstehen.
In der Klasse 9 werden die Elemente und Elementgruppen des Periodensystems behandelt. Die Schülerinnen und Schüler werden in Modellvorstellungen zum Aufbau der Materie und zur chemischen Bindung eingeführt.
Zudem besteht die Möglichkeit für besonders motivierte und interessierte Schülerinnen und Schüler, an Wettbewerben wie „Chemie – mach mit“ oder „Schüler experimentieren“ teilzunehmen. Auf diese Weise können vertieft Erfahrungen mit wissenschaftlichen Arbeitsmethoden und Präsentationstechniken gemacht werden.

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Johanna Mai gewinnt in der Jgst. 9 beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ einen
Sonderpreis für ihre Forschungen zur Rostschutzwirkung von Ascorbinsäure

In der Klasse 10 werden theoretische Konzepte zur Teilchenstruktur und zu den Reaktionstypen weitergeführt und erweitert. Die Behandlung der Säure-Base-Theorie nach Brönsted rundet diese Thematik ab und erlaubt es den Lernenden zunehmend, mit Hilfe der theoretischen Kenntnisse, den Ablauf chemischer Reaktionen vorauszusagen. Im Rahmen der Behandlung der Stoffchemie stehen wieder umwelt- und alltagsrelevante Erkenntnisse auf dem Stundenplan.

Da die Lerngruppen in der Jahrgangsstufe 11/1 neu zusammengesetzt sind, bietet sich mit dem Thema „Redoxreaktionen“ eine integrierte Wiederholung der Atom- und Bindungsmodelle sowie des Periodensystems an. Schwerpunkt des Chemieunterrichts in 11/2 ist die Einführung in die Organische Chemie. Eine besondere Schwerpunktsetzung im Leistungskurs stellt eine mehrtägige Exkursion an die Universität Marburg, wo die Schülerinnen und Schüler in enger Verzahnung mit den Inhalten des Fachunterrichts eigenständig experimentieren und ihre theoretischen Kenntnisse vertiefen.

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Schülerinnen des Leistungskurses Chemie der Jgst. 11
experimentieren im nat-lab der Universität Marburg

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Handschuhe, Schutzbrille, Abzug… – Chemie ist gefährlich und Sicherheit ganz wichtig!

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Dr. Michael Schween von der Uni Marburg im Gespräch mit Marienschülerinnen

In der Jahrgangsstufe 12 wird die Behandlung der Organischen Chemie fortgesetzt. Anhand lebensweltlich relevanter Stoffe (Naturstoffe, Kunststoffe) werden die Schülerinnen und Schüler in die Reaktionsmechanismen deren chemischer Umsetzungen eingeführt.
In den Grundkursen der Jahrgangsstufe 13/I lautet das Thema “Das chemische Gleichgewicht“, während in den Leistungskursen dieser Jahrgangsstufe „Antrieb und Steuerung chemischer Reaktionen“ behandelt wird. Drei mögliche Kursthemen, von denen jedoch nur eines behandelt werden muss, stehen in der Jahrgangsstufe 13/2 zur Wahl: Ausgewählte Themen zu „Angewandte Chemie“, „Komplexchemie“ oder „Elektrochemie“.
Die Leistungskurse unterscheiden sich von den Grundkursen durch die Komplexität der Probleme, das Abstraktionsniveau und durch die begriffliche Differenzierung. Dies beinhaltet eine stärkere Betonung der Wissenschaftsmethoden.

Exkursionen und Praktika zu den Universitäten Frankfurt, Gießen, Marburg, und Mainz und zu Betrieben der chemischen Industrie (u. a. Mundipharma, Limburg und Clariant, Frankfurt), zu denen die Marienschule Kontakte unterhält, stellen für die Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse die Verbindung zwischen Theorie und Praxis her.


Fachvorsteherin: Andrea Bontjer
Kontakt: chemie@marienschule-limburg.de